Donnerstag, 11. Juni 2026

OldenburgPV-Anlagen auf Lärmschutzwänden geplant

[09.03.2026] Photovoltaik-Module auf neuen Lärmschutzwänden sollen künftig Strom für das geplante Sport- und Gesundheitsbad am Flötenteich in Oldenburg liefern. Die Stadtverwaltung sieht darin eine günstigere und naturverträglichere Alternative zur ursprünglich vorgesehenen Floating-PV-Anlage auf dem Gewässer.

Visualisierung der bei Oldenburg geplanten Lärmschutzwände mit integrierter Photovoltaikanlage.

(Bildquelle: Treiber Umweltconsulting)

Photovoltaik-Module an Lärmschutzwänden entlang der Nordtangente sollen künftig einen Teil des Stroms für das neue Sport- und Gesundheitsbad am Flötenteich in Oldenburg liefern. Wie die Stadt Oldenburg berichtet, könnte diese Lösung die ursprünglich geplante schwimmende Photovoltaikanlage auf dem Flötenteich ersetzen.

Nach Berechnungen von Expertinnen und Experten würden die Module an den Lärmschutzwänden mindestens 75 Prozent der Strommenge erzeugen, die für die Floating-PV-Anlage kalkuliert war. Im günstigsten Fall ließe sich sogar deren kompletter Ertrag erreichen. Umweltdezernentin Christine-Petra Schacht betont: „Die Photovoltaik-Module an den Lärmschutzwänden an der Nordtangente würden mindestens 75 Prozent der erzeugten Strommenge der ursprünglich geplanten Floating-PV-Anlage auf dem Flötenteich erzeugen – bestenfalls sogar deren kompletten Bedarf, weil wir die Ertragszahlen sehr konservativ gerechnet haben.“ Damit ließe sich rund ein Drittel des Energiebedarfs des neuen Bades aus erneuerbaren Quellen decken.

Wirtschaftliche Vorteile

Auch wirtschaftlich sieht die Stadt Vorteile. Für die Integration der Photovoltaik-Module in die neuen Lärmschutzwände würden Investitionsmehrkosten von rund 950.000 Euro entstehen. Das entspricht etwa einem Fünftel der Kosten, die für eine neu zu errichtende Floating-PV-Anlage veranschlagt worden wären. Erste Stadträtin und Stadtkämmerin Julia Figura verweist darauf, dass der Ersatzneubau der bestehenden Lärmschutzwände ohnehin ansteht: „Mit vergleichsweise geringen Mehrkosten würden wir also einen enormen Nutzen generieren und uns eine zweite bauliche Anlage sparen.“

Die Betriebsbedingungen sprechen ebenfalls für die Lösung entlang der Straße. Die vertikal montierten Module wären jederzeit gut erreichbar und damit wartungsarm. Gleichzeitig würden Schnee und Eis den Betrieb kaum beeinträchtigen, sodass keine witterungsbedingten Ausfallzeiten zu erwarten sind. Zusätzliche Flächen oder separate Wartungszugänge für eine weitere Anlage wären nicht erforderlich.

Die vorhandenen Lärmschutzwände zwischen dem Anschluss an die A293 und der Abfahrt Donnerschweer Straße stammen aus der Mitte der 1980er-Jahre und verlieren zunehmend an Schallschutzwirkung und Standsicherheit. Die Stadt plant deshalb ohnehin einen beidseitigen Ersatzneubau auf einer Länge von rund 4,6 Kilometern. Eine Machbarkeitsstudie prüfte anschließend, ob sich Photovoltaik integrieren lässt. Sie identifizierte ein geeignetes Teilstück von etwa 2,3 Kilometern Länge.

2027 als voraussichtlicher Baustart

Der Ersatzneubau der Wände ohne Photovoltaik würde rund 18 Millionen Euro kosten, wovon etwa 63 Prozent durch Landesmittel gefördert werden könnten. Für die Integration der Module und eine direkte Stromversorgung des Flötenteichbads kämen die genannten Mehrkosten von etwa 950.000 Euro hinzu. Der Bau soll in mehreren Abschnitten erfolgen und etwa fünf Jahre dauern. Nach Abschluss der Planungen gilt ein Baustart Ende 2027 als realistisch.

Als nächster Schritt ist eine europaweite Ausschreibung der Planungsleistungen vorgesehen, die auf den Ergebnissen der Konzeptstudie des Büros Treiber aus Potsdam basiert. Die Planungskosten werden auf bis zu 1,8 Millionen Euro geschätzt. Nach Berechnungen der Stadt würde sich die Photovoltaikanlage ohne zusätzlichen Batteriespeicher nach rund sieben Jahren amortisieren.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Photovoltaik | Solarthermie

M-TEC: Präsentation von intelligentem Einspeisezähler

[09.06.2026] M-TEC stellt mit dem ENERGY-HERO einen intelligenten Einspeisezähler für systemoffene Energielösungen vor. Die auf der Intersolar Europe präsentierte Lösung soll PV-Anlagen, Speicher und Wärmepumpen herstellerübergreifend vernetzen und ab September auch in die Kostal-Welt integriert werden. mehr...

Stadtwerke Tecklenburger Land: PV-Anlage versorgt Pumpstation

[01.06.2026] Die Stadt Ibbenbüren nutzt seit Ende März Solarstrom für den Betrieb einer Abwasser-Pumpstation. Eine neue Photovoltaikanlage soll nach Angaben der Stadtwerke Tecklenburger Land rund ein Viertel des jährlichen Strombedarfs der Anlage decken. Ein Teil des erzeugten Stroms wird ins Netz vermarktet. mehr...

„Luftaufnahme eines großflächigen Solarparks mit langen Reihen dunkelblauer Solarmodule auf einer offenen Landschaftsfläche. Die Solarfelder erstrecken sich über mehrere Bereiche und sind von Feldwegen, Wiesen und kleinen Waldstücken umgeben. Im Hintergrund sind Felder, Wälder und mehrere Windkraftanlagen am Horizont zu sehen.“

EnBW: Solarpark Görlsdorf geht ans Netz

[28.05.2026] Ein Solarpark mit Batteriespeicher ist in Brandenburg ans Netz gegangen. Die Anlage hat die Größe von rund 130 Fußballfeldern und leistet 87 Megawatt. mehr...

Osnabrück: Stadt knackt 100-MW-Marke

[28.05.2026] Osnabrück hat die Marke von 100 Megawatt installierter Photovoltaik-Leistung überschritten. Der starke Ausbau bringt der Stadt einen Spitzenplatz im Großstadtvergleich und soll Klimaziele, regionale Wertschöpfung und mehr Energieautarkie voranbringen. mehr...

„Drei Männer stehen vor einer großen Freiflächen-Solaranlage auf einer grünen Wiese. Im Hintergrund erstrecken sich mehrere Reihen moderner Solarpaneele unter bewölktem Himmel. Zwei der Männer tragen Business-Outfits, der dritte eine dunkle Freizeitjacke. Die Aufnahme vermittelt den Eindruck eines offiziellen Termins oder einer Inbetriebnahme im Bereich erneuerbare Energien.“

Münster: Agri-Solarpark liefert Strom für Batterieforschung

[27.05.2026] In Münster-Amelsbüren ist eine neue Agri-Photovoltaikanlage in Betrieb gegangen. Nach Angaben der Stadt Münster verbindet das Projekt Landwirtschaft und Stromerzeugung auf derselben Fläche. Der erzeugte Sonnenstrom soll direkt an die Batterieforschung der Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB) geliefert werden. mehr...

Luftaufnahme einer großen Freiflächen-Photovoltaikanlage mit zahlreichen dunkelblauen Solarmodulen, eingebettet in eine grüne Landschaft nahe einer Bahnstrecke und landwirtschaftlichen Flächen. Im Hintergrund ist eine Stadt mit Wohn- und Industriegebäuden zu sehen.

Stadtwerke Speyer: Neue Solaranlage versorgt Wasserwerk

[22.05.2026] Der Solarspezialist Wirsol hat für die Stadtwerke Speyer eine Photovoltaik-Freiflächenanlage mit 2,2 Megawatt Leistung fertiggestellt. Mehr als die Hälfte des erzeugten Stroms soll direkt das Wasserwerk Süd versorgen. mehr...

Fünf Personen mit Schutzhelmen und Warnwesten stehen vor einer großen Freiflächen-Solaranlage. Sie halten ein Schild mit der Aufschrift „Hier entsteht der Solarpark Auhofen“. Im Hintergrund sind lange Reihen von Solarmodulen unter einem bewölkten Himmel zu sehen.

Stadtwerke München: Solarpark in Auhofen vor Fertigstellung

[19.05.2026] Die Stadtwerke München rechnen damit, den Solarpark in Auhofen bei Anzing im Juli fertigzustellen. Nach Angaben des Unternehmens soll die Anlage künftig rund 29 Millionen Kilowattstunden Ökostrom pro Jahr erzeugen. mehr...

Luftaufnahme eines langen Gebäudes mit zahlreichen Solarmodulen auf dem Flachdach. Neben dem Gebäude verlaufen Bahngleise, umgeben von Bäumen und Wohnhäusern. Im Hintergrund sind weitere Gebäude und viel Grünfläche unter klarem blauem Himmel zu sehen.

Köln: Baustart für Mieterstromprojekt

[19.05.2026] In Köln-Ossendorf hat der Bau eines der bislang größten Mieterstromprojekte der Stadt begonnen. Auf 55 Wohngebäuden sollen Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher installiert werden. mehr...

GModG: BSW-Solar begrüßt Stärkung der Solarthermie

[19.05.2026] Das Bundeskabinett will Solarthermie im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz stärken und den Einsatz von Solarkollektoren beim Heizungstausch erleichtern. Der Bundesverband Solarwirtschaft erwartet dadurch neue Impulse für den Wärmemarkt, kritisiert aber zugleich die geplante Deckelung des CO₂-Preises. mehr...

Hameln: Pilotprojekt zum nachhaltigen Wohnungsbau mit PVT-Technologie

[15.05.2026] Eine Wohnanlage in Hameln kombiniert erstmals serielle Holzbauweise mit einer PVT-Anlage und bivalent angebundener Sole-Wasser-Wärmepumpe. Das ISFH untersucht nun bis Ende 2027, ob das System die angestrebte hohe Energieeffizienz erreicht und sich für den Serienbau eignet. mehr...

München: Mieterstromprojekt in Betrieb genommen

[06.05.2026] Münchner Wohnen und Stadtwerke München haben in Neuhausen das bislang größte Mieterstrom-Photovoltaikprojekt der Landeshauptstadt in Betrieb genommen. Die Anlage versorgt rund 1.000 Haushalte mit lokal erzeugtem Solarstrom und zeigt, wie städtische Wohnungsbestände schneller zur Energiewende beitragen können. mehr...

BSW-Solar: Zubau lässt nach

[06.05.2026] Der Photovoltaik-Ausbau in Deutschland ist schwach ins Jahr 2026 gestartet. Vor allem bei Dachanlagen für Privathaushalte und Unternehmen brechen die Neuinstallationen ein – ausgerechnet vor einer möglichen weiteren Kürzung der Förderbedingungen. mehr...

Greenovative: Satzungsbeschlüsse für vier Solarparkprojekte erhalten

[06.05.2026] Greenovative hat für vier neue Solarparkprojekte in Bayern die Satzungsbeschlüsse der Gemeinden erhalten. Damit rücken Anlagen mit zusammen mehr als 41 Megawatt peak Leistung in die konkrete Bauplanung vor und erweitern das genehmigungsreife Projektportfolio des Nürnberger Entwicklers. mehr...

Kaiserslautern: Photovoltaikanlagen erhalten Batteriespeicher

[04.05.2026] Kaiserslautern rüstet mehrere städtische Gebäude mit Batteriespeichern für bestehende Photovoltaikanlagen aus. Die zusätzlichen Speicher sollen den Eigenverbrauch deutlich steigern, Energiekosten senken und sind Teil eines größeren kommunalen Klimaschutzprogramms. mehr...

Stadtwerke Schwäbisch Hall: Bislang größte PV-Anlage in Betrieb genommen

[27.04.2026] Die Stadtwerke Schwäbisch Hall haben ihre bislang größte Photovoltaikanlage mit 10,8 Megawatt peak in Betrieb genommen. Die Anlage versorgt rechnerisch über 3.000 Haushalte und eröffnet Bürgern zugleich neue Beteiligungsmöglichkeiten an der regionalen Energiewende. mehr...