Donnerstag, 13. August 2026

KonstanzGute Voraussetzung für Nahwärmenetz mit Seewärme

[23.07.2026] Im Konstanzer Ortsteil Litzelstetten sprechen Umfrage und Vorstudien für den Bau eines Nahwärmenetzes mit Seewärme. Die hohe Anschlussbereitschaft und eine positive Wirtschaftlichkeitsprognose ebnen den Weg für die nächsten Planungsschritte.

Die Wärme aus dem schwäbischen Meer könnte bald ein geplantes Nahwärmenetz im Konstanzer Ortsteil Litzelstetten versorgen.

(Bildquelle: bodenseebilder.de)

Ein geplantes Nahwärmenetz im Konstanzer Ortsteil Litzelstetten könnte wirtschaftlich betrieben werden und auf Seewärme als erneuerbare Energiequelle setzen. Wie die Stadt Konstanz berichtet, zeigen sowohl eine Eigentümerbefragung als auch mehrere Vorstudien gute Voraussetzungen für die weitere Projektentwicklung.

Die Ortsverwaltung hatte im April 2026 Eigentümerinnen und Eigentümer von Häusern, Wohnungen und Baugrundstücken angeschrieben, um das Interesse an einem Anschluss an ein künftiges Nahwärmenetz zu ermitteln. Rund die Hälfte aller Liegenschaften beteiligte sich an der Befragung. Etwa 80 Prozent der Rückmeldenden können sich einen Anschluss vorstellen. Die Hälfte davon würde die Wärmeversorgung sofort nutzen, die andere Hälfte erst dann, wenn die bestehende Heizungsanlage ersetzt werden muss. Rund 20 Prozent äußerten kein Interesse. Häufigster Grund ist eine bereits installierte Wärmepumpe.

Auf Grundlage des gemeldeten Wärmebedarfs und der erforderlichen Trassenlänge wurde die Energiedichte des geplanten Netzes berechnet. Diese Kennzahl gilt als wichtiger Maßstab für die Wirtschaftlichkeit. Eine Vorstudie kommt für das rund 18 Kilometer lange Netz auf 830 Kilowattstunden pro laufendem Meter. Dieser Wert liegt deutlich über der als wirtschaftlich geltenden Schwelle und könnte das Projekt auch für Investoren interessant machen.

Eine weitere Untersuchung sieht in der Nutzung von Seewärme die geeignete Wärmequelle für das Netz. Vorgesehen ist eine Großwärmepumpe, die dem Bodensee Wärme entzieht und diese in das Nahwärmenetz einspeist. Damit die Wärmepreise wirtschaftlich bleiben, soll die Wärmepumpe möglichst mit Strom aus einer Photovoltaik-Freiflächenanlage in unmittelbarer Nähe der Heizzentrale betrieben werden.

Nach Angaben der Stadt wurden gemeinsam mit den zuständigen Ämtern bereits geeignete Flächen für das Betriebsgebäude und die Photovoltaikanlage identifiziert. Zudem laufen erste Gespräche über Standorte für die Heizzentrale, Leitungsrechte und eine mögliche Zusammenarbeit mit Projektpartnern.

Als nächster Schritt müssen die bau- und umweltrechtlichen Rahmenbedingungen für die vorgesehenen Standorte geklärt werden. Anschließend wollen der Ortschaftsrat, der Arbeitskreis Energie und mögliche Projektpartner das Vorhaben in einer öffentlichen Informationsveranstaltung vorstellen, möglichst noch im Laufe dieses Jahres.



Stichwörter: Fernwärme, Konstanz


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