Dienstag, 2. Juni 2026

Energiepark EmdenH2 von der Küste in den Tank

[04.05.2021] In Ostfriesland entsteht eine regionale Wasserstoffwirtschaft auf Basis von lokal erzeugtem Ökostrom. Das zugrundeliegende Konzept wurde von den Gründungsgesellschaftern der H2NORD präsentiert.
Die Stellvertreter der Gründungsunternehmen Jens Rötteken (Terravent)

Die Stellvertreter der Gründungsunternehmen Jens Rötteken (Terravent), André Steinau (GP JOULE), Tim Kruithoff (Oberbürgermeister Emden), Thomas Ehrlich (SCORE), Claas Mauritz Brons (Brons Gruppe, v.l.n.r.).

(Bildquelle: GP JOULE)

In Ostfriesland entsteht eine regionale Wasserstoffwirtschaft auf Basis von lokal erzeugtem Ökostrom. Keimzelle hierfür ist der Ende 2020 gegründete Energiepark Emden. Dessen Gründungsgesellschafter GP Joule, Terravent und Brons Gruppe haben nun mit H2NORD eine weitere gemeinsame Tochtergesellschaft geschaffen. Wie die Unternehmen mitteilen, soll sie in einer Elektrolyseanlage mit bis zu 50 Megawatt Leistung grünen Wasserstoff erzeugen und diesen zunächst über drei Tankstellen in Ostfriesland vertreiben. Für die Elektrolyse werde ausschließlich regionaler Grünstrom genutzt, unter anderem Solarenergie aus dem Energiepark Emden. Mit der neuen Wasserstoffgesellschaft wollen die Gründer auch weitere Unternehmen zum Mitmachen motivieren. Einen neuen Mitstreiter haben sie bereits gefunden: Tankstellenbetreiber Score habe seinen Beitritt angekündigt. Score beteilige sich nicht nur an der H2NORD, sondern wird den grün produzierten Wasserstoff an geeigneten und bereits vorhandenen eigenen Tankstellenstandorten vertreiben. Nicht am Unternehmen, aber am Projekt sei auch das norwegische Energieunternehmen Statkraft beteiligt. Die geplante Elektrolyseanlage werde an dessen Kraftwerksstandort in Emden stehen und zu jeweils 50 Prozent von Statkraft und H2NORD mit lokalem Wind- und Solarstrom betrieben werden. Mit der erzeugten Wasserstoffmenge könnten rechnerisch 850 Busse sauber durch Ostfriesland fahren.
„Wir glauben an einen dezentralen Ansatz und an regionale Wertschöpfungsketten. Grüne Energie soll dort umgewandelt werden, wo sie entsteht und Abnehmer vorhanden sind. H2NORD ist der Schlüssel, um uns zukunftsfähig aufzustellen“, erklärt der Geschäftsführer von H2NORD, André Steinau (GP Joule). Ab 2023 soll der grüne Wasserstoff in einem Umkreis von etwa 100 Kilometern um Emden verfügbar sein. Zielgruppen sind unter anderem Industrie und Mobilität. Außerdem soll er an öffentlichen Tankstellen für den Schwerlastverkehr, öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), kommunale Abfallfahrzeuge und Pkw erhältlich sein. Die erste Vertriebsstelle wird laut Unternehmensangaben die Tankstelle von Score in Emden (Frisiastraße) sein, Georgsheil und Aurich sollen folgen. Score überprüfe auch seine weitere Tankstellenstandorte in der Region – überall, wo es möglich ist, soll der grüne H2NORD-Wasserstoff in Zukunft angeboten werden.





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