Samstag, 25. April 2026

OldenburgPV-Anlagen auf Lärmschutzwänden geplant

[09.03.2026] Photovoltaik-Module auf neuen Lärmschutzwänden sollen künftig Strom für das geplante Sport- und Gesundheitsbad am Flötenteich in Oldenburg liefern. Die Stadtverwaltung sieht darin eine günstigere und naturverträglichere Alternative zur ursprünglich vorgesehenen Floating-PV-Anlage auf dem Gewässer.

Visualisierung der bei Oldenburg geplanten Lärmschutzwände mit integrierter Photovoltaikanlage.

(Bildquelle: Treiber Umweltconsulting)

Photovoltaik-Module an Lärmschutzwänden entlang der Nordtangente sollen künftig einen Teil des Stroms für das neue Sport- und Gesundheitsbad am Flötenteich in Oldenburg liefern. Wie die Stadt Oldenburg berichtet, könnte diese Lösung die ursprünglich geplante schwimmende Photovoltaikanlage auf dem Flötenteich ersetzen.

Nach Berechnungen von Expertinnen und Experten würden die Module an den Lärmschutzwänden mindestens 75 Prozent der Strommenge erzeugen, die für die Floating-PV-Anlage kalkuliert war. Im günstigsten Fall ließe sich sogar deren kompletter Ertrag erreichen. Umweltdezernentin Christine-Petra Schacht betont: „Die Photovoltaik-Module an den Lärmschutzwänden an der Nordtangente würden mindestens 75 Prozent der erzeugten Strommenge der ursprünglich geplanten Floating-PV-Anlage auf dem Flötenteich erzeugen – bestenfalls sogar deren kompletten Bedarf, weil wir die Ertragszahlen sehr konservativ gerechnet haben.“ Damit ließe sich rund ein Drittel des Energiebedarfs des neuen Bades aus erneuerbaren Quellen decken.

Wirtschaftliche Vorteile

Auch wirtschaftlich sieht die Stadt Vorteile. Für die Integration der Photovoltaik-Module in die neuen Lärmschutzwände würden Investitionsmehrkosten von rund 950.000 Euro entstehen. Das entspricht etwa einem Fünftel der Kosten, die für eine neu zu errichtende Floating-PV-Anlage veranschlagt worden wären. Erste Stadträtin und Stadtkämmerin Julia Figura verweist darauf, dass der Ersatzneubau der bestehenden Lärmschutzwände ohnehin ansteht: „Mit vergleichsweise geringen Mehrkosten würden wir also einen enormen Nutzen generieren und uns eine zweite bauliche Anlage sparen.“

Die Betriebsbedingungen sprechen ebenfalls für die Lösung entlang der Straße. Die vertikal montierten Module wären jederzeit gut erreichbar und damit wartungsarm. Gleichzeitig würden Schnee und Eis den Betrieb kaum beeinträchtigen, sodass keine witterungsbedingten Ausfallzeiten zu erwarten sind. Zusätzliche Flächen oder separate Wartungszugänge für eine weitere Anlage wären nicht erforderlich.

Die vorhandenen Lärmschutzwände zwischen dem Anschluss an die A293 und der Abfahrt Donnerschweer Straße stammen aus der Mitte der 1980er-Jahre und verlieren zunehmend an Schallschutzwirkung und Standsicherheit. Die Stadt plant deshalb ohnehin einen beidseitigen Ersatzneubau auf einer Länge von rund 4,6 Kilometern. Eine Machbarkeitsstudie prüfte anschließend, ob sich Photovoltaik integrieren lässt. Sie identifizierte ein geeignetes Teilstück von etwa 2,3 Kilometern Länge.

2027 als voraussichtlicher Baustart

Der Ersatzneubau der Wände ohne Photovoltaik würde rund 18 Millionen Euro kosten, wovon etwa 63 Prozent durch Landesmittel gefördert werden könnten. Für die Integration der Module und eine direkte Stromversorgung des Flötenteichbads kämen die genannten Mehrkosten von etwa 950.000 Euro hinzu. Der Bau soll in mehreren Abschnitten erfolgen und etwa fünf Jahre dauern. Nach Abschluss der Planungen gilt ein Baustart Ende 2027 als realistisch.

Als nächster Schritt ist eine europaweite Ausschreibung der Planungsleistungen vorgesehen, die auf den Ergebnissen der Konzeptstudie des Büros Treiber aus Potsdam basiert. Die Planungskosten werden auf bis zu 1,8 Millionen Euro geschätzt. Nach Berechnungen der Stadt würde sich die Photovoltaikanlage ohne zusätzlichen Batteriespeicher nach rund sieben Jahren amortisieren.





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