Montag, 13. Juli 2026

ednaKamingespräch zur Regulierung der Energiewende

[26.11.2025] Beim 11. edna-Kamingespräch wurde deutlich, dass Regulierung für die Energiewende unverzichtbar ist, sie ihren Fortschritt jedoch spürbar erschwert. Mehrere Fachleute mahnten vereinfachte Prozesse, klarere Zuständigkeiten und realistischere technische Rahmenbedingungen an.

Beim 11. edna-Kamingespräch ging es um das Für und Wider von Regulierung.

v.l.: Bernd Mildelbrath, Schleupen; Dr. Ralf Walther, Energy Market Lead bei der Tibber Deutschland GmbH; Sebastian Limburg, Bereichsleiter Energiewirtschaft bei NRW.Energy4Climate; Prof. Dr. Marc Oliver Bettzüge vom Energiewirtschaftlichen Institut an der Universität zu Köln gGmbH (EWI); Michael Ramczykowski, Kompetenzcenterleiter Beschaffung/Handel bei der NEW Niederrhein Energie und Wasser GmbH.; Dr. Carmen Schneider, Partner bei der FPS Rechtsanwaltsgesellschaft mbH & Co. KG

(Bildquelle: 2025 Uwe Pagel, Press'n'Relations GmbH)

Regulatorische Hürden bleiben ein zentrales Problem der Energiewende, wie aus der Presseinformation zum 11. edna-Kamingespräch hervorgeht. Unter der Moderation von Bernd Mildebrath von Schleupen diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Energiewirtschaft, Recht und Technik in Hückelhoven zwei Stunden lang über die Frage, wie viel Regulierung nötig und wie viel hinderlich ist.

Carmen Schneider von der FPS Rechtsanwaltsgesellschaft wies der Mitteilung zufolge darauf hin, dass die stetig wachsende Komplexität des Rechtsrahmens den Umbau des Energiesystems erschwere. Die Gesetzgebung habe stark zugelegt, teils mit großer Eile. Das führe zu Widersprüchen zwischen Normen und Paragrafen und zu Lücken, die in der Praxis belasten. Ralf Walther von Tibber Deutschland ergänzte, andere Länder gingen wesentlich unkomplizierter vor. Er brachte seine Kritik mit dem Vergleich auf den Punkt, man baue „ein Fort Knox bis zum Smart-Meter-Gateway“, während beim Kunden ab der LAN-Box die Terassentür offenstehe. Sicherheit sei nötig, müsse sich aber in ein verhältnismäßiges Gesamtkonzept einfügen.

Eine fehlende steuernde Instanz für das „Bauprojekt Energiewende“ thematisierte Professor Marc Oliver Bettzüge vom Energiewirtschaftlichen Institut an der Universität zu Köln. Die Netzbetreiber sollten nach seiner Einschätzung mehr Gestaltungsspielraum erhalten, damit der Neubau von Infrastruktur an den jeweils sinnvollsten Stellen im System stattfinde. Der Blick auf dynamische Großhandelspreise greife zu kurz, da unterhalb dieser Ebene Engpässe zunähmen, besonders in den Verteilnetzen.

Für mehr direkten Austausch warb Michael Ramczykowski von NEW Niederrhein Energie und Wasser. Während der Energiekrisen habe das gemeinsame Gespräch gut funktioniert, heute fehle in vielen Diskussionen wieder der Praxisbezug. Zudem sei es schwierig, mit einer bundesweit einheitlichen Strompreiszone regionale Signale zu setzen; dezentrales Denken werde notwendiger.

Einen ähnlichen Akzent setzte Sebastian Limburg von NRW.Energy4Climate. Viele kleinere Aufgaben seien jahrelang liegen geblieben und wüchsen nun zu größeren Problemen heran. Als Beispiel nannte er Verteilnetze, deren Zustand manchen Betreibern kaum bekannt sei. Wenn die Elektrifizierung tatsächlich Fahrt aufnehme, komme das für einige unerwartet.

Richard Plum, Geschäftsführer des edna Bundesverbands Energiemarkt & Kommunikation, hob abschließend die Bedeutung des Dialogs hervor. Regulierung sei weder grundsätzlich zu verwerfen noch als Selbstzweck zu behandeln. Entscheidend sei, sie im Sinne aller Marktteilnehmer weiterzuentwickeln, damit technische Umsetzung und Alltagstauglichkeit gewährleistet bleiben.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama

EuGH-Urteil: KWKG-Förderung keine staatliche Beihilfe

[09.07.2026] Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass die Förderung nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz keine staatliche Beihilfe im Sinne des EU-Rechts ist. Damit scheiterte die Europäische Kommission mit ihrem Rechtsmittel gegen ein Urteil des Gerichts der Europäischen Union. mehr...

Luftaufnahme eines Energie- und Kompostwerks in Saerbeck. Zu sehen sind mehrere Hallen, eine Biogasanlage mit technischen Anlagen und Rohrleitungen, Lagerflächen sowie ein Biomassebereich. Im Hintergrund erstrecken sich Felder und Waldflächen, daneben steht eine Windenergieanlage.

Saerbeck: Energie aus dem Kompostwerk

[09.07.2026] Die Entsorgungsgesellschaft Steinfurt (EGST) hat in Saerbeck einen neuen Energieverbund offiziell eingeweiht. Nach Angaben des Unternehmens verbindet die Anlage Biomasseheizkraftwerk, Biomethan-Aufbereitung und Klärschlammtrocknung. mehr...

STADTWERKE AWARD: Das sind die sechs Finalisten

[02.07.2026] Sechs Projekte aus Digitalisierung, Quartiersentwicklung und erneuerbaren Energien stehen im Finale des STADTWERKE AWARD 2026. Die Auswahl aus 35 Bewerbungen zeigt, welche Lösungen die kommunale Energiewirtschaft derzeit für die Transformation von Energieversorgung und Infrastruktur entwickelt. mehr...

Bitkom-Umfrage: Wachsende Sorge um Stromnetz

[02.07.2026] 74 Prozent der Haushalte halten das deutsche Stromnetz für anfällig gegenüber Sabotage, 71 Prozent sehen Risiken durch Cyber-Angriffe. Eine Bitkom-Umfrage zeigt zugleich, dass die Bevölkerung mehr Tempo bei der Energiewende und einen schnelleren Ausbau digitaler Energietechnik fordert. mehr...

AEE: Europäisches Vernetzungsprojekt zu Resilienz gestartet

[01.07.2026] Die Agentur für Erneuerbare Energien hat das europäische Vernetzungsprojekt PeerConnect Resilienz gestartet. Es soll Kommunen beim Austausch über Krisenvorsorge und Energiewende zusammenbringen und den Aufbau widerstandsfähiger Versorgungsstrukturen unterstützen. mehr...

Blick in eine helle Versuchshalle mit einem technisch komplexen Einzylinder-Teststand. Im Zentrum steht eine großformatige Forschungsanlage aus Metall mit zahlreichen Rohrleitungen, Ventilen, Messinstrumenten und Steuerungseinheiten. Die Anlage ist von weiterer Labor- und Prüftechnik umgeben und dient der Untersuchung motorischer Verbrennungsprozesse von Wasserstoff und Ammoniak am WTZ Roßlau.

Everllence: Forschungsprojekt HydroMonia

[24.06.2026] Gemeinsam mit Industrie- und Forschungspartnern hat Everllence das Forschungsprojekt HydroMonia gestartet. Ziel ist die Entwicklung von Kraftwerkskonzepten mit gasbetriebenen Viertakt-Motoren, die mit Ammoniak oder Wasserstoff betrieben werden. mehr...

Destatis: Erneuerbare Energien decken mehr als die Hälfte des Strombedarfs

[16.06.2026] Erneuerbare Energien haben im ersten Quartal 2026 erstmals seit Langem wieder mehr als die Hälfte der deutschen Stromerzeugung gestellt. Gleichzeitig wurde Deutschland dank deutlich gestiegener Exporte und sinkender Importe erneut zum Nettoexporteur von Strom. mehr...

Bürgerwerke: 150 Energiegenossenschaften unter einem Dach

[09.06.2026] Das Netzwerk Bürgerwerke vereint erstmals 150 Energiegenossenschaften unter ihrem Dach. Mit dem Beitritt von Bürger Energie Kassel & Söhre wächst das Netzwerk weiter und stärkt die Zusammenarbeit für die Energiewende in Bürgerhand. mehr...

enercity: Virtuelles Kraftwerk mit Kraken

[08.06.2026] enercity und der Technologieanbieter Kraken wollen gemeinsam ein virtuelles Kraftwerk aufbauen. Dezentrale Energieanlagen sollen digital vernetzt und flexibler an den Energiemärkten eingesetzt werden. mehr...

Münster: Mieterstrom startet für weitere Haushalte

[05.06.2026] Im York-Quartier in Münster können weitere Mieterinnen und Mieter künftig Strom aus Photovoltaikanlagen auf den Dächern ihrer Wohngebäude beziehen. mehr...

Berlin: Innovatives Energiekonzept für Büroturm

[04.06.2026] In Berlin-Schöneberg entsteht mit dem Bürohochhaus „The Friedenauer“ ein Gebäude, das Wärme und Kälte vollständig aus erneuerbaren Quellen beziehen soll. Das Energiekonzept basiert auf Abwasserwärme, Wärmepumpen und Photovoltaik. mehr...

Große Solarthermieanlage mit Reihen von Parabolrinnenkollektoren auf einer grünen Fläche. Im Hintergrund stehen mehrere Windräder vor einer bewaldeten Landschaft unter bewölktem Himmel.

Bundesprojekt: Unterstützung für Kommunen

[21.05.2026] Mehrere Landesenergieagenturen entwickeln im Projekt BEEKOMM neue Unterstützungsangebote für Städte, Gemeinden und Landkreise. Nach Angaben der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg fördert das Bundesumweltministerium das Vorhaben mit rund 13,4 Millionen Euro. mehr...

„Unterirdischer Einbau eines rechteckigen Kabelschachts in einer Baugrube. Der graue Kunststoffschacht mit Metallabdeckung wird in sandigem Erdreich installiert, während im Hintergrund ein Bagger zu sehen ist.“

Langmatz: Neue Kabelschachtlinie vorgestellt

[13.05.2026] Der Hersteller Langmatz erweitert sein Angebot um die Kabelschachtlinie XeBo. Das System soll nach Angaben des Unternehmens vor allem den Einbau von Daten- und Energieinfrastruktur vereinfachen. mehr...

Blick über ein rechteckiges Becken der Kläranlage der Verbandsgemeindewerke Vordereifel mit ruhiger Wasseroberfläche. Daneben verläuft ein weiteres leeres Betonbecken mit technischen Schienen und Räumvorrichtungen. Im Vordergrund befinden sich Metallgitterstege und Geländer, rechts ein Zaun mit integrierten Solarmodulen. Im Hintergrund stehen mehrere schwarze Behälter sowie kahle Bäume unter blauem Himmel.

Rheinland-Pfalz: Kläranlagen erzeugen eigenen Strom

[22.04.2026] Kläranlagen zählen zu den größten Stromverbrauchern kommunaler Betriebe. Zugleich bauen viele Kommunen nach Angaben der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz ihre Anlagen zu eigenen Energieproduzenten aus. Beispiele aus der Vordereifel, Schweich und Zweibrücken zeigen, wie Photovoltaik und Speichertechnik Energiekosten senken können. mehr...

Vier Personen sitzen bei einer Podiumsdiskussion in einem Veranstaltungsraum. Eine Person spricht mit Mikrofon, daneben hört eine Moderatorin zu. Auf großen Bildschirmen sind Informationen zu einem Solarparkprojekt zu sehen, darunter „51,8 GWh jährliche Stromerzeugung“ und „14.000 Haushalte jährlich mit Strom versorgt“. Im Hintergrund fotografiert eine Person die Runde.

Greenovative: Dialog zur Energiewende

[16.04.2026] Das Unternehmen Greenovative hat in Nürnberg eine Veranstaltung zur Energiewende organisiert. Dabei diskutierten rund 100 Teilnehmende über Versorgungssicherheit, Speichertechnik und Entwicklungen am Strommarkt. mehr...