Montag, 16. März 2026

FinanzierungRevolvierendes System

[28.01.2016] Die Einführung intelligenter Messsysteme kostet viel Geld. Zur Finanzierung hat der Messdienstleister co.met mit der Deutschen Leasing ein branchengerechtes Modell entwickelt.
Ein Finanzierungsmodell zur Einführung intelligenter Messsysteme haben co.met und die Deutsche Leasing entwickelt.

Ein Finanzierungsmodell zur Einführung intelligenter Messsysteme haben co.met und die Deutsche Leasing entwickelt.

(Bildquelle: PEAK Agentur für Kommunikation)

Im Schatten der vielen Herausforderungen beim Roll-out intelligenter Messsysteme wurde bisher kaum konkret über die Finanzierung gesprochen. Die Frage lautet: Wie lässt sich die Einführung intelligenter Messsysteme und moderner Zähler für die Messstellenbetreiber und Messdienstleister kaufmännisch seriös bewältigen? Klar ist, dass erhebliche Investitionen zu tätigen sind, für:
• Beratung, um sich strategisch, kaufmännisch und IT-seitig optimal aufzustellen,
• Anschaffung und Implementierung von Hardware, sprich Messgeräte, Smart Meter Gateways, Schaltboxen oder Kommunikationsinfrastruktur,
• Software und Systemintegration etwa mit den Back-End-Systemen,
• Zertifizierung und Mitarbeiterschulungen,
• den Ersatz untauglicher Zählerschränke.
Klar ist auch: All dies muss vorfinanziert werden, und zwar nicht nur einmal, sondern im Fall der Hardware jährlich immer wieder im Verlauf des Roll-outs bis zum Jahr 2032. Hinzu kommt, dass sich die Höhe des Finanzbedarfs – das gilt zumindest für die Startphase – vorab nicht exakt beziffern lässt.
Für Peter Backes, Chef des Saarbrücker Messdienstleisters co.met, stand von vornherein fest, dass klassische Bankkredite hier nicht in Frage kommen würden. Er sagt: „Unsere Branche benötigt ein Finanzierungsmodell, dessen Mechanismen sich an den spezifischen Erfordernissen orientieren und bedarfsgerecht für Liquidität sorgen.“

Leasing oder Mietkauf

Das Prinzip dieses Modells: Beginnend im Jahr 2017 werden alle Kosten, die zur Erfüllung der skizzierten Aufgaben anfallen, vom Finanzdienstleister Deutsche Leasing übernommen. Diese Vorfinanzierungsphase erstreckt sich über zwölf Monate und ist für den Messstellenbetreiber kostenneutral, es werden also zunächst keine Leasing-Raten fällig. Erst im Jahr 2018, wenn mit den installierten Messsystemen Erlöse erzielt werden, beginnt der Geldrückfluss. Die Laufzeit des Kontraktes ist analog zur Eichzeit der Messgeräte auf acht Jahre beschränkt. Parallel beginnt die Vorfinanzierungsphase für 2018, das zweite Roll-out-Jahr – und so fort. „Mit diesem revolvierenden System wird der Messstellenbetreiber in die Lage versetzt, seine Investitionen über den gesamten Roll-out bedarfsgerecht durchzuführen, ohne eigene Geldmittel in Anspruch nehmen zu müssen“, erläutert Clemens Rösler von der Deutschen Leasing. Für co.met-Chef Peter Backes ist dies ein zentraler Vorteil: „Finanzmittel, die bei einer Binnenfinanzierung dem operativen Betrieb entzogen würden, können sinnvoll für andere Aufgaben verwendet werden.“ Das Finanzierungsmodell lässt die Wahl zwischen einer Leasing- und einer Mietkauf-Variante. Beim Mietkauf gehen die Messsysteme nach Ablauf des Finanzierungszeitraums automatisch in den Besitz des Messstellenbetreibers über. Beim Leasing verbleibt das Leasing-Objekt während der Vertragslaufzeit in der Bilanz des Leasing-Gebers. Das Unternehmen co.met, grundzuständiger Messstellenbetreiber in Saarbrücken und für bundesweit rund 350 Unternehmen als externer Messdienstleister tätig, rundet mit dem Finanzierungsmodul das Leistungsportfolio ab. Im eigenen Rechenzentrum betreibt das Unternehmen die Systemplattform Smart Energy Network. Laut Anbieter unterstützt die cloudbasierte Komplettlösung sämtliche Prozesse des Roll-outs und Betriebs intelligenter Messsysteme.

Gerhard Großjohann ist freier Journalist in Steinhagen.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Netze | Smart Grid

Stadtwerke Konstanz: Installation von Transformator

[10.03.2026] Die Stadtwerke Konstanz haben im Umspannwerk Weiherhof einen neuen 40-MVA-Transformator installiert. Der Ausbau reagiert auf den stark steigenden Strombedarf durch Wärmepumpen, Elektromobilität und neue Baugebiete und ist Teil einer langfristigen Netzstrategie. mehr...

Smight: Lösung integriert Kurzschlussanzeiger

[09.03.2026] Das Smight Grid2 Gateway Plus bindet erstmals Kurzschlussanzeiger aus der Mittelspannung direkt in eine Lösung zur Netzüberwachung ein. Verteilnetzbetreiber können damit Störungen schneller lokalisieren und erhalten gleichzeitig zusätzliche Transparenz über die Niederspannung. mehr...

Ostsee: Hybrider Strom-Interkonnektor geplant

[24.02.2026] Deutschland, Lettland und Litauen planen mit dem Baltic-German PowerLink einen hybriden Strom-Interkonnektor durch die Ostsee. Das rund 600 Kilometer lange Seekabel soll Offshore-Windparks anbinden und die Märkte enger koppeln – nun starten die Netzbetreiber die Detailplanung. mehr...

Mitnetz Strom: Zahl der Netzeingriffe gesunken

[17.02.2026] Der Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom hat 2025 erneut weniger Einspeisemanagement-Eingriffe verzeichnet – trotz neuer Rekorde bei erneuerbaren Energien. Grund sind umfangreiche Netzinvestitionen, doch weiter steigende EEG-Leistungen und politische Rahmenbedingungen bleiben entscheidend. mehr...

bericht

Balzhausen: Pilot für die Einspeise­steckdose

[09.02.2026] Die Einspeisesteckdose stellt übliche Ausschreibungsverfahren für erneuerbare Energien auf den Kopf. LEW Verteilnetz hat dieses Verfahren jetzt in seinem Netzgebiet im Rahmen eines Pilotprojekts in Balzhausen erprobt. mehr...

enercity Netz: Digitaler Zwilling von Niederspannungsnetz in Betrieb

[09.02.2026] enercity Netz hat einen Digitalen Zwilling für das Niederspannungsnetz in Betrieb genommen. Das virtuelle Echtzeitmodell soll die Netzführung in Hannover präziser machen und bereitet den Weg für automatisierte Steuerung, schnellere Entstörung und neue Planungsprozesse. mehr...

Westfalen Weser Netz: Niederspannungsleitsystem mit CLS-Management gekoppelt

[09.02.2026] Westfalen Weser Netz koppelt erstmals ein Niederspannungsleitsystem direkt mit dem CLS-Management. Der gestartete Pilotbetrieb zeigt, wie sich Netzzustände automatisiert steuern lassen und welche Rolle das für §14a EnWG spielt. mehr...

Hochspannungsmast mit mehreren Stromleitungen vor blauem Himmel mit Wolken.

Netzanschlüsse: Reifegrad statt Windhundprinzip

[06.02.2026] Die Übertragungsnetzbetreiber ändern das Verfahren für Netzanschlüsse grundlegend. Künftig ist nicht mehr die Schnelligkeit eines Antrags entscheidend, sondern dessen Umsetzbarkeit. Das Ziel besteht darin, einen transparenten und planbaren Prozess zu etablieren. mehr...

Hertener Stadtwerke: Stabiles Stromnetz

[05.02.2026] Das Stromnetz in Herten hat 2024 erneut eine sehr hohe Zuverlässigkeit erreicht. Mit einem SAIDI-Wert von rund 1,84 Minuten pro Haushalt liegt die Ausfallzeit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. mehr...

BDEW: Milliardeninvestitionen in den Netzausbau gefordert

[02.02.2026] Neue Regionalszenarien der Stromverteilnetzbetreiber zeigen einen drastisch steigenden Bedarf an Netzanschlüssen bis 2045. Der BDEW fordert deshalb Milliardeninvestitionen in den Netzausbau und bessere regulatorische Rahmenbedingungen, um privates Kapital zu mobilisieren. mehr...

Hessen: Projektstart von SGLive

[26.01.2026] Mit dem Projekt SGLive startet in Hessen ein dreijähriges Vorhaben zur Digitalisierung der Verteilnetze und zur Stärkung der Resilienz des Energiesystems. Die Hochschule Darmstadt, das Ingenieurbüro Pfeffer und die Denkfabrik House of Energy arbeiten dabei mit rund einer Million Euro EU-Kofinanzierung an Smart-Grid-Technologien und IT-Sicherheitskonzepten. mehr...

Hamburger Energienetze: eRound bündelt drei digitale Lösungen

[05.12.2025] Die Hamburger Energienetze bündeln unter der Marke eRound drei digitale Lösungen für Lade-Infrastruktur, Verteilnetze und Smart-City-Anwendungen. Ziel ist eine effizientere Steuerung der Energiewende und ein transparenter Blick auf den Zustand kritischer Infrastruktur. mehr...

TransnetBW: Gesetz zur Strompreis-Senkung verabschiedet

[04.12.2025] Ein staatlicher Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro soll 2026 die Netzentgelte und damit die Strompreise für Verbraucherinnen und Verbraucher spürbar dämpfen. Bundestag und Bundesrat haben das entsprechende Gesetz verabschiedet. mehr...

Niederviehbach: Zweite Einspeisesteckdose gestartet

[02.12.2025] In Niederviehbach ist das zweite bayerische Pilotprojekt zur sogenannten Einspeisesteckdose gestartet. Damit soll laut Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger der Netzausbau schneller, effizienter und planbarer werden. mehr...

Schleswig-Holstein: Strategiepapier für mehr Netz-Flexibilität

[28.11.2025] Ein neues Strategiepapier soll mehr Flexibilität beim Netzanschluss schaffen und Engpässe bei der Energiewende vermeiden. Nach Angaben des schleswig-holsteinischen Energiewendeministeriums sollen dafür Vergaberegeln, Anschlussverfahren und die Nutzung bestehender Netzpunkte grundlegend überarbeitet werden. mehr...