NürnbergEnergetisches Sanierungsprojekt
Seit Dezember 2020 nimmt das Hochbauamt der Stadt Nürnberg an dem Innovationsprojekt procuRE teil. Wie die Stadt berichtet, wird das Projekt durch das EU-Förderprogramm Horizont 2020 gefördert und befasst sich mit der Frage, wie Kommunen möglichst effiziente Sanierungsprojekte für öffentliche Gebäude erstellen können. Diese verfolgen das Ziel, die entsprechenden Gebäude zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie zu versorgen.
„Die richtige Verschärfung des bundesweiten Ziels, Klimaneutralität bis 2045 statt 2050 zu erreichen, und unser Ziel, die Kernverwaltung der Stadt Nürnberg bereits bis 2035 klimaneutral zu betreiben, stellt gerade das Planungs- und Baureferat vor Herausforderungen“, sagt Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich. „Patentlösungen gibt es nicht. Deshalb müssen kreative Wege beschritten werden, um die Klimawirksamkeit der Bestandsgebäude zu reduzieren, Neubauten sind ja in der Regel schon recht gut.“
Laut Stadt setzt hier das Projekt procuRE an, das Kreativität über Marktmechanismen fördert. Die sechs Kommunen Barcelona, Villa Nova de Gaia in Portugal, Istanbul, Eilat im Süden Israels, Nürnberg und das slowenische Velenje als Konsortialführer werden im Oktober eine gemeinsame europaweite Ausschreibung veröffentlichen, die es so im Gebäude-Energiebereich noch nicht gegeben habe. Innovative Unternehmen werden von den Kommunen gemeinsam beauftragt, im Projektverlauf Konzepte zu entwickeln, um bestehende Gebäude umzubauen, dass sie vollständig mit vor Ort erzeugter erneuerbarer Energie betrieben werden können. Um nachzuweisen, dass das entwickelte Produktpaket, bestehend aus Dienstleistungen und technischer Ausrüstung, in der Praxis funktioniere, werde in jeder Kommune jeweils ein Gebäude mit der Lösung ausgerüstet.
In Nürnberg werde die Grundschule Zerzabelshof mit Hort deshalb 2023 ein Upgrade bekommen und fortan komplett erneuerbar betrieben werden. Übergreifendes Ziel des Projekts sei, dass die entwickelten Produkte und Lösungen nach Projektende 2024 zu wirtschaftlichen Konditionen in möglichst vielen der circa 35 Millionen Bestandsgebäude in Europa zum Einsatz kommen können. „Das EU-Projekt procuRE ist eine attraktive Möglichkeit für unser Hochbauamt, ohne finanziellen Mehraufwand hoch innovative Lösungsideen zeitnahe zu entwickeln und gleichsam nebenbei auch noch den Weg für nachfolgende Kommunen zu ebnen“, so Ulrich.
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