50HertzLanWin3-Konverter wird in Rostock gebaut

So soll die zukünftige Konverterplattform für den Offshore-Netzanschluss LanWin3 in der Nordsee aussehen.
(Bildquelle: NSORe)
Das Konsortium Neptun Smulders Offshore Renewables (NSORe) übernimmt den Bau des Offshore-Konverters für LanWin3. Wie der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz mitteilt, haben beide Unternehmen die Vertragsverhandlungen abgeschlossen. Siemens Energy bleibt für die Hochspannungs-Komponenten verantwortlich.
Für NSORe ist es bereits der zweite Großauftrag von 50Hertz innerhalb weniger Monate. Im Juni hatte der Netzbetreiber NSORe und Siemens Energy mit dem Nordsee-Netzanbindungssystem LanWin6 beauftragt. Der Anteil von NSORe an den beiden Projekten LanWin3 und LanWin6 hat nach Angaben von 50Hertz ein Auftragsvolumen von insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro. Ein Großteil davon soll in Produktion und Dienstleistungen in Mecklenburg-Vorpommern fließen.
Wesentliche Teile der Konverterplattform für LanWin3 sollen auf der Neptun Werft in Rostock-Warnemünde gefertigt werden. Dort ist unter anderem der Bau der Topside vorgesehen, also des Hauptgebäudes der Offshore-Plattform. Die stählerne Unterkonstruktion, das sogenannte Jacket, soll Smulders auf seiner Werft im niederländischen Vlissingen herstellen.
Die Projektpartner sind laut 50Hertz für die schlüsselfertige Umsetzung der Anlage zuständig. Der Auftrag umfasst die Planung des Gesamtsystems, die Beschaffung der Komponenten, den Bau, die Installation an Land und auf See sowie die Inbetriebnahme.
NSORe mit Sitz in Rostock ist ein Joint Venture der zum Meyer Werft-Konzern gehörenden Neptun Werft und des belgischen Unternehmens Smulders, das zur französischen Eiffage Gruppe gehört. 50Hertz hatte Siemens Energy bereits 2024 mit der Hochspannungs-Technologie für LanWin3 beauftragt. Nun wurde der Vertrag für Stahlbau und Plattformanlagen geändert und dieser Auftrag nach Angaben des Netzbetreibers nach Deutschland verlagert.
LanWin3 soll Offshore-Windstrom mit einer Leistung von bis zu zwei Gigawatt aus der Nordsee in das deutsche Stromnetz transportieren. Die landseitige Konverteranlage ist am künftigen Netzverknüpfungspunkt Mühlenbeck bei Schwerin vorgesehen. Offshore- und Onshore-Konverter sollen über die Gleichstromverbindung NordOstLink und einen Multiterminal-Hub in Heide in Schleswig-Holstein miteinander verbunden werden.
50Hertz-Chef Stefan Kapferer sieht in den Projekten LanWin3 und LanWin6 eine Voraussetzung dafür, große Mengen Offshore-Windstrom in das deutsche Stromnetz zu integrieren. Zugleich forderte er Nachbesserungen am Windenergie-auf-See-Gesetz, um Planungssicherheit beim Bau der Offshore-Windparks zu gewährleisten und Verzögerungen zu vermeiden.
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