Schönebeck (Elbe)Erster Glasfaseranschluss in Betrieb gegangen

In Schönebeck (Elbe) wurde jetzt der erste Glasfaseranschluss in Betrieb genommen.
(Bildquelle: adobestock)
Der geförderte Glasfaserausbau in Schönebeck (Elbe) im Salzlandkreis hat einen weiteren Meilenstein erreicht: Im Ortsteil Grünewalde wurde gut ein halbes Jahr nach Baubeginn der erste Anschluss in Betrieb genommen. Wie das Ministerium für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt mitteilt, wertete Infrastrukturministerin Lydia Hüskens (FDP) die Inbetriebnahme als planmäßigen Fortschritt der Erschließung.
Nach Angaben des Ministeriums setzt das Land weiterhin konsequent auf den Ausbau von Glasfaserinfrastrukturen. Hüskens zufolge ist Glasfaser langfristig notwendig, um steigende Datenraten zu bewältigen, da die Technologie gegenüber kupferbasierten DSL-Netzen höhere Übertragungsraten, größere Stabilität und mehr Ausfallsicherheit bietet. Damit sollen zugleich Standortvorteile für Unternehmen, eine höhere Lebensqualität für die Bevölkerung sowie bessere digitale Rahmenbedingungen für Anwendungen wie Homeoffice, Streaming und Telemedizin geschaffen werden.
Für das Ausbauprojekt stellen Bund und Land zusammen rund vier Millionen Euro bereit. Etwa 2,4 Millionen Euro stammen aus dem Bundesförderprogramm Gigabit 2.0, was einem Anteil von 60 Prozent entspricht. Den verbleibenden Kofinanzierungsanteil von 40 Prozent in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro übernimmt das Land Sachsen-Anhalt aus dem Corona-Sondervermögen. Ursprünglich waren für das Vorhaben Fördermittel in Höhe von sechs Millionen Euro vorgesehen. Laut Ministerium konnte im Ausschreibungsverfahren durch eine optimierte Projektkonzeption eine deutliche Kostensenkung erzielt werden, sodass die voraussichtlichen Gesamtkosten rund ein Drittel unter dem ursprünglich eingeplanten Fördervolumen liegen.
Umgesetzt wird das Projekt im Rahmen eines Betreibermodells durch die Stadtwerke Schönebeck in Kooperation mit dem Unternehmen MDCC Magdeburg-City-Com. Wie Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) erklärte, wurden in der Kernstadt bereits mehr als 6.000 Wohnungen eigenwirtschaftlich an das Glasfasernetz angeschlossen. Durch die zusätzliche Förderung sollen nun weitere rund 1.000 Haushalte in den ostelbischen Ortsteilen erschlossen werden.
Nach Angaben der Stadtwerke Schönebeck liegt die aktuelle Anschlussquote in den drei beteiligten Ortsteilen Grünewalde, Plötzky und Pretzien bereits bei 72 Prozent. Geschäftsführerin Julia Teige rechnet bis zum Abschluss des Projekts mit einer Quote von deutlich über 80 Prozent. Das Interesse der Haushalte werte man als Hinweis auf den hohen Bedarf an leistungsfähigen Netzen in ländlichen Regionen, in denen die verfügbaren Datenraten bislang vielfach unzureichend seien.
Insgesamt sollen 836 bislang unterversorgte Adressen von dem Ausbau profitieren. Der Abschluss der Bauarbeiten ist für Ende 2026 vorgesehen. Das Infrastrukturministerium betont in diesem Zusammenhang, dass leistungsfähige digitale Netze als wesentlicher Standortfaktor gelten. Ziel sei es, auch außerhalb der Ballungsräume attraktive Lebens- und Wirtschaftsbedingungen zu schaffen und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Landes Sachsen-Anhalt langfristig zu stärken.
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