Montag, 2. November 2026

VKUEinfachere Regeln für Smart Meter gefordert

[02.11.2026] Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) fordert weniger Bürokratie beim Smart Meter Roll-out. Ein neues Positionspapier sieht unter anderem längere Eichfristen, einfachere Abläufe und mehr Spielraum für Messstellenbetreiber vor.

Der VKU hat jetzt ein Positionspapier zur Beschleunigung des Smart Meter Roll-outs vorgelegt.

(Bildquelle: VKU/Felix Krumbholz)

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) fordert eine Vereinfachung der gesetzlichen Vorgaben für den Smart Meter Roll-out. In einem neuen Positionspapier schlägt der Verband unter anderem vor, Informationspflichten und Terminankündigungen flexibler zu gestalten, Markt- und Datenaustauschprozesse zu vereinfachen und die Eichfristen für moderne Messeinrichtungen zu verlängern. Damit ließen sich nach Einschätzung des VKU der Einbau intelligenter Messsysteme beschleunigen und Kosten senken.

Eichfrist verlängern

Konkret fordert der Verband, die Eichfrist moderner Messeinrichtungen von acht auf 16 Jahre zu verlängern. Dadurch müssten weniger Zähler ausgetauscht werden. Die frei werdenden personellen Kapazitäten könnten für den Einbau intelligenter Messsysteme genutzt werden. Zudem soll die Anbindung von Gaszählern und Unterzählpunkten auf Kundenwunsch künftig als freiwillige Zusatzleistung möglich sein.

Nach Angaben des VKU stoßen viele Verteilnetzbetreiber bereits an ihre Kapazitätsgrenzen. Neben Materialengpässen fehle es vor allem an Fachkräften für IT, Digitalisierung und Marktkommunikation. Zugleich müssten die Unternehmen zahlreiche neue regulatorische Anforderungen umsetzen. Der Verband fordert deshalb einen langfristigen Rechtsrahmen, eine tragfähige Finanzierung und Anreize für Unternehmen, die beim Roll-out besonders schnell vorankommen. Zusätzliche Sanktionen lehnt er ab.

Die Vorschläge sollen nach Vorstellung des VKU in das geplante Verteilnetzpaket und die Novelle des Messstellenbetriebsgesetzes einfließen. Die bestehenden Sicherheitsanforderungen sollen dabei unverändert bleiben.

Steuerbarkeit entscheidend

Neben dem Einbau intelligenter Messsysteme müsse auch die Steuerung flexibler Verbrauchseinrichtungen weiterentwickelt werden. Dazu zählen Wärmepumpen, Wallboxen und Stromspeicher. Erst durch deren Steuerbarkeit könnten intelligente Messsysteme dazu beitragen, Stromnetze besser auszulasten, erneuerbare Energien zu integrieren und Netzengpässe zu vermeiden.

„Messen allein löst keine Netzengpässe. Erst die Steuerbarkeit macht aus Daten einen Nutzen für das System“, erklärt VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing.

Skeptisch bewertet der Verband die Diskussion über ein sogenanntes Smart-Meter-Light (wir berichteten). Bislang sei unklar, welche Funktionen ein solches Gerät übernehmen solle. Der VKU befürchtet zusätzliche technische und organisatorische Komplexität sowie Verzögerungen beim laufenden Roll-out. Die Entscheidung über die eingesetzten Geräte müsse grundsätzlich beim grundzuständigen Messstellenbetreiber bleiben.





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