Stadtwerke TübingenErweiterung des Solarpark-Portfolios
Nur wenige Monate nach dem Kauf eines Solarparks in Aulendorf (wir berichteten) nehmen die Stadtwerke Tübingen (swt) eine weitere Anlage des Wiesbadener Projektierers ABO Wind in Betrieb. Wie die swt mitteilen, gehört mit der drei Hektar großen Solaranlage im rheinland-pfälzischen Wahlheim jetzt auch ein Hybrid-Projekt zum swt-Portfolio. Als Photovoltaik-Speicher-Kombination trage die neu erworbene Anlage maßgeblich zur Versorgungssicherheit und Netzstabilität bei.
Seit Juni 2022 gehöre der Wahlheimer Solarpark deutschlandweit zu den Vorreitern hybrider PV-Anlagen im Megawattbereich. Die Kombination aus Photovoltaik und Batteriespeicher ermögliche nicht nur die Erzeugung von umweltfreundlichem Ökostrom, sondern auch dessen Speicherung. In der Wahlheimer Anlage produzierten die 3.375 Solarmodule rund 1.780 Megawattstunden (MWh) Solarstrom im Jahr – Platz für den zeitweisen Überschuss biete der Batteriespeicher mit einer Kapazität über 710 Kilowattstunden (kWh). Die gespeicherte Reserve sichere die Energieversorgung während sonnenärmeren Zeiten.
Bis zum Jahr 2024 wollten die Stadtwerke Tübingen den Bedarf im Tübinger Stromnetz zu 75 Prozent (das entspreche rund 300.000 MWh) selbst aus eigenen Anlagen der erneuerbaren Energien decken. Seit Inbetriebnahme der neuen Hybrid-Anlage liege der swt-Ausbaupfad bei nun 66 Prozent. Der bemerkenswerte Energieertrag der Wahlheimer Anlage von rund 1.780 Megawattstunden pro Jahr bei einer Leistung von 1.502 Kilowatt peak (kWp) liege unter anderem am Einsatz bifazialer Module: Mithilfe moderner Technik werde das Sonnenlicht sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite in Strom umgewandelt und der Energieertrag damit um drei Prozent gesteigert. Gerade bei Nutzungskonflikten um begrenzte Flächen könne diese Technologie im Rahmen der Energiewende eine wichtige Rolle spielen.
Mit dem regenerativ erzeugten Strom aus der neuen Anlage steige die Eigenerzeugung der Tübinger Stadtwerke auf insgesamt 264 Millionen kWh pro Jahr. Allein mit dem Strom aus dem Solarpark Wahlheim könnten 400 Vier-Personen-Haushalte mit klimafreundlichem Ökostrom versorgt werden.
Basis des Hybrid-Projekts sei die erste Innovationsausschreibung der Bundesnetzagentur – für die Planung und den Bau der Wahlheimer Kombi-Anlage habe die ABO Wind einen Zuschlag eingeholt. Aktuell sehe die Ausschreibungsverordnung ausschließlich die Speicherung des vor Ort produzierten Ökostroms vor – langfristig hofften die swt auf die Erlaubnis, zusätzlich überschüssigen Strom aus dem öffentlichen Netz aufnehmen und zwischenspeichern zu dürfen. Die Fläche entlang der Autobahn A63 im Landkreis Alzey-Worms sei für die Dauer von bis zu 30 Jahren gepachtet. Der neue Solarpark diene damit nicht nur der Kompensation aktuell befürchteter Engpässe, sondern trage auch zur langfristigen Sicherheit der umweltfreundlichen Energieversorgung bei.
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