Sonntag, 30. November 2025

PositionspapierSpeicher besser einbinden

[16.10.2025] Der Bundesverband Windenergie und der Bundesverband Energiespeicher Systeme wollen, dass der kombinierte Ausbau von Erneuerbaren und Speichern gezielt gefördert wird. Das soll Kosten senken, Versorgung sichern und Bürokratie abbauen.

Verbände fordern politische Anreize für den gemeinsamen Ausbau von erneuerbaren Energien und Energiespeichern.

(Bildquelle: 123RF.com)

Der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) und der Bundesverband Windenergie (BWE) haben sich für neue politische Anreize zum gemeinsamen Ausbau von Anlagen für erneuerbare Energien und Energiespeichern ausgesprochen. Wie beide Verbände mitteilen, soll die sogenannte Co-Location – also der gleichzeitige Ausbau von Windkraftanlagen und Speichersystemen – helfen, die Energiewende günstiger und effizienter zu gestalten.

In einem gemeinsamen Positionspapier schlagen die Verbände Maßnahmen vor, um Erzeugungsanlagen und Speicher besser in das Energiesystem einzubinden. Vorgestellt wurde das Papier gestern (15. Oktober 2025) bei einem parlamentarischen Frühstück in Berlin vor Mitgliedern des Bundestags und der Bundesregierung. „Gemeinsam machen Erneuerbare Energien und Flexibilitäten teure fossile Stromerzeugung überflüssig, entlasten die Netze und ermöglichen eine maximal effiziente Nutzung der vorhandenen Grünstromkapazitäten“, heißt es in der Erklärung von BVES und BWE.

Abregelungen durch Speicher vermeiden

Nach Angaben der Verbände soll die Integration von Speichern Abregelungen vermeiden, also das Abschalten von Windrädern bei Stromüberschuss. Sie ermögliche außerdem, Einspeisung und Verbrauch netzdienlich zu verschieben. So ließe sich die Energieeffizienz erhöhen und die Versorgungssicherheit stärken. Dafür müsse der rechtliche Rahmen – vom Marktdesign über das Energierecht bis zum Netzanschluss – angepasst werden. Das Positionspapier nennt mehrere konkrete Forderungen:

  • Systemische Anreize: Flexible Netzentgelte und variable Stromtarife sollen weiterentwickelt werden. Voraussetzung sei ein schnellerer Einbau intelligenter Stromzähler (Smart Meter).
  • Rechtssicherheit: Es brauche eine Nachfolgeregelung zur Netzentgeltbefreiung und eine klare Regelung, dass Stromspeicher auch im Außenbereich gebaut werden dürfen.
  • Investitionshemmnisse: Baukostenzuschüsse sollen sinken, Netzbetreiber sollen Informationspflichten bekommen.
  • Regionaler Verbrauch: Direktversorgung und regionale Strommärkte sollen erleichtert werden. Energy Sharing müsse unbürokratisch möglich sein.
  • Netzanschluss: Verfahren sollen vereinfacht, vereinheitlicht und digitalisiert werden. Außerdem sei ein Rechtsanspruch auf die Überbauung bestehender Netzverknüpfungspunkte im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nötig.
  • Praxisgerechte Gesetze: Anpassungen im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) und im EEG sollen die Nutzung bestehender Optionen erleichtern.
  • Bürokratieabbau: Die Verfahren sollen insgesamt schneller und einfacher werden.

Erneuerbare und Speicher gemeinsam denken

BVES-Geschäftsführer Urban Windelen betonte, dass Erneuerbare und Speicher „gemeinsam gedacht“ werden müssten. Nur ein moderner Regulierungsrahmen könne das Zusammenspiel beider Technologien voll nutzbar machen. Dass zwei große Verbände hier gemeinsam aufträten, sei „ein starkes Signal“, um alte Strukturen zu überwinden und Innovationen zuzulassen. 

BWE-Geschäftsführer Wolfram Axthelm verwies darauf, dass Flexibilität im Energiesystem entscheidend für eine kosteneffiziente Energiewende sei. Die Bundesregierung könne dies über „systemische Anreize, den Abbau von Bürokratie und Investitionshemmnissen“ unterstützen. Windenergie sei der wichtigste Energieträger im deutschen Strommix. In Kombination mit Speichern könne sie helfen, die Versorgung zu sichern und Systemkosten zu senken.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Energiespeicher

Zeithain: Baustart von Solar-Batterie-Kombiprojekt

[18.11.2025] In Zeithain entsteht ein Kombiprojekt aus Solarfeld und Batteriespeicher, das den intelligenten Ausbau erneuerbarer Energien demonstrieren soll. SachsenEnergie meldet den Start der Bauarbeiten für eine 20-Megawatt-PV-Anlage, die später um einen leistungsstarken Speicher ergänzt werden soll. mehr...

Staßfurt: Großspeicher entsteht

[10.11.2025] In Förderstedt bei Staßfurt entsteht ein groß dimensionierter Batteriespeicher mit 300 Megawatt Leistung und mehr als 700 Megawattstunden Speicherkapazität. Nach Angaben von Eco Stor soll die privat finanzierte Anlage das Stromnetz stabilisieren und in Zeiten schwankender Einspeisung aus erneuerbaren Energien bis zu 500.000 Haushalte zwei Stunden lang versorgen können. mehr...

Gundremmingen: Bau des größten Batteriespeichers Deutschlands

[07.11.2025] RWE baut in Gundremmingen den bislang größten Batteriespeicher Deutschlands. Die Anlage mit 400 Megawatt Leistung soll 2028 in Betrieb gehen und rund 230 Millionen Euro kosten. mehr...

Röhrsdorf: LichtBlick baut Großbatteriespeicher

[29.10.2025] In Röhrsdorf bei Chemnitz startet der Bau des ersten Großbatteriespeichers von LichtBlick. Die 100-Millionen-Euro-Investition soll ab 2027 mit 100 Megawatt Leistung und vier Stunden Speichertiefe einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität leisten. mehr...

Crottendorf: Bau eines Großbatteriespeichers

[23.10.2025] In Crottendorf im Erzgebirge soll noch 2025 der Bau eines Großbatteriespeichers beginnen. Das Projekt des Hamburger Unternehmens Big Battery Deutschland hat die Baureife erreicht und soll künftig 15 Megawatt Leistung und 30 Megawattstunden Speicherkapazität bereitstellen. mehr...

Föhren: Großbatteriespeicher eingeweiht

[17.10.2025] In Föhren bei Trier ist einer der ersten Großbatteriespeicher im europäischen Verteilnetz offiziell in Betrieb gegangen. Das System soll zeigen, wie Speicher und Wechselrichter künftig zur Netzstabilität beitragen und die Energiewende technisch absichern können. mehr...

Hertener Stadtwerke: Zechengelände erhält Großbatteriespeicher

[15.10.2025] Die Hertener Stadtwerke errichten auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Ewald einen Batteriegroßspeicher mit einer Kapazität von über 20 Megawattstunden. Die Anlage soll ab Februar 2027 Strom ins Netz einspeisen und so zur Stabilisierung der regionalen Energieversorgung beitragen. mehr...

Stadtwerke Villingen-Schwenningen: Zwei Großbatteriespeicher geplant

[14.10.2025] Die Stadtwerke Villingen-Schwenningen wollen zwei Großbatteriespeicher errichten, um Strom aus erneuerbaren Energien flexibler nutzen zu können. Die Anlagen sollen die Versorgungssicherheit stärken und die Stadt ihrem Ziel der Klimaneutralität näherbringen. mehr...

Münster: Baustart von Batteriezellfabrik

[07.10.2025] In Münster hat der Bau der großangelegten Batteriezellfabrik der Fraunhofer-Gesellschaft begonnen. Bis Ende 2027 soll auf 20.000 Quadratmetern im Hansa-Business-Park eine Forschungs- und Produktionsanlage entstehen, die Maßstäbe in der Batteriezellenfertigung setzen soll. mehr...

Reußenköge: Großspeicher für Windstrom

[24.09.2025] In Reußenköge in Schleswig-Holstein entsteht ein Großbatteriespeicher, der Windstrom speichert und ins Netz einspeist. Das Projekt der Unternehmen Dirkshof und be.storaged, einer Tochter des Energiekonzerns EWE, soll die Versorgung stabiler machen. mehr...

Stadtwerke Erfurt: Power-to-Heat-Anlage am Netz

[18.09.2025] In Erfurt ist eine neue Power-to-Heat-Anlage ans Netz gegangen. Das Projekt wurde gemeinsam von den Stadtwerken Erfurt und dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz umgesetzt. Die Technik soll Stromüberschüsse aus erneuerbaren Energien in Wärme umwandeln und ins Fernwärmenetz einspeisen. In das Projekt wurden rund acht Millionen Euro investiert. mehr...

Stadtwerke Kempen: Spatenstich für Großstromspeicher erfolgt

[10.09.2025] Die Stadtwerke Kempen haben mit einem Spatenstich den Bau eines Großstromspeichers gestartet. Das Projekt soll die Versorgungssicherheit erhöhen und die Energiewende vor Ort voranbringen. mehr...

Wernigerode: Brauerei setzt auf Batteriespeicher

[05.09.2025] Die Hasseröder Brauerei in Wernigerode setzt seit einem Jahr auf einen Batteriespeicher mit 1,5 Megawattstunden Kapazität. Energieminister Armin Willingmann informierte sich nun vor Ort über das Projekt, das Energiekosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit stärken soll. mehr...

Reisgang: Intilion liefert Batteriespeicher für Umspannwerk

[27.08.2025] In Reisgang entsteht ein Großbatteriespeicher, der Netzstabilität und Versorgungssicherheit in der Region stärken soll. Auftraggeber ist Bayernwerk Natur, Lieferant Intilion. mehr...