Donnerstag, 24. September 2026

StuttgartRechenzentrum versorgt Wärmenetz

[24.09.2026] Im Stuttgarter Synergiepark ist eine neue Wärmeversorgung mit Abwärme aus einem Rechenzentrum in Betrieb gegangen. Das Gebäudenetz soll jährlich rund fünf Gigawattstunden Wärme liefern und bildet den Ausgangspunkt für den weiteren Ausbau der Wärmeversorgung im Quartier.

Die Abwärme eines Rechenzentrums wird in Stuttgart jetzt für die lokale Wärmeversorgung genutzt.

(Bildquelle: Stadtwerke Stuttgart GmbH)

Die Wärmelösungen Synergiepark Stuttgart (WLSS) und der Rechenzentrumsbetreiber nLighten haben die neue Wärmeversorgung im Stuttgarter Stadtteil Möhringen offiziell in Betrieb genommen. Künftig wird die Abwärme des dortigen Rechenzentrums genutzt, um unter anderem die städtische it.schule und mehrere Gebäude von DEKRA zu versorgen.

Wärmeleistung bis zu 1,8 Megawatt

Die WLSS, ein Joint Venture der Stadtwerke Stuttgart und der Firma e-con, hat dafür gemeinsam mit dem Unternehmen Alois Müller ein Gebäudenetz in der Breitwiesenstraße realisiert. Ein geschlossenes Wassersystem nimmt die beim Betrieb der Server entstehende Wärme auf. Wärmepumpen heben sie anschließend auf das für die angeschlossenen Gebäude benötigte Temperaturniveau. Nach Angaben der Projektpartner ist das System für eine Wärmeleistung von bis zu 1,8 Megawatt ausgelegt. Künftig soll es rund fünf Gigawattstunden Wärme pro Jahr bereitstellen. Gegenüber der bisherigen Versorgung auf Erdgasbasis sollen dadurch rechnerisch rund 1.200 Tonnen CO₂-Äquivalente jährlich eingespart werden.

CO₂-Bilanz der DEKRA-Zentale verbessern

„Die Abwärme eines Rechenzentrums wird nicht länger ungenutzt abgeführt, sondern als wertvolle Ressource für die Wärme- und Kälteversorgung eingesetzt“, erklären Dennis Bauer und Ulf Hummel, Co-Geschäftsführer der WLSS. Das Projekt schaffe zugleich die Grundlage für den weiteren Ausbau des Wärmenetzes im Synergiepark. Zu den ersten Wärmeabnehmern gehören die it.schule Stuttgart und mehrere Gebäude von DEKRA. Nach Angaben von DEKRA soll der Anschluss insbesondere die CO₂-Bilanz der Stuttgarter Zentrale mit rund 2.000 Beschäftigten verbessern. Zudem verspricht sich das Unternehmen eine höhere Planungssicherheit bei den Energiekosten.

Baustein für künftige Wärmeversorgung

Auch die Landeshauptstadt sieht in der Abwärmenutzung einen Baustein für ihre künftige Wärmeversorgung. „Mit der Nutzung der Abwärme aus dem Rechenzentrum machen wir aus einer bislang ungenutzten Ressource einen Baustein unserer klimafreundlichen Wärmeversorgung“, sagt Peter Pätzold, Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt. Das Projekt wird mit Bundesmitteln gefördert. Durch den modularen Aufbau kann das Netz nach Angaben der Projektpartner künftig um weitere Wärmequellen und zusätzliche Abnehmer erweitert werden.





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