EEG-UmlageAbschaffung federt Preise nicht ab
Zum 1. Juli 2022 fällt die EEG-Umlage beim Strompreis weg. „Leider ist die mit dem Ende der EEG-Umlage verbundene Senkung der Strompreise um 3,7 Cent zum 1. Juli angesichts der derzeitigen Entwicklungen an den Energiemärkten kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. In den vergangenen eineinhalb Jahren sind die Preise im Stromgroßhandel extrem gestiegen. Zuerst hat die konjunkturelle Erholung nach der Hochphase der Corona-Pandemie die Preise in die Höhe getrieben. Der Angriffskrieg auf die Ukraine verschärft die Situation weiter. Aktuell zahlen Stromversorger im Großhandel für eine Kilowattstunde Strom viereinhalbmal so viel wie noch Anfang 2021 und fast doppelt so viel wie zu Anfang dieses Jahres“, erklärt Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).
Je länger das Preisniveau so hoch bleibe, desto weniger könnten Energieversorger die Kostenanstiege durch vorausschauende Beschaffung ausgleichen und desto stärker schlügen sie sich in den Verbraucherpreisen nieder. Die Abschaffung der EEG-Umlage allein könne das nicht abfedern. Um die Belastung der Haushalte nachhaltig zu dämpfen, braucht es weitere Maßnahmen. So sollte die Bundesregierung die Senkung der Stromsteuer auf das europäisch zulässige Mindestmaß und die Senkung der Mehrwertsteuer auf Strom und Gas von 19 auf sieben Prozent prüfen. Auch das im Koalitionsvertrag angekündigte Klimageld sollte weiter vorangetrieben und durch eine Energiekostenkomponente ergänzt werden. „Gleichzeitig können Verbraucherinnen und Verbraucher durch einen sorgsamen Umgang mit Energie aber auch selbst darauf achten, dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. In fast jedem Haushalt gibt es noch Möglichkeiten, Energie einzusparen. Große Potenziale bieten der Austausch alter Elektrogeräte oder eine energetische Gebäudesanierung. Aber auch Kleinigkeiten, wie das konsequente Ausschalten des Lichts beim Verlassen eines Raums, der Verzicht auf das Vorheizen des Backofens oder der Eco-Waschgang bei der Spülmaschine sparen Euros und helfen dem Klima“, so Andreae weiter.
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