Sonntag, 11. Januar 2026

MVV EnergieStabiles Ergebnis

[11.12.2018] MVV Energie hat den Gewinn im Geschäftsjahr 2018 leicht gesteigert. Angesichts der politischen Rahmenbedingungen zeigte sich MVV-Chef Georg Müller mit dem Ergebnis zufrieden. Unzufrieden ist er mit der Energiepolitik der Bundesregierung.
Der MVV-Vorstand auf der diesjährigen Bilanzpressekonferenz in Frankfurt.

Der MVV-Vorstand auf der diesjährigen Bilanzpressekonferenz in Frankfurt.

v.l.: Technikvorstand Hansjörg Roll, Vorstandsvorsitzender Georg Müller, Pressesprecher Roland Kress, Vertriebsvorstand Ralf Klöpfer

(Bildquelle: K21 media AG)

Das Mannheimer Unternehmen MVV Energie hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 das operative Ergebnis (EBIT) um zwei Prozent auf 228 Millionen Euro gesteigert. Leicht rückläufig waren die Umsatzerlöse, die 3,9 Milliarden Euro betrugen (Vorjahr: knapp über vier Milliarden Euro). Unter dem Strich hat MVV den bereinigten Jahresüberschuss nach Fremdanteilen (Adjusted EBIT) mit 94 Millionen im Vergleich zum Vorjahr um eine Million Euro gesteigert. Diese Zahlen nannte der MVV-Vorstand auf der diesjährigen Bilanzpressekonferenz am heutigen Dienstag (11. Dezember 2018) in Frankfurt.
Insbesondere die gute Entwicklung des Umweltgeschäfts, höhere Erlöse aus den eigenen Windkraftanlagen sowie Erfolge bei der Kosteneffizienz haben sich nach Angaben von MVV positiv auf das Unternehmensergebnis ausgewirkt. Dadurch habe die Unternehmensgruppe witterungsbedingte Einbußen aufgrund des milderen Winters und den regulierungsbedingten Rückgang der Netzentgelte mehr als ausgleichen können.

Weiterer Ausbau der Erneuerbaren

Nach den Worten des MVV-Vorstandschefs Georg Müller zeigt das stabile Ergebnis, dass sich die konsequente Ausrichtung des bösennotierten Stadtwerks auf die Umsetzung der Energiewende auszahlt. Die Unternehmensgruppe werde auch in den kommenden Jahren in den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien, die Stärkung der Energieeffizienz durch die umweltfreundliche Fernwärme und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle investieren. Müller betonte vor den Pressevertretern: „Die Aufgaben der Energiewende, die vor uns liegen, sind anspruchsvoll, und das Umfeld bleibt dynamisch. Wir sind davon überzeugt, dass wir strategisch richtig aufgestellt sind, um den Wandel als Chance zu nutzen und mit der Energiewende langfristig wachsen zu können.“

Zwei verlorene Jahre

Weniger zufrieden als mit dem eigenen Geschäftsergebnis zeigte sich der MVV-Chef mit der Bundesregierung. „Energiepolitisch liegen zwei verlorene Jahre hinter uns“, erklärte Müller. Der Bund habe zwar ein ambitioniertes Ziel vorgegeben, nämlich einen Anteil von 65 Prozent regenerativer Energien an der Stromerzeugung bis 2050. Es fehle jedoch ein verlässlicher Fahrplan für den Ausstieg aus der fossilen Erzeugung.
Müller sprach sich für eine wirksame Reduzierung der Treibhausgasemissionen aus. Dabei gebiete es die ökonomische Vernunft und die ökologische Verantwortung, auch in der Energiewirtschaft Kohlendioxid zunächst da zu vermeiden, wo es am leichtesten geht. Das gelte an allererster Stelle für rein stromerzeugende Kraftwerke – und hier gehe Braunkohle vor Steinkohle. Als Grundvoraussetzung eines Kohleausstiegs bezeichnete der MVV-Vorstandsvorsitzende den weiteren und forcierten Ausbau der erneuerbaren Energien: „Wenn wir Klimaschutz ernst nehmen und keinen neuen Kernkraftwerke bauen wollen, dann ist das Pendant zum Kohleausstieg der forcierte Ausbau der erneuerbaren Energien.“

Südquote für Windkraft

Dabei komme in Deutschland der Windkraft an Land als wichtigster Säule der Energiewende weiterhin eine zentrale Bedeutung zu. Erneut forderte Müller die Einführung einer Regionalquote bei den Aussschreibungen. Windparks müssten dort gebaut werden, wo die Stromnachfrage am größten ist – also auch in Süddeutschland. Eine solche intelligente, regionale Steuerung entlaste zudem die Stromnetze und senke den Netzausbaubedarf.
MVV habe die eigene installierte Leistung erneuerbarer Energien im abgelaufenen Geschäftsjahr um drei Prozent auf 467 Megawatt (MW) gesteigert und ihren Anteil an der eigenen Stromerzeugung von 56 auf 63 Prozent erhöht. Die erneuerbare Stromerzeugung sei dabei um sieben Prozent auf über 1,1 Milliarden Kilowattstunden gestiegen, gleichzeitig habe MVV die direkten CO2-Emissionen um sechs Prozent verringert.
Neben dem Strommarkt werden Erneuerbare nach Überzeugung von Müller langfristig auch den Wärmemarkt bestimmen. Allerdings funktioniere hier die Gleichung „Stilllegung Fossile und Zubau Erneuerbare“ nicht. Vor einem Verzicht auf die fossile Wärmeerzeugung müssten CO2-arme Ersatzlösungen umgesetzt werden. Der MVV-Vorstandschef äußerte die Überzeugung, dass hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen die letzten konventionellen Anlagen sein werden, die vom Netz gehen.

Kontinuität bei der Dividende

Für die kommenden Jahre geht MVV-Chef Müller davon aus, dass die allgemeinen Rahmenbedingungen die Unternehmen der Energiewirtschaft weiterhin vor Herausforderungen stellen werden. Nach vier Jahren mit steigenden Ergebnissen erwartet das Unternehmen im Geschäftsjahr 2019 aus operativer Sicht ein Adjusted EBIT und Umsätze etwa auf Vorjahresniveau. Bei der Dividende setzt MVV Energie weiterhin auf Kontinuität für seine Aktionäre. Für 2018 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung eine unveränderte Dividende in Höhe von 90 Cent je Aktie vor.

Alexander Schaeff


Stichwörter: Unternehmen, Mainova, Bilanz


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Unternehmen

Hamburger Energienetze: Chatbot im Kundenservice

[09.01.2026] Die Hamburger Energienetze haben auf ihrer Website einen KI-gestützten Chatbot eingeführt, der Nutzerinnen und Nutzer bei Fragen rund um Strom-, Gas- und Wasserstoffnetze unterstützt. Der digitale Netzassistent soll Informationen schneller zugänglich machen und zugleich den Kundenservice entlasten. mehr...

Stadtwerke Lemgo: Wirtschaftsplan von rund 53 Millionen Euro

[08.01.2026] Der Wirtschaftsplan 2026 der Stadtwerke Lemgo sieht Investitionen von rund 53 Millionen Euro vor. Der Schwerpunkt liegt auf klimaneutraler Energieerzeugung, Netzausbau und der Sicherung zentraler Bereiche der Daseinsvorsorge. mehr...

interview

Interview: Lösungen für die Balance im Netz

[06.01.2026] Aus dem BHKW-Pionier 2G Energy ist ein internationaler Anbieter dezentraler Energielösungen geworden. stadt+werk sprach mit dem neuen Vorstandschef Pablo Hofelich über Wachstum, Strategie und die Rolle des Unternehmens im Energiesystem der Zukunft. mehr...

Steag Iqony Group: Führungswechsel im kommenden Jahr

[18.12.2025] Bei der Steag Iqony Group steht ein Führungswechsel an: Gundolf Schweppe übernimmt im Mai 2026 den Vorstandsvorsitz. Er folgt auf Andreas Reichel, der das Unternehmen seit 2020 geführt hat und planmäßig in den Ruhestand geht. mehr...

MVV Energie: Solides Ergebnis für 2025

[16.12.2025] Trotz sinkender Großhandelspreise hat MVV Energie im Geschäftsjahr 2025 ein solides operatives Ergebnis erzielt und ihr Investitionsvolumen deutlich erhöht. Mehr als 500 Millionen Euro flossen vor allem in Projekte der Wärme- und Stromwende sowie in grüne Kundenlösungen. mehr...

Thüga: Zusammenschluss zu regionalem Versorger

[15.12.2025] Thüga Energie und ThügaNETZE wollen ab 2026 unter einem Dach auftreten und so ihre Kräfte in den Regionen bündeln. Der Zusammenschluss soll Effizienz schaffen, die Energie- und Wärmewende unterstützen und zugleich einen Wechsel an den Unternehmensspitzen bringen. mehr...

Stadtwerke Lübeck: Kommunale Partnerschaft erweitert

[08.12.2025] Stadtwerke Lübeck Solutions hat drei neue kommunale Partner gewonnen, die sich als Kommanditisten an der Digitaleinheit beteiligen. Mit der Stadt Mölln, dem Kreis Segeberg und der IT-Allianz Nord soll die Entwicklung skalierbarer Lösungen für die öffentliche Verwaltung vorangetrieben werden. mehr...

Trianel: Award für Nachhaltigkeitsbericht

[03.12.2025] Trianel hat für seinen ersten Nachhaltigkeitsbericht nach dem ESRS VSME Standard den Exzellenz Status der ESG Transparency Awards 2025 erreicht. mehr...

Kreis Dingolfing-Landau: Bezug von Ökostrom verlängert

[03.12.2025] Der Landkreis Dingolfing-Landau bezieht auch in den kommenden drei Jahren zertifizierten Ökostrom der Stadtwerke Dingolfing. Die Stadtwerke gingen erneut als wirtschaftlichster Anbieter einer bundesweiten Ausschreibung hervor. mehr...

Konstanz: Gründung von Wärmeverbund

[27.11.2025] Die Stadtwerke Konstanz gründen gemeinsam mit Solarcomplex eine Gesellschaft für den Aufbau eines regenerativen Wärmeverbunds im neuen Stadtteil Hafner. Der Entscheidung des Gemeinderats zufolge soll Wärmeversorgung Hafner Wärmepumpen und eine eigene Photovoltaikanlage bündeln. mehr...

Stadtwerke Fürstenfeldbruck: Digitaler Assistent im Kundenservice

[26.11.2025] Die Stadtwerke Fürstenfeldbruck setzen seit Mitte November auf einen KI-basierten Telefonassistenten, um ihre Erreichbarkeit zu verbessern. Der digitale Mitarbeiter namens Oskar beantwortet Anrufe rund um die Uhr und übernimmt erste Kundenanliegen selbstständig. mehr...

JUWI: Grüner Strom für Stahlproduktion

[19.11.2025] Feralpi Stahl und der Projektentwickler JUWI wollen prüfen, ob Wind- und Solarkraft aus Sachsen künftig grünen Strom für die Stahlproduktion in Riesa liefern kann. Die Unternehmen sehen darin einen möglichen Schritt zu klimafreundlicherem Stahl und zu mehr regionaler Wertschöpfung. mehr...

sewikom/BeSte Stadtwerke: Start von kombinierten Tarifen

[18.11.2025] sewikom und BeSte Stadtwerke starten kombinierte Tarife für Glasfaserinternet, Ökostrom und Gas in mehreren Kommunen des Kreises Höxter. Die Kooperation soll Haushalten günstigere Konditionen und einen einfacheren Einstieg in die nachhaltige Energieversorgung bieten. mehr...

Stadtwerke Bocholt Gruppe: Übernahme der Stadtwerke Rhede

[07.11.2025] Die Stadtwerke Rhede schließen sich Anfang November 2025 der Stadtwerke Bocholt Gruppe an, um die Energie- und Wasserversorgung in der Region zukunftssicher zu stärken. Für Kundinnen und Kunden sollen sich dabei weder Tarife noch bestehende Angebote ändern. mehr...

dena: Energy Efficiency Awards 2025 vergeben

[06.11.2025] Auf dem dena-Energiewende-Kongress in Berlin sind fünf Unternehmen mit dem Energy Efficiency Award 2025 geehrt worden. Die Auszeichnung würdigt innovative Projekte, die zeigen, wie Energiewende und Klimaschutz in der Wirtschaft vorankommen. mehr...