Mittwoch, 12. August 2026

Schwäbisch HallAus Restholz wird Zukunftsenergie

[10.02.2026] Die Stadtwerke Schwäbisch Hall setzen auf Energieholz aus nachhaltigen Quellen, um die Wärmewende voranzubringen. Ihr neues Holzheizwerk zeigt, wie regionale Ressourcen intelligent genutzt werden können.
Holzheizkraftwerk der Stadtwerke Schwäbisch Hall

Holzheizwerk in Schwäbisch Hall: Regionale Biomasse für klimafreundliche Fernwärme.

(Bildquelle: Stadtwerke Schwäbisch Hall GmbH)

Während Strom aus Wind- und Sonnenenergie in den vergangenen Jahren stark in den Fokus gerückt ist, wird oft übersehen, dass rund die Hälfte des Energieverbrauchs in Deutschland auf Wärme entfällt – sei es in Haushalten, Gewerbe oder Industrie. Fernwärme, die in vielen Kommunen große wie kleine Abnehmer versorgt, spielt hierbei eine Schlüsselrolle. Sie ermöglicht eine zentrale und damit effiziente Erzeugung von Wärme und eröffnet gleichzeitig die Chance, fossile Energieträger Schritt für Schritt durch erneuerbare Quellen zu ersetzen.

Die Stadtwerke Schwäbisch Hall haben diese Herausforderung aktiv angenommen. Mit der Fertigstellung ihres Holzheizwerks im Gewerbegebiet des Ortsteils Hessental setzen sie ein deutliches Zeichen: Regionale Biomasse kann einen wesentlichen Beitrag zur klimafreundlichen Fernwärme leisten. Die Anlage wurde im Frühjahr 2025 fertiggestellt. Bis Mai lief sie im Probebetrieb, seit Mitte September im Regelbetrieb. Die Stadtwerke-Kunden haben diesen Winter erstmals Wärme erhalten, die aus regionalem Holz gewonnen wird.

Das neue Biomasseheizwerk verfügt über einen Holzhackschnitzelkessel mit einer Wärmeleistung von 5.000 Kilowatt. Damit kann es rund zehn Prozent des Wärmebedarfs im Fernwärmenetz der Stadtwerke abdecken. Die prognostizierte Betriebszeit liegt bei etwa 4.000 Stunden pro Jahr. Die Anlage setzt auf bewährte Prinzipien der Biomasseverbrennung: Zerkleinertes Holz wird kontrolliert verbrannt, die entstehende Wärme über einen Wärmetauscher in das Fernwärmenetz eingespeist. Der Prozess ist nicht nur effizient, sondern auch CO₂-neutral: Bei der Verbrennung von Holz wird nur so viel CO₂ freigesetzt, wie der Baum während seines Wachstums aufgenommen hat. Im Vergleich zur Beheizung mit Erdgas können durch das Holzheizwerk der Stadtwerke Schwäbisch Hall jährlich etwa 4.000 Tonnen CO₂ eingespart werden.

Nachhaltig und klimafreundlich

Ein zentraler Grundsatz nachhaltiger Forstwirtschaft ist die Herkunft des Brennstoffs. Die Stadtwerke Schwäbisch Hall setzen bewusst kein Industrieholz ein, sondern verwenden Material, das andernfalls ungenutzt bliebe, wie Waldrestholz und Material aus der Landschaftspflege. Dazu gehören Äste, Wipfel, minderwertige Stammteile sowie Rückschnittreste von Bäumen, Sträuchern oder Hecken. Ein wesentlicher Teil stammt von den Häckselplätzen des Landkreises Schwäbisch Hall, wofür eine enge Kooperation mit dem Landkreis besteht.

Die Regionalität bietet mehrere Vorteile: Zum einen wird der Transportaufwand minimiert, wodurch die Klimabilanz der Anlage verbessert wird. Zum anderen unterstützt die Nutzung von Restholz eine nachhaltige Forstwirtschaft und Landschaftspflege in der Region. Wälder und Grünflächen bleiben durch selektive Nutzung von Restholz geschützt, Überbestände werden reduziert, und es entstehen wertvolle Kreisläufe für die lokale Holzwirtschaft. Wichtig ist dabei, dass aus dem Wald entnommenes Material so verwendet wird, dass die verbleibenden Holzteile und Strukturen der Wälder erhalten bleiben und die Waldgesundheit gestärkt wird.

Darüber hinaus trägt die Nutzung regionaler Biomasse zur Wertschöpfung vor Ort bei. Arbeitsplätze in der Forstwirtschaft, im Transportwesen und in der Lagerlogistik werden gesichert und gestärkt, während die regionale Wirtschaft insgesamt profitiert. Dabei gilt: Die nachhaltige Forstwirtschaft orientiert sich an langfristiger Waldfunktion, Biodiversität und Resilienz, sodass der Wald als Rohstoffquelle auch künftig stabile Lebensgrundlagen bietet.

Das Holzheizwerk Hessental ist nicht als Einzelprojekt gedacht, sondern eingebettet in eine langfristige Transformationsstrategie der Stadtwerke Schwäbisch Hall. Ziel ist die schrittweise Umstellung ihrer vier großen Kraftwerksstandorte auf erneuerbare Energieträger. Das Holzheizwerk zeigt, wie eine nachhaltige Wärmeversorgung in der Praxis funktionieren kann: zuverlässig, effizient und regional verankert.

Fabian Andrews leitet bei den Stadtwerken Schwäbisch Hall die Sparten Kraftwerke und Fernwärme und ist verantwortlich für den Anlagenbetrieb sowie die zugehörige Abteilung.




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