Samstag, 31. Januar 2026

WiesbadenKlimaplan verabschiedet

[08.05.2025] Wiesbaden will bis 2045 klimaneutral werden – der Magistrat hat dafür einen umfassenden Klimaplan verabschiedet. 73 konkrete Maßnahmen sollen die Emissionen der Stadt deutlich senken und den Weg zur nachhaltigen Transformation ebnen.

Bürgermeisterin Christiane Hinninger und Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende präsentieren den KLIMA_PLAN.

(Bildquelle: Stadt Wiesbaden)

Mit dem Ziel, bis zum Jahr 2045 Klimaneutralität zu erreichen, hat der Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden jetzt den so geschriebenen KLIMA_PLAN beschlossen. Wie die Stadt mitteilt, bildet der Plan die strategische Grundlage für das städtische Handeln im Klimaschutz und soll am 22. Mai der Stadtverordnetenversammlung zur Abstimmung vorgelegt werden.

Der KLIMA_PLAN basiert auf einer detaillierten Analyse der CO₂-Emissionen Wiesbadens und benennt 73 priorisierte Maßnahmen in vier zentralen Handlungsfeldern. Die jährliche Emission von derzeit rund 2,57 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten (Stand 2020) soll durch deren Umsetzung bis 2045 nahezu vollständig reduziert werden. Dabei ist die Energie- und Wärmeversorgung ein zentrales Thema: Fossile Energieträger sollen schrittweise durch erneuerbare Quellen ersetzt werden. Grundlage hierfür ist die Fortschreibung und konsequente Umsetzung der städtischen Wärmeplanung.

Raum für neue Mobilitätsformen

Im Bereich Mobilität sieht der Plan die Elektrifizierung der Busflotte der ESWE Verkehr vor. Ergänzt werden soll dies durch den Bau eines zweiten Betriebshofs zur Unterstützung emissionsfreier Mobilitätsangebote. Auch die Entwicklung der Stadtteile steht im Fokus: Ein aktives Flächenmanagement soll Raum für neue Mobilitätsformen, grüne Infrastrukturen und die Nutzung erneuerbarer Energien schaffen. Die Stadtverwaltung selbst will mit gutem Beispiel vorangehen – insbesondere durch die energetische Sanierung ihrer eigenen Gebäude zur Senkung des Energieverbrauchs und der Emissionen.

„Die Verwaltung ist bereit“, erklärt Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Christiane Hinninger (Bündnis 90/Die Grünen). Die Maßnahmen seien ämterübergreifend abgestimmt, Verantwortlichkeiten klar geregelt. Gleichzeitig betont sie, dass die Transformation ohne erhebliche finanzielle Unterstützung von Land, Bund und EU kaum zu leisten sei. Insbesondere bei der Gebäudesanierung, dem Nahverkehr, dem Ausbau der Fernwärme und der Entwicklung klimafreundlicher Quartiere seien Fördermittel notwendig.

Nur gemeinsam zur Transformation

Nach Einschätzung externer Gutachter belaufen sich die gesamtstädtischen Kosten für den Weg zur Klimaneutralität auf rund 10,6 Milliarden Euro. Diese Summe umfasst sowohl städtische Maßnahmen als auch Investitionen privater Haushalte, von Gewerbe, Industrie und zur Umgestaltung der Energieinfrastruktur.

Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) sieht den KLIMA_PLAN als wichtigen Schritt zur Zukunftsfähigkeit der Stadt. Doch der Weg dorthin sei nicht allein durch die Verwaltung zu bewältigen: „Nur gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und der Wirtschaft gelingt die sozial gerechte und wirtschaftlich tragfähige Transformation.“





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