OldenburgPV-Anlagen auf Lärmschutzwänden geplant

Visualisierung der bei Oldenburg geplanten Lärmschutzwände mit integrierter Photovoltaikanlage.
(Bildquelle: Treiber Umweltconsulting)
Photovoltaik-Module an Lärmschutzwänden entlang der Nordtangente sollen künftig einen Teil des Stroms für das neue Sport- und Gesundheitsbad am Flötenteich in Oldenburg liefern. Wie die Stadt Oldenburg berichtet, könnte diese Lösung die ursprünglich geplante schwimmende Photovoltaikanlage auf dem Flötenteich ersetzen.
Nach Berechnungen von Expertinnen und Experten würden die Module an den Lärmschutzwänden mindestens 75 Prozent der Strommenge erzeugen, die für die Floating-PV-Anlage kalkuliert war. Im günstigsten Fall ließe sich sogar deren kompletter Ertrag erreichen. Umweltdezernentin Christine-Petra Schacht betont: „Die Photovoltaik-Module an den Lärmschutzwänden an der Nordtangente würden mindestens 75 Prozent der erzeugten Strommenge der ursprünglich geplanten Floating-PV-Anlage auf dem Flötenteich erzeugen – bestenfalls sogar deren kompletten Bedarf, weil wir die Ertragszahlen sehr konservativ gerechnet haben.“ Damit ließe sich rund ein Drittel des Energiebedarfs des neuen Bades aus erneuerbaren Quellen decken.
Wirtschaftliche Vorteile
Auch wirtschaftlich sieht die Stadt Vorteile. Für die Integration der Photovoltaik-Module in die neuen Lärmschutzwände würden Investitionsmehrkosten von rund 950.000 Euro entstehen. Das entspricht etwa einem Fünftel der Kosten, die für eine neu zu errichtende Floating-PV-Anlage veranschlagt worden wären. Erste Stadträtin und Stadtkämmerin Julia Figura verweist darauf, dass der Ersatzneubau der bestehenden Lärmschutzwände ohnehin ansteht: „Mit vergleichsweise geringen Mehrkosten würden wir also einen enormen Nutzen generieren und uns eine zweite bauliche Anlage sparen.“
Die Betriebsbedingungen sprechen ebenfalls für die Lösung entlang der Straße. Die vertikal montierten Module wären jederzeit gut erreichbar und damit wartungsarm. Gleichzeitig würden Schnee und Eis den Betrieb kaum beeinträchtigen, sodass keine witterungsbedingten Ausfallzeiten zu erwarten sind. Zusätzliche Flächen oder separate Wartungszugänge für eine weitere Anlage wären nicht erforderlich.
Die vorhandenen Lärmschutzwände zwischen dem Anschluss an die A293 und der Abfahrt Donnerschweer Straße stammen aus der Mitte der 1980er-Jahre und verlieren zunehmend an Schallschutzwirkung und Standsicherheit. Die Stadt plant deshalb ohnehin einen beidseitigen Ersatzneubau auf einer Länge von rund 4,6 Kilometern. Eine Machbarkeitsstudie prüfte anschließend, ob sich Photovoltaik integrieren lässt. Sie identifizierte ein geeignetes Teilstück von etwa 2,3 Kilometern Länge.
2027 als voraussichtlicher Baustart
Der Ersatzneubau der Wände ohne Photovoltaik würde rund 18 Millionen Euro kosten, wovon etwa 63 Prozent durch Landesmittel gefördert werden könnten. Für die Integration der Module und eine direkte Stromversorgung des Flötenteichbads kämen die genannten Mehrkosten von etwa 950.000 Euro hinzu. Der Bau soll in mehreren Abschnitten erfolgen und etwa fünf Jahre dauern. Nach Abschluss der Planungen gilt ein Baustart Ende 2027 als realistisch.
Als nächster Schritt ist eine europaweite Ausschreibung der Planungsleistungen vorgesehen, die auf den Ergebnissen der Konzeptstudie des Büros Treiber aus Potsdam basiert. Die Planungskosten werden auf bis zu 1,8 Millionen Euro geschätzt. Nach Berechnungen der Stadt würde sich die Photovoltaikanlage ohne zusätzlichen Batteriespeicher nach rund sieben Jahren amortisieren.
Nürnberg: Kommunale Gebäude haben PV-Anlagen erhalten
[06.03.2026] Die Stadt Nürnberg hat auf sechs kommunalen Gebäuden neue Photovoltaikanlagen mit zusammen rund 306 kWp installiert. Das Programm aus dem Sonderfonds Energiemangellage soll die Eigenstromversorgung stärken, Energiekosten senken und jährlich bis zu 300.000 kWh klimafreundlichen Strom liefern. mehr...
Berlin: Stadtwerk beliefert Howoge mit Allgemeinstrom
[04.03.2026] Die Berliner Stadtwerke liefern seit Jahresbeginn den gesamten Allgemeinstrom für den Wohnungsbestand der Howoge. Der langfristige Vertrag setzt auf Ökostrom und nutzt auch Solarstrom von den Dächern – mit Folgen für Versorgungssicherheit und Preisstabilität. mehr...
Bundesverband Solarwirtschaft: Frontalangriff auf die Energiewende
[03.03.2026] Ein geleakter Entwurf zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sieht die Streichung der Förderung für neue private Solaranlagen und eine Pflicht zur Direktvermarktung vor. Die Solarbranche warnt vor massiven Folgen für Investitionen, Arbeitsplätze und die Klimaziele. mehr...
Greenovative: Kommunen profitieren von Solarparks
[02.03.2026] Greenovative hat 2025 mehr als 320.000 Euro an Kommunen im Umfeld seiner Solarparks ausgezahlt. Grundlage ist die freiwillige Beteiligung nach § 6 EEG, mit der Städte und Gemeinden direkt an den Stromerlösen partizipieren. mehr...
ABO Wind: Zuschlag für drei Solarparke erhalten
[25.02.2026] ABO Energy erhält in der jüngsten EEG-Ausschreibung der Bundesnetzagentur Zuschläge für drei Solarparke mit rund 50 Megawatt Leistung. Damit baut der Projektentwickler sein Hybridportfolio aus Photovoltaik und Batteriespeichern weiter aus und behauptet sich in einem erneut stark überzeichneten Wettbewerbsumfeld. mehr...
Baden-Württemberg: PV-Flächenziel vorzeitig erreicht
[20.02.2026] Baden-Württemberg hat sein PV-Flächenziel des Energie- und Klimaschutzkonzepts 2030 bereits ein Jahr früher erreicht und übertroffen. Statt der angestrebten 250.000 Quadratmeter sind auf Landesgebäuden schon rund 272.000 Quadratmeter installiert – mit klaren Folgen für den weiteren Ausbau bis 2030. mehr...
Photovoltaik: Agri-PV-Potenzial für Kommunen
[18.02.2026] Eine Studie des Fraunhofer ISE hat das Potenzial der Agri-Photovoltaik in Deutschland ermittelt. Auf den am besten geeigneten Flächen sind demnach insgesamt rund 500 Gigawatt Leistung möglich. Auch für die Gemarkungen von Kommunen kann das Potenzial berechnet werden. mehr...
Solarenergie: Verstärkte Investitionen gefragt
[16.02.2026] Solarenergie ist die günstigste und populärste Art der Stromerzeugung. Bis 2030 soll die bundesweit installierte Solarleistung noch einmal nahezu verdoppelt werden. Wie gestaltet sich die Energiewende in Photovoltaik, Speichern und Solarthermie? mehr...
Saarbrücken: Rechenzentrum hat PV-Anlage erhalten
[06.02.2026] Das Informations- und Kommunikations-Institut der Landeshauptstadt Saarbrücken betreibt eine neue Photovoltaikanlage auf dem Dach seines Betriebsgebäudes. Sie soll den energieintensiven IT-Betrieb stabiler, klimafreundlicher und unabhängiger vom Strommarkt machen. mehr...
Stadtwerke Stuttgart: Neue PV-Anlagen in Untertürkheim und Weilimdorf
[29.01.2026] Die Stadtwerke Stuttgart haben in Untertürkheim und Weilimdorf drei neue Photovoltaik-Anlagen in Betrieb genommen. Die Projekte liefern Strom für Kitas und Wohngebäude und sollen jährlich mehrere Dutzend Tonnen CO2 einsparen. mehr...
BSW-Solar: Bündnis fordert Fortsetzung der Photovoltaik-Förderungen
[28.01.2026] Ein breites Bündnis aus Wirtschafts- und Zivilgesellschaftsverbänden warnt vor geplanten Kürzungen bei der Förderung von Photovoltaik auf Gebäuden. Nach Ansicht der Unterzeichner würde ein Abbau der Förderung den Solarausbau bremsen, Strompreise verteuern und die Klimaziele gefährden. mehr...
Baden-Württemberg: Photovoltaik-Zubau nimmt weiterhin zu
[28.01.2026] Der Photovoltaik-Zubau in Baden-Württemberg erreichte 2025 erneut ein hohes Niveau, mit klaren Spitzenreitern unter den Landkreisen. Heilbronn führt das Ranking an, während Balkonsolaranlagen landesweit weiter stark zulegen. mehr...
Greenovative: Schwelle von 500 MWp überschritten
[28.01.2026] Greenovative hat zum Jahreswechsel 2025/26 einen Ausbau seines Portfolios auf 500 MWp installierte Leistung aus Solarparks und Batteriespeichern. Das Unternehmen sieht vor allem in hybriden Anlagen ein Potenzial für mehr Netzflexibilität und will den Wachstumskurs 2026 fortsetzen. mehr...
Baden-Württemberg: Zahlen zum PV-Ausbau
[12.01.2026] Der Photovoltaikausbau in Baden-Württemberg blieb 2025 mit 2.060 Megawatt knapp unter dem Rekordjahr 2024, erreichte im Langzeitvergleich aber den zweithöchsten Wert. Für den weiteren Zubau gilt 2026 als Schlüsseljahr, weil energiepolitische Weichenstellungen auf Landes- und Bundesebene anstehen. mehr...















