NürnbergN-Ergie erkundet Geothermiepotenzial

Vibro-Trucks erzeugen kontrollierte Schallwellen, die von den Gesteinsschichten im Untergrund reflektiert werden.
(Bildquelle: Serge Weiss)
Im Rahmen des Projekts Erdwärme Franken will der Nürnberger Energieversorger N-Ergie voraussichtlich am 9. November 2026 mit seismischen Untersuchungen beginnen. Wie das Unternehmen mitteilt, sollen die Messungen rund vier Wochen dauern und Aufschluss darüber geben, ob sich die geologischen Strukturen unter Nürnberg und den umliegenden Kommunen für die Nutzung von Tiefengeothermie eignen. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für die Entscheidung über weitere Projektschritte dienen.
Geplant sind sechs Messlinien mit einer Gesamtlänge von rund 110 Kilometern. Sie verlaufen durch Nürnberg und Fürth sowie durch mehrere Orte in den angrenzenden Landkreisen. Dazu gehören Feucht, Oberasbach, Stein, Zirndorf, Schwanstetten, Wendelstein und Rohr. Auch Teile des Landkreises Erlangen-Höchstadt werden untersucht. Nach Angaben von N-Ergie könnten die gewonnenen Daten den beteiligten Kommunen auch bei ihrer Wärmeplanung helfen.
Für die Untersuchungen setzt das beauftragte Geophysik-Unternehmen Geofizyka Toruń zwei Teams mit jeweils drei Messfahrzeugen ein. Die sogenannten Vibro-Trucks sollen montags bis samstags zwischen 6 und 22 Uhr unterwegs sein. Sie erzeugen kontrollierte Schallwellen, die von den Gesteinsschichten im Untergrund reflektiert werden. An der Oberfläche zeichnen Messgeräte, sogenannte Geophone, die zurückkehrenden Wellen auf. Aus den Daten lässt sich ein Bild der geologischen Strukturen in mehreren Kilometern Tiefe erstellen.
Die Messungen werden laut N-Ergie mit den zuständigen Behörden und Kommunen abgestimmt. Das beauftragte Unternehmen Geops holt die erforderlichen Zustimmungen und Wegerechte ein. Anwohner entlang der Messstrecken sollen vorab informiert werden. Eine Übersicht der geplanten Messrouten stellt der Energieversorger auf der Projektwebsite bereit.
Mit dem Projekt prüft N-Ergie, ob Tiefengeothermie künftig zur Wärmeversorgung Nürnbergs beitragen kann. Erdwärme könnte nach Einschätzung des Unternehmens eine wetterunabhängige Wärmequelle erschließen und den Einsatz fossiler Energieträger verringern. Bereits in den vergangenen Jahren ließ N-Ergie Voruntersuchungen durchführen, darunter gravimetrische Messungen aus der Luft.
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