Energiesystem700 Milliarden mit besserer Planung sparen
Der Umbau des deutschen Energiesystems hin zur Klimaneutralität kann deutlich kostengünstiger gestaltet werden – das zeigt eine aktuelle Studie des Analysehauses Aurora Energy Research im Auftrag der EnBW. Durch technische Optimierungen und realistischere Ausbauziele könnten die volkswirtschaftlichen Gesamtkosten bis 2045 um bis zu 700 Milliarden Euro gesenkt werden.
Windausbau begrenzen
Die Studie empfiehlt unter anderem, den Ausbau der Offshore-Windenergie von bisher geplanten 70 Gigawatt auf maximal 55 GW zu begrenzen, die Ausbauziele für Photovoltaik auf bis zu 150 GW und für Elektrolyseure auf 40 GW zu senken. Gleichzeitig wird ein stärkerer Ausbau von wasserstofffähigen Gaskraftwerken (55 GW) und ein verstärkter Import von blauem Wasserstoff empfohlen, um die gesicherte Leistung kostengünstig zu gewährleisten.
„EnBW setzt sich dafür ein, den Umbau des Energiesystems so sicher, klimafreundlich und bezahlbar wie möglich zu gestalten“, sagte EnBW-Chef Georg Stamatelopoulos. Geringere Systemkosten entlasteten nicht nur die Volkswirtschaft, sondern förderten auch die Akzeptanz und die Elektrifizierung in allen Sektoren.
Weniger Nachfrage, mehr Systemverständnis
Zentrale Annahme der Studie ist, dass der Strombedarf in Zukunft weniger stark steigen wird als bisher prognostiziert. Durch eine entsprechende Anpassung der Systemplanung könnten bis zu 400 Milliarden Euro eingespart werden. Zusammen mit technischen Effizienzmaßnahmen – etwa durch eine besser abgestimmte Netzinfrastruktur und einen geringeren Speicherbedarf – ergibt sich ein Gesamteinsparpotenzial von bis zu 700 Milliarden Euro.
„Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, Planungsprozesse neu auszurichten“, sagt Studienautor Frederik Beelitz von Aurora. Die EnBW fordert nun eine neue energiepolitische Planungskultur. Entscheidungen müssten sich künftig stärker am tatsächlichen Bedarf, an Systemeffizienz und volkswirtschaftlicher Tragfähigkeit orientieren.
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