Montag, 7. September 2026

Lade-InfrastrukturBDEW liefert neue Zahlen zum Ausbau

[28.07.2026] Die öffentliche Lade-Infrastruktur in Deutschland wächst weiter und umfasst inzwischen mehr als 204.000 Ladepunkte. Neue Zahlen des BDEW zeigen, dass der Ausbau dem Fahrzeugbestand deutlich vorausläuft und die Auslastung der Ladesäulen niedrig bleibt.

Stell dir vor, es gibt Ladesäulen und keiner nutzt sie: Die durchschnittliche Auslastung von Ladepunkten bewegt sich mit rund zwölf Prozent weiterhin auf einem niedrigen Niveau.

(Bildquelle: adobe stock)

Die Zahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte in Deutschland ist innerhalb eines Jahres auf 204.078 gestiegen. Wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) unter Berufung auf das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur berichtet, entspricht das einem Zuwachs von 16 Prozent gegenüber Juni 2025 mit rund 177.100 Ladepunkten.

Rund 26 Prozent der Ladepunkte sind Schnelllader. Besonders stark ist der Ausbau von Ultraschnellladern mit einer Ladeleistung ab 150 Kilowatt vorangekommen. Nach Angaben des BDEW erfüllt Deutschland die Vorgaben der EU zum Ausbau der öffentlichen Lade-Infrastruktur damit deutlich. Für Nutzer von Elektroautos bedeutet das laut Verband, dass der nächste öffentliche Ladepunkt im Durchschnitt innerhalb von fünf Minuten Fahrzeit erreichbar ist.

Den größten Teil der Lade-Infrastruktur stellen Unternehmen der Energiewirtschaft bereit. Mehr als 80 Prozent der öffentlichen Ladepunkte werden von BDEW-Mitgliedsunternehmen betrieben. Daneben engagieren sich unter anderem Parkhaus- und Parkplatzbetreiber, Supermärkte sowie Hotels beim Ausbau des öffentlichen Ladenetzes.

Parallel wächst auch der Bestand an Elektrofahrzeugen. Im Jahr 2025 wurden mehr als 545.000 batterieelektrische Pkw neu zugelassen. Das entsprach einem Anteil von 19,1 Prozent aller Neuzulassungen. Zum 1. Januar 2026 waren damit erstmals mehr als zwei Millionen Elektroautos in Deutschland registriert. Im ersten Halbjahr 2026 lag der Anteil batterieelektrischer Pkw an den Neuzulassungen bereits bei 24,8 Prozent beziehungsweise rund 368.000 Fahrzeugen.

Trotz des wachsenden Fahrzeugbestands sieht der BDEW derzeit keine Engpässe beim öffentlichen Laden. Die durchschnittliche Auslastung der Ladepunkte liege weiterhin bei lediglich rund zwölf Prozent.

BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae wertet die Entwicklung als Ergebnis langfristiger Investitionen der Energie- und Ladebranche. Diese habe das Ladeangebot bereits deutlich über den aktuellen Bedarf hinaus ausgebaut. Für die Fahrt in den Sommerurlaub müsse sich daher niemand Sorgen über fehlende Lademöglichkeiten machen.

Mit Blick auf den weiteren Hochlauf der Elektromobilität fordert der Verband nun stärkere Anreize auf der Nachfrageseite. Andreae spricht sich für eine langfristig angelegte Elektromobilitätspolitik mit steuerlichen Vorteilen aus und verweist auf entsprechende Modelle in den Nachbarländern. Zugleich fordert der BDEW von der Bundesregierung, sich in den Verhandlungen zum EU-Automobilpaket für eine aus Sicht des Verbands ausgewogene Lösung zugunsten der Elektromobilität einzusetzen.





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