Donnerstag, 4. Juni 2026

JenaUmsetzbarkeit von Abwärmeprojekt bestätigt

[20.08.2025] Abwärme aus der Jenaer Kläranlage könnte künftig Unternehmen in Jena-Nord mit Heizenergie versorgen. Eine Machbarkeitsstudie bestätigt die technische und wirtschaftliche Umsetzbarkeit des Projekts ANIKA.

Christoph Kindt, Bereichsleiter Energiedienstleistungen und Erzeugung bei den Stadtwerken Energie, präsentiert bei der Mitgliederversammlung der IG Jena-Nord die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zum Wärmeprojekt ANIKA.

(Bildquelle: Stadtwerke Jena GmbH)

Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck wollen mit dem Projekt ANIKA Abwärme aus der Kläranlage Jena-Zwätzen nutzbar machen. Wie der regionale Energieversorger mitteilt, ist es das Ziel, die ganzjährig mindestens zwölf Grad Celsius warme Ablauffracht des gereinigten Abwassers über Großwärmepumpen in Heizenergie umzuwandeln. Ergänzt durch Wärmespeicher und eine Power-to-Heat-Anlage soll eine zuverlässige Versorgung gewährleistet werden. Zunächst ist die Anbindung von Unternehmen entlang der Wiesenstraße geplant, später könnte das Netz in Richtung Wenigenjena und Tümplingviertel erweitert werden.

Eine von der Dornier Gruppe erstellte Machbarkeitsstudie bescheinigt dem Vorhaben technische, wirtschaftliche und rechtliche Tragfähigkeit. Analysiert wurden unter anderem der Bedarf potenzieller Wärmeabnehmer, die Netzinfrastruktur sowie Genehmigungsfragen. Das nutzbare Wärmepotenzial wird mit rund 120 Gigawattstunden pro Jahr beziffert – genug für den Wärmebedarf von etwa 10 000 Haushalten. Bei einer Präsentation der Ergebnisse am 14. August stieß das Projekt bei der Interessengemeinschaft Jena-Nord auf positive Resonanz.

Der Fahrplan sieht vor, nun in die Entwurfs- und Genehmigungsplanung einzusteigen. In den kommenden Monaten sollen Ausschreibung und Vergabe vorbereitet werden, der Baustart ist für 2028 geplant. Die Inbetriebnahme von ANIKA soll 2030 erfolgen. Stadtentwicklungsdezernent Dirk Lange hob die Verbindung von Klimaschutz, Standortstärkung und sinnvoller Nutzung bestehender Infrastruktur hervor. Projektleiter Jonas Waldhäusl betonte die regionale Verfügbarkeit der Ressource und die damit verbundene Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und volatilen Märkten. Auch Vertreter der lokalen Wirtschaft und Wirtschaftsförderung sehen in dem Projekt einen Beitrag zur Wärmewende und zur Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Jena-Nord.





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