HeidelbergBürgerwindkraft aus dem Forst

Vorstellung des geplanten Leuchtturmprojekt zum Bau und Betrieb von Windkraftanlagen auf der Forst BW-Fläche oberhalb von Heidelberg und Schönau.
v.l.: Michael Teigeler, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Energie; Frank Volk, Bürgermeister der Stadt Neckargemünd; Peter Kania, BürgerEnergieGenossenschaft (BEG) Kraichgau; Rudolf Irmscher, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg; Eckart Würzn
(Bildquelle: SWHD)

Vorstellung des geplanten Leuchtturmprojekt zum Bau und Betrieb von Windkraftanlagen auf der Forst BW-Fläche oberhalb von Heidelberg und Schönau.
v.l.: Michael Teigeler, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Energie; Frank Volk, Bürgermeister der Stadt Neckargemünd; Peter Kania, BürgerEnergieGenossenschaft (BEG) Kraichgau; Rudolf Irmscher, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg; Eckart Würzn
(Bildquelle: SWHD)
Zwischen Schönau und dem Heidelberger Stadtteil Ziegelhausen liegt eine der größten Flächen in der Region, die für Windkraft gut geeignet ist. Der Eigentümer, Forst BW, möchte den Höhenzug am Lammerskopf bestmöglich zur Errichtung von Windkraftanlagen verpachten.
Vier regionale Partner haben sich nun zu einer Bietergemeinschaft zusammengeschlossen: Die Energiegenossenschaft Starkenburg, die Bürgerenergiegenossenschaft Kraichgau, die Heidelberger Energiegenossenschaft und die Stadtwerke Heidelberg haben am Dienstag, den 21. März, ein Konzept für einen Bürgerwindpark Lammerskopf eingereicht und sich damit um den direkten Zuschlag des Landes als innovatives Leuchtturmprojekt beworben.
„Die gemeinsame Stärke der Bieter ist ihre regionale Verbundenheit. Nicht nur der Klimaschutz wird von ihrem Vorhaben profitieren. Auch für die Region und ihre Bürgerinnen und Bürger wird das Leuchtturmprojekt auf vielen Ebenen einen Nutzen bringen“, betont Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Heidelberg. Die Alternative zum direkten Zuschlag wäre eine öffentliche Ausschreibung. Zu 70 Prozent bestimmen dann finanzielle Kriterien die Auswahl der Betreiber. Im Klartext: Wer die größte Pacht bietet, hätte die besten Chancen auf den Zuschlag.
Planungen für und mit der Region
„Zusammen mit den Energiegenossenschaften wollen wir an den windreichsten Stellen des Gebiets sowie auf einer kleinen Neckargemünder Fläche rund zehn bis 15 Anlagen bauen“, berichtet Rudolf Irmscher, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg. „Dabei werden wir mit Augenmaß vorgehen und uns über einen Planungsbeirat mit den Anrainer-Kommunen abstimmen.“ Planungsbüros und Umweltverbände aus der Region sollen ebenfalls einbezogen werden. Zudem wird die ESM aus Heppenheim, ein Gründungsmitglied der Bürgerenergiegenossenschaft Starkenburg, eingebunden. Der Weltmarktführer für Schwingungselemente arbeitet mit Anlagenbetreibern an neuen Konzepten zur Schallreduzierung. So ist das Konsortium auch bei diesem wichtigen Thema gut aufgestellt.
Lokaler Wind bringt grüne Wärme voran
Innovativ ist das Projekt, weil der geplante Bürgerwindpark intelligent in das regionale Energiesystem integriert wird. „Wir werden nicht nur mehr erneuerbare Energien erzeugen, sondern mit lokalem Wind die grüne Wärme vor Ort voranbringen. Eine Brücke dazwischen ist unser Energie- und Zukunftsspeicher. Damit können wir erneuerbare Energien in Form von heißem Wasser speichern und den Strom aus lokalem Wind optimal nutzen“, betont Michael Teigeler, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Energie. Heidelberg arbeitet daran, eine vollständig klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2040 zu erreichen. Fernwärme spielt bei der beschleunigten Wärmewende eine entscheidende Rolle. Die Stadtwerke Heidelberg bauen ihr Netz kontinuierlich aus und steigern ihre Eigenerzeugung. In diesem Jahr nehmen sie drei große Luftwasserwärmepumpen mit einer Leistung von 4,5 Megawatt (MW) in Betrieb. In Planung sind außerdem eine Fluss- sowie eine Abwasserwärmepumpe. Der klimaneutrale Strom aus dem Bürgerwindpark soll diese Anlagen antreiben.
Nutzen für die Menschen im Fokus
Doch nicht nur der Klimaschutz, auch die Bürger werden von dem Leuchtturmprojekt profitieren. „Wer auf ein Windrad schaut, soll auch den Nutzen haben – das ist der zentrale Leitgedanke bei unserer Projektidee“, sagt daher auch Micha Jost, Vorstandsmitglied der Energiegenossenschaft Starkenburg. Der Nutzen für die Menschen in der Region liegt auf mehreren Ebenen: „Wir bieten Bürgerinnen und Bürgern sowie Gewerbetreibenden an, über unseren genossenschaftseigenen Energieversorger Bürgerwerke eG einen dauerhaft vergünstigten Lokal-Windstrom-Tarif zu beziehen“, stellt Andreas Gißler, Vorstand der Heidelberger Energiegenossenschaft in Aussicht.
„Bürgerinnen und Bürger an den Standortkommunen können sich unkompliziert über unsere Genossenschaften an der Projektgesellschaft beteiligen und so einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten“, betont Peter Kania, Vorstand der BürgerEnergieGenossenschaft Kraichgau.
Die Erlöse aus dem Projekt bleiben unmittelbar in der Region und werden in Energiewende und Klimaschutz vor Ort reinvestiert. Im neuen Gebäude der Heidelberger Energiegenossenschaft soll ein „Informationszentrum Windenergie“ am Beispiel des Bürgerwindparks Lammerskopf entstehen, das transparent die Entstehung und Wirkung des Windparks zeigen wird.
Die Kommunen Heidelberg und Neckargemünd unterstützen das Vorhaben der Projektpartner. Wie auch das Bieter-Konsortium betonen sie, dass das Konzept einen überregionalen Vorbildcharakter hat. Sie fordern deshalb vom Land, dass es der lokalen Allianz in einem vereinfachten Verfahren den Zuschlag gibt.
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