Montag, 6. April 2026

MVV EnergieHohes Tempo bei Investitionen

[19.12.2012] Der Mannheimer Konzern MVV Energie AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ein „zufriedenstellendes Ergebnis“ erzielt. Dies sagte der Sprecher des Vorstands, Georg Müller, auf der diesjährigen Bilanzpressekonferenz. Die eigenen Prognosen wurden leicht übertroffen, der Umsatz stieg in allen Geschäftsfeldern.
MVV-Vorstandssprecher Dr. Georg Müller ist angesichts des schwierigen wirtschaftlichen und politischen Umfelds zufrieden mit dem Geschäftsverlauf.

MVV-Vorstandssprecher Dr. Georg Müller ist angesichts des schwierigen wirtschaftlichen und politischen Umfelds zufrieden mit dem Geschäftsverlauf.

(Bildquelle: MVV Energie AG)

Die MVV Energie AG sieht sich als marktorientierter Vorreiter der Energiewende in Deutschland. Auf der diesjährigen Bilanzpressekonferenz des Mannheimer Energiekonzerns am Dienstag (18.12.2012) in Frankfurt sagte Vorstandssprecher Georg Müller: „Wir werden weiter in den Systemwechsel hin zu erneuerbaren Energien investieren.“ MVV hat bereits vor drei Jahren ein Programm für Investitionen in regenerative Energieerzeugung gestartet. Von den geplanten drei Milliarden Euro seien bereits 1,9 Milliarden Euro investiert oder verplant.

Investitionen in Erneuerbare

Zu den größten Einzelinvestitionen zählen nach Angaben der Unternehmensgruppe der im Frühjahr 2012 in Betrieb genommene größte süddeutsche Windpark in Kirchberg im Hunsrück mit rund 84 Millionen Euro, die Errichtung eines neuen abfallbefeuerten Heizkraftwerks im englischen Plymouth, das 2014 ans Netz gehen soll, mit knapp 250 Millionen Euro sowie der im Bau befindliche Block 9 des Grosskraftwerks Mannheim, bei dem rund 400 Millionen Euro auf MVV Energie entfallen. Auf dem Gelände des Kraftwerks wird der nach MVV-Angaben leistungsstärkste deutsche Fernwärmespeicher gebaut (14876+wir berichteten), der mit einer Investitionssumme von 27 Millionen Euro zu Buche schlägt. Eine Woche vor der Bilanzpressekonferenz hat das Unternehmen den Erwerb von sieben Windparks vom spanischen Energiekonzern Iberdrola mit einer Gesamtleistung von knapp 63 Megawatt bekanntgegeben (14879+wir berichteten). Zudem hat MVV Energie die Baugenehmigung für eine Biomethananlage in Kroppenstedt (Sachsen-Anhalt) erhalten. MVV-Chef Georg Müller: „Mit diesen Investitionen nutzen wir die Chancen des energiewirtschaftlichen Paradigmenwechsels und halten unser Tempo weiter hoch.“

Schwieriges Umfeld

Angesichts des schwierigen wirtschaftlichen und politischen Umfelds, in dem viele Energieunternehmen mit Umsatz- und Ergebnisrückgängen zu kämpfen hätten, zeigte sich Müller zufrieden mit dem Verlauf des Geschäftsjahres 2011/2012. Der Umsatz sei um acht Prozent auf fast 3,9 Milliarden Euro gestiegen, damit sei der höchste Umsatz in der Unternehmensgeschichte erwirtschaftet worden. Müller betonte, dass in allen Geschäftsfelder Umsatzsteigerungen erzielt worden seien: „Wir sind wettbewerbsfähig in den Märkten, in denen wir tätig sind, das ist ein gutes Ergebnis.“ Beim bereinigten operativen Ergebnis (Adjusted EBIT) konnte die Unternehmensgruppe nach Angaben von Müller mit 223 Millionen Euro die eigene Prognose von 220 Millionen Euro sogar leicht übertreffen. Gegenüber dem Vorjahr mit 242 Millionen Euro bedeute dies einen erwarteten Rückgang um acht Prozent. Wie Müller weiter erläuterte, lag das Vorsteuerergebnis (Adjusted EBT) im Geschäftsjahr 2011/12 bei 151 Millionen Euro und damit 28 Millionen Euro niedriger als im Vorjahr. Nach Abzug der bereinigten Ertragsteuern und der Ergebnisanteile anderer Gesellschafter in Beteiligungsunternehmen ergebe sich ein bereinigter Jahresüberschuss von 80 Millionen Euro. Fast 60 Millionen Euro will das Unternehmen an die Anteilseigner ausschütten. Wie im Vorjahr soll eine Dividende von 90 Cent je Aktie bezahlt werden. Im März kommenden Jahres wird die Hauptversammlung darüber entscheiden.

Langfristige Strategie

MVV Energie verfolge eine langfristige Wachstumsstrategie und wolle auch im Jahr 2020 zu den führenden Energieunternehmen in Deutschland gehören, so Georg Müller. Der MVV-Vorstand sei überzeugt, dass erneuerbare Energien „Schritt für Schritt die Leitfunktion im neuen Energiesystem übernehmen“. Parallel würden jedoch noch viele Jahre flexible, konventionelle Erzeugungskapazitäten und Reservekraftwerke in Verbindung mit der energieeffizienten Kraft-Wärme-Kopplung, benötigt, um die schwankende Erzeugung aus Wind- und Sonnenkraft auszugleichen. Von der Politik forderte Müller ein Gesamtkonzept und ein gutes Projekt-Management. Nur so könne der Umbau des Energiesystems zielgerichtet und nachhaltig gestalten werden.

Alexander Schaeff




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