OECD-StudieKlimaschutz bringt Wachstumsschub

Zentrales Ergebnis der OECD-Studie: Klimaschutz schafft wirtschaftliches Wachstum.
(Bildquelle: OECD)
Das zentrale Ergebnis einer neuen OECD-Studie mit dem Titel Investieren in Klimaschutz, investieren in Wachstum lautet: Investitionen in Klimaschutz fördern wirtschaftliches Wachstum, unterlassener Klimaschutz führt zu Wachstumseinbußen. Die vom Bundesumweltministerium unterstützte Studie wurde im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft erstellt und beim Petersberger Klimadialog (22. – 23. Mai 2017, Berlin) vorgestellt. Laut dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit zeige die Studie, dass sich eine struktur- und fiskalpolitisch unterfütterte Klimaschutzpolitik positiv auf die volkswirtschaftliche Leistung aller G20-Staaten auswirkt. Bundesumweltministerin Barabara Hendricks (SPD) sagte: „Wenn sie schnell und gut gemacht ist, bringt Klimapolitik auch wirtschaftliche Gewinne – und zwar für alle. Das ist unsere Botschaft an die G20.“
Kommende zehn bis 15 Jahre sind Schlüsselzeitraum
Um Wachstumseinbußen zu vermeiden, müssten Treibhausgasminderungen unverzüglich erfolgen, heißt es in der Studie. Die kommenden zehn bis 15 Jahre seien dafür der Schlüsselzeitraum. In dieser Periode würden die Weichen für den Neu- und Umbau öffentlicher wie privater Infrastrukturen gestellt. Auch ohne Klimaschutz seien dafür bis 2030 rund 95 Billionen US-Dollar erforderlich, 6,3 Billionen US-Dollar pro Jahr. Ein Ausrichten der Planungen auf die Pariser Klimaziele erfordere zwar pro Jahr etwa 0,6 Billionen US-Dollar mehr an Investitionen – diese würden jedoch allein
durch daraus resultierende Treibstoffeinsparungen von etwa 1,7 Billionen US-Dollar pro Jahr kompensiert werden, so die Berechnungen der OECD. Hendricks: „Wir müssen die Infrastruktur weltweit sowieso ausbauen oder
erneuern. Jetzt kommt es darauf an, das im Einklang mit den Pariser
Klimazielen zu tun. Neue Kohlekraftwerke dürften sich zum Beispiel als
falsche Investitionsentscheidung erweisen.“
Die Studie unterstreicht zudem, wie wichtig langfristige Klimaschutzpläne und ein Zusammenwirken verschiedener Politikbereiche für einen ambitionierten Klimaschutz sind.
Wer beim Klimaschutz trödelt, schafft wirtschaftliches Chaos
Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch bringt ihr Fazit zu der Studie derweil auf folgende Formel: „Wer beim Klimaschutz trödelt, schafft wirtschaftliches Chaos.“ Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch, sagt: „Aus dieser Studie muss die nächste Bundesregierung Konsequenzen ziehen. Sie muss so schnell wie möglich einen nationalen Mindestpreis auf CO2-Emissionen einführen.“ Ohne die richtigen Preissignale werde Deutschland hingegen wirtschaftliche Chancen verpassen. Zwar lobte Bals, dass die Bundeskanzlerin beim Petersberger Klimadialog für Fortschritte im internationalen Klimaschutz geworben habe, kritisiert aber zugleich: „Aber auf internationaler Ebene die Klimapolitik voranzubringen und zu Hause die Wende zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas zu verschlafen – das passt auf Dauer nicht zusammen.“ Auch im Entwurf für das SPD-Wahlprogramm werde ein CO2-Mindestpreis viel zu zaghaft gefordert. Die Studie setze außerdem ein wichtiges internationales Signal in Richtung USA. Bals: „Wenn die US-Regierung unter Präsident Trump aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen sollte, schadet sie einerseits der amerikanischen Wirtschaft und andererseits allen, die vom Klimawandel betroffen sind.“
Bitkom: Besserer Schutz von Stromnetzen gefordert
[10.09.2026] Angesichts mutmaßlicher Sabotageversuche auf die Strominfrastruktur fordert der Digitalverband Bitkom einen stärkeren Schutz des Energiesystems. Neben physischen Angriffen müssten dabei auch Cyber-Attacken stärker berücksichtigt werden. mehr...
BDEW: Besserer Schutz für Kritische Infrastrukturen
[08.09.2026] Der BDEW dringt auf bessere Rahmenbedingungen für den Schutz der Energieversorgung. Der Verband fordert unter anderem weniger öffentlich zugängliche Infrastrukturdaten, eine wirksamere Drohnenabwehr und einen staatlich finanzierten Resilienzfonds. mehr...
Energiewende-Digitalisierungs-Allianz: Gesetzentwurf soll Netzbetreiber stärker in die Pflicht nehmen
[08.09.2026] Eine Allianz aus 17 Energieunternehmen fordert bundesweit einheitliche und digitale Verfahren für Netzanschlüsse und Netzbetrieb. Ein eigener Gesetzentwurf sieht 30 Maßnahmen vor – darunter finanzielle Ansprüche von Netznutzern, wenn Verteilnetzbetreiber gesetzliche Standards nicht einhalten. mehr...
Sachsen-Anhalt: Energiebranche mahnt Kontinuität an
[08.09.2026] Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt warnen Verbände und Unternehmen vor einem Bruch in der Energiepolitik. BEE, BWE und LichtBlick verweisen auf die wirtschaftliche Bedeutung der erneuerbaren Energien und fordern verlässliche Rahmenbedingungen für weitere Investitionen. mehr...
BDEW/VKU: Stellungnahme zum Brandanschlag
[02.09.2026] Nach dem Angriff auf ein Umspannwerk in Turnow-Preilack haben sich BDEW und VKU zum Schutz Kritischer Energie-Infrastruktur geäußert. Beide Verbände fordern Konsequenzen, unterscheiden sich aber in der Frage, welche Rolle Staat und Betreiber beim Schutz der Stromnetze übernehmen sollen. mehr...
Bundesregierung: Eckpunkte für ein Wärmenetzpaket beschlossen
[28.08.2026] Die Bundesregierung hat Eckpunkte für ein neues Wärmenetzpaket beschlossen. Der geplante Rechtsrahmen soll Investitionen erleichtern und zugleich Preise sowie Verbraucherrechte neu regeln. mehr...
RWE/Amprion: Stromanbieter kritisieren geplante Übernahme
[19.08.2026] Die geplante Übernahme von Amprion durch RWE stößt bei vier Ökostromanbietern auf Kritik. Sie fordern von der Bundesnetzagentur eine neue Prüfung, weil sie Risiken für Wettbewerb, Netzunabhängigkeit und den Zugang zu Flexibilitätsmärkten sehen. mehr...
Windenergie-auf-See-Gesetz: VKU fordert Ausbau mit Augenmaß
[19.08.2026] Der VKU fordert für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie mehr Wettbewerb und eine stärkere Orientierung am tatsächlichen Stromertrag. Zur Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes schlägt der Verband unter anderem ein niedrigeres Ausbauziel und kleinere Ausschreibungsflächen vor. mehr...
Interview: Schocks absorbieren
[10.08.2026] Die Energiebranche fordert klare Regeln für den Schutz Kritischer Infrastrukturen. stadt+werk sprach mit Kerstin Andreae, BDEW, und Ingbert Liebing, VKU, über die Bedrohungslage und mögliche Wege zu höherer Sicherheit. mehr...
Verband Region Stuttgart: Ausbau der Stromnetze beschleunigen
[06.08.2026] Der Verband Region Stuttgart und zahlreiche Partner wollen den Ausbau der Stromnetze in der Region beschleunigen. Eine gemeinsame Absichtserklärung soll Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfachen und die Zusammenarbeit von Kommunen, Netzbetreibern und Stadtwerken stärken. mehr...
Bundesregierung: StromVKG verabschiedet
[04.08.2026] Das neue Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz schafft den Rahmen für zusätzliche flexible Stromkapazitäten. Es soll die Versorgung auch bei wachsendem Anteil erneuerbarer Energien und dem Kohleausstieg absichern. mehr...
EEG-Novelle/Netzanschlusspaket: Stellungnahmen zu Reformschritten
[29.07.2026] Das Bundeskabinett hat heute die Entwürfe für die EEG-Novelle und das Netzanschlusspaket beschlossen. Energieverbände begrüßen den Reformkurs, verlangen im parlamentarischen Verfahren aber an zentralen Punkten Änderungen. mehr...
Thüringen: Energie-Anlagen schneller genehmigen
[28.07.2026] Thüringen will Genehmigungsverfahren für Industrie- und Energie-Anlagen weiter beschleunigen. Neue Vorgaben und organisatorische Maßnahmen sollen Investitionen sowie den Ausbau der Energie-Infrastruktur erleichtern, ohne den Umweltschutz zu schwächen. mehr...
Politik: Stellungnahmen zur EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket
[24.07.2026] Die Referentenentwürfe zur EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket stoßen bei Ländern und Verbänden auf ein geteiltes Echo. Während einige Akteure Nachbesserungen verlangen, sehen andere wichtige Fortschritte – fordern aber mehr Zeit und einen strukturierten Dialog vor dem Kabinettsbeschluss. mehr...
Sokratherm: Politische Entscheidungen verbessern Bedingungen für KWK
[22.07.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz und ein EuGH-Urteil stärken die Rahmenbedingungen für Kraft-Wärme-Kopplung. Beide Entscheidungen könnten den Einsatz von Blockheizkraftwerken erleichtern und die anstehende Reform des KWK-Gesetzes beeinflussen. mehr...













