BerlinWorkshop zur Umsetzung der Wärmeplanung

Wie sich Berlin zukünftig mit Wärme versorgen kann: Die lila und rosa markierten Prüfgebiete eignen sich für Wärmenetze, aber es ist noch offen, welche Akteure hier ein Netz betreiben können.
(Bildquelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen)
Ein Workshop des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und des Aktionskreises Energie (AkE) hat gezeigt, dass Bürgerinitiativen bei der Umsetzung der Berliner Wärmeplanung eine wichtige Rolle spielen können. Wie IÖW und AkE berichten, benötigen die Initiativen dafür vor allem finanzielle Unterstützung, Beratung und bessere Rahmenbedingungen.
Der Workshop fand im Rahmen des Projekts Wärmewende Schöneberger Norden (WärmSchöN) bei einem Vernetzungstreffen des Aktionskreis Energie im Juni am IÖW statt. Sieben Nahwärme-Initiativen aus den Berliner Bezirken Tempelhof-Schöneberg, Steglitz-Zehlendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf tauschten sich dabei über ihre Erfahrungen, Herausforderungen und Unterstützungsbedarfe aus.
Wärmeplanung als Anlass
Anlass für den Austausch ist die Berliner Wärmeplanung (wir berichteten). Sie zeigt, welche Versorgungsoptionen in den verschiedenen Stadtgebieten künftig infrage kommen. Rund 18 Prozent der beheizten Fläche Berlins liegen demnach in sogenannten Prüfgebieten. Dort könnten kleinere Nahwärmenetze mehrere Gebäude oder ganze Quartiere mit klimafreundlicher Wärme versorgen. Als Wärmequellen kommen unter anderem Abwärme, Geothermie, Abwasserwärme oder Solarthermie infrage.
Der Workshop machte deutlich, dass lokale Initiativen bereits heute an Lösungen für ihre Quartiere arbeiten und damit die Umsetzung der Wärmeplanung unterstützen können. Gerade in Gebieten, in denen ein Ausbau der Fernwärme erst langfristig geplant ist, könnten bürgerschaftlich getragene Nahwärmenetze eine zusätzliche Option sein. Neben Energieversorgern wie den Berliner Stadtwerken oder anderen Wärmenetzbetreibern kommen auch Energiegenossenschaften und Bürgerinitiativen als mögliche Akteure infrage.
„In Berlin gibt es bereits erste Initiativen, die sozialverträgliche Nahwärme in ihrem Kiez umsetzen wollen und damit einen wichtigen Beitrag für die Wärmewende leisten“, sagt Julika Weiß vom IÖW, Co-Leiterin des Projekts WärmSchöN.
Hürden der Initiativen
Die Gespräche im Workshop zeigten zugleich, welche Hürden die Initiativen bewältigen müssen. Besonders die Finanzierung von Gutachten und Machbarkeitsstudien stellt viele Gruppen vor Herausforderungen. Solche Untersuchungen sind notwendig, um technische und wirtschaftliche Möglichkeiten zu prüfen und aus ersten Ideen konkrete Projekte zu entwickeln. Nach Angaben von IÖW und AkE fehlen dafür derzeit geeignete Fördermöglichkeiten. Einige Initiativen hatten auf das Förderprogramm KfW 432 zur energetischen Stadtsanierung gesetzt, das der Bund erneut gestoppt hat.
Auch Beratung und Unterstützung durch die Bezirksämter sind nach Einschätzung der Beteiligten wichtig. Diese können die Initiativen bei Planung und Umsetzung begleiten, verfügen nach Angaben der Projektpartner jedoch häufig nicht über ausreichende personelle Kapazitäten.
„Im Wärmeplan wird deutlich, dass Berlin die Bedeutung von Nahwärme-Initiativen erkannt hat. Nun kommt es darauf an, dass die im Wärmeplan genannten Maßnahmen zur Unterstützung von bürgerschaftlichen Nahwärmeprojekten tatsächlich bald umgesetzt werden“, sagt Weiß.
Mit der Wärmewendeagentur hat Berlin inzwischen eine Beratungsstelle eingerichtet, an die sich Bürgerinnen und Bürger mit Fragen zur Entwicklung von Quartierswärmeprojekten wenden können. Der Aktionskreis Energie unterstützt die Vernetzung bestehender Initiativen und organisiert regelmäßige Treffen zum Erfahrungsaustausch.
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