PotsdamBundesumweltminister besucht Tiefengeothermie-Baustelle

Besichtigung der Tiefengeothermie-Energiezentrale in Potsdam.
v.l.: EU-Kommissar Dan Jørgensen; Bundesumweltminister Carsten Schneider; Rafael Asshauer, Energie und Wasser Potsdam GmbH
(Bildquelle: BMUKN/Annette Riedl)
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) und EU-Kommissar Dan Jørgensen (Socialdemokraterne) haben vergangene Woche die im Bau befindliche Tiefengeothermie-Energiezentrale an der Heinrich-Mann-Allee besucht. Der Termin war Teil einer Pressereise des Ministers zur Energiewende und diente dem Austausch über zentrale Hürden und Chancen beim Umstieg auf erneuerbare Wärme. Wie der regionale Energieversorger Energie und Wasser Potsdam (EWP) berichtet, sprachen Schneider und Jørgensen mit der Potsdamer Oberbürgermeisterin Noosha Aubel sowie mit der Geschäftsführung des Unternehmens über Genehmigungszeiten, Förderinstrumente und die Planungssicherheit für hohe Investitionen.
Die Politiker nutzten den Vor-Ort-Besuch, um den Baufortschritt zu begutachten. Schneider erklärte: „Die Vorreiter in Potsdam zeigen, dass es geht. Die Wärmewende kommt mit solchen Großprojekten voran.“ Jørgensen bezeichnete das Vorhaben als „Flaggschiff-Projekt in Europa“ und hob dessen Rolle für eine umweltfreundliche, bezahlbare und weniger abhängige Wärmeversorgung hervor. „Wir sind hier, um zu lernen“, sagte der EU-Kommissar.
Im Mittelpunkt des Projekts steht eine Tiefengeothermie-Anlage, deren erste Ausbaustufe seit 2024 läuft. Laut EWP soll sie ab der Heizperiode 2025/26 erstmals ein ganzes Quartier vollständig mit Erdwärme versorgen. Die endgültige Fertigstellung der Energiezentrale ist für 2027 vorgesehen. Bis 2030 sollen fünf weitere Anlagen mit zusammen rund 25 Megawatt (MW) Wärmeleistung folgen. Technik-Geschäftsführer Eckard Veil betonte, viele Versorger wollten dem Potsdamer Beispiel folgen.
Für den Ausbau setzt EWP nach eigener Darstellung auf ein Finanzierungskonzept aus Fördermitteln, Krediten und möglichen Darlehen der Europäischen Investitionsbank. Laut kaufmännischem Geschäftsführer Monty Balisch ist die Analyse der EIB nahezu abgeschlossen, eine Kreditentscheidung wird 2026 erwartet.
Der Standort soll nach Angaben von EWP zeigen, wie die Wärmewende praktisch funktioniert – von der geologischen Erkundung über die Bohrtechnik bis zur Einbindung in das Fernwärmenetz. Der Besuch der beiden Politiker unterstreiche die Bedeutung des Projekts für die Zusammenarbeit von EU, Bund, Land und Kommune bei der Transformation der Energieversorgung.
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