BBSRStudie zur Wärmeplanung mit Digitalen Zwillingen

Eine aktuelle Studie des BBSR untersucht den Einsatz von Digitalen Zwillingen bei der Kommunalen Wärmeplanung.
Digitale Zwillinge können die kommunale Wärmeplanung deutlich strukturieren und strategisch absichern. Das zeigt ein Praxisbericht des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), der heute erschienen ist. Wie das BBSR berichtet, helfen urbane Digitale Zwillinge dabei, verstreute Daten zu bündeln, Szenarien vergleichbar zu machen und konkrete Entscheidungen vorzubereiten.
Kommunen stehen vor der Aufgabe, ihre Wärmeversorgung klimaneutral umzubauen. Sie müssen Gas- und Fernwärmenetze bewerten, künftige Bedarfe abschätzen und geeignete CO2-freie Lösungen entwickeln. In vielen Verwaltungen fehlen jedoch konsistente Datenstrukturen und Werkzeuge, um Zusammenhänge sichtbar zu machen. Genau hier setzen digitale Modelle an: Sie führen räumliche, technische und organisatorische Informationen zusammen und bilden die Kommune als dynamisches Abbild im digitalen Raum ab. So wird erkennbar, wo welcher Wärmebedarf entsteht, welche Netze vorhanden sind und welche Versorgungsoptionen sich anbieten.
Die Untersuchung stützt sich auf 189 Kommunen, die im Frühjahr 2025 bereits eine Wärmeplanung erarbeitet hatten oder noch daran arbeiteten. Digitale Zwillinge kommen demnach vor allem in frühen Phasen zum Einsatz, etwa für Bestands- und Potenzialanalysen oder für die Entwicklung von Zielszenarien. Viele Städte und Gemeinden greifen dabei auf externe Dienstleister zurück. Entscheidend für den Nutzen ist laut Studie, dass das jeweilige System zu den vorhandenen Daten, Ressourcen und Verwaltungsstrukturen passt. Der Mehrwert reicht vom einfachen Visualisieren bis zur komplexen Simulation und hängt stark von den lokalen Voraussetzungen ab.
Anhand von Fallbeispielen zeigt der Bericht unterschiedliche Wege. In München steuert die Verwaltung ihre Wärmeplanung intern und nutzt datenbasierte Analysen als Grundlage strategischer Entscheidungen. Halle (Saale) arbeitet mit einem extern entwickelten Digitalen Zwilling, der Gebäudebestände abbildet und Energieverbräuche auswertet. Der Landkreis Lörrach verfolgt einen interkommunalen Ansatz, um Transparenz zu schaffen und kleinere Gemeinden zu entlasten. Zürich ergänzt die Perspektive mit einem europäischen Beispiel und legt den Schwerpunkt auf Datenhoheit sowie klar geregelte Zuständigkeiten.
Der Praxisbericht empfiehlt, Digitale Zwillinge schrittweise einzuführen. Ein klar definierter Anwendungsfall erleichtert den Einstieg. Verlässliche Basisdaten und einfache Visualisierungen genügen zunächst; weitergehende Analyse- und Simulationsfunktionen können später folgen. Mit der gesetzlichen Pflicht zur kommunalen Wärmeplanung gewinnt das Thema zusätzlich an Bedeutung. „Urbane digitale Zwillinge helfen Kommunen, Wärmeplanung aus der abstrakten Datenebene in den konkreten Stadtraum zu holen“, sagt Ralf Schüle vom BBSR. „Sie schaffen Orientierung, machen Szenarien vergleichbar und unterstützen Entscheidungen – vorausgesetzt, sie passen zu den kommunalen Strukturen.“
Herausgeber des Berichts „Urbane digitale Zwillinge in der kommunalen Wärmeplanung“ ist das BBSR. Die Veröffentlichung entstand im Rahmen der Begleitforschung zum Programm „Modellprojekte Smart Cities“, erarbeitet vom Deutsches Institut für Urbanistik und vom Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE.
Dresden: Wärmeplan beschlossen
[07.10.2026] Der Dresdner Stadtrat hat den kommunalen Wärmeplan beschlossen und dabei Prüfgebiete ausgeweitet sowie den Maßnahmenplan angepasst. Mit dem Digitalen Energielotsen setzt die Stadt bereits eine Maßnahme um, die Gebäudeeigentümer bei Fragen zu Wärmeversorgung, Sanierung und Heizungstausch unterstützen soll. mehr...
N-Ergie: Genehmigung für Altholz-Heizkraftwerk
[05.10.2026] N-Ergie hat die Genehmigung für ein neues Altholz-Heizkraftwerk am Standort Nürnberg-Sandreuth erhalten. Die Anlage soll ab Ende 2029 Strom und Fernwärme erzeugen und bis zu 40 Megawatt thermische Leistung bereitstellen. mehr...
Naturstrom: Kölner Quartier wird mit Solarstrom und Wärmepumpe versorgt
[02.10.2026] Ein neues Wohnquartier in Köln-Ehrenfeld wird mit Photovoltaik und Wärmepumpen mit Strom und Wärme versorgt. Naturstrom hat das Energiekonzept für die 91 Wohneinheiten umgesetzt und bereitet zudem alle Tiefgaragenstellplätze für Wallboxen vor. mehr...
Stadtwerke Energie Jena-Pößneck: Großwärmepumpe für Abwasserwärme
[02.10.2026] Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck konkretisieren ihre Pläne, Abwasserwärme aus der Kläranlage Jena-Zwätzen für das Wärmenetz zu nutzen. Eine Investitionsentscheidung für das Projekt ANIKA soll 2027 fallen. mehr...
Kommunale Wärmeplanung: Umsetzung bleibt unverbindlich
[01.10.2026] Fast alle deutschen Großstädte haben fristgerecht eine kommunale Wärmeplanung vorgelegt. Eine Analyse des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln von 57 Wärmeplänen zeigt jedoch Grenzen des Instruments bei der Umsetzung auf. mehr...
evm/Iqony: Wärmegeschäft in Koblenz gebündelt
[30.09.2026] Energieversorgung Mittelrhein und Iqony bündeln zum 1. Oktober 2026 ihr Wärmegeschäft im Koblenzer Stadtteil Rauental. Die gemeinsame Gesellschaft Wärme Moselbogen soll die bestehenden Netze verbinden und bis 2034 rund 500 weitere Gebäude anschließen. mehr...
dena: Kommunenumfrage zur Wärmeplanung zeigt geteiltes Bild
[29.09.2026] Die kommunale Wärmeplanung kommt voran, doch die Umsetzbarkeit der Pläne wird unterschiedlich beurteilt. Eine Umfrage der Deutschen Energie-Agentur unter 778 Kommunen zeigt zudem Lücken bei eingeplanten Ressourcen und der angenommenen Sanierungsrate. mehr...
Fraunhofer IEG: KI-Plattform soll Wärmeplanung verständlicher machen
[29.09.2026] Das Forschungsprojekt HEATogether will eine KI-gestützte Plattform entwickeln, die Ergebnisse der Wärmeplanung für Kommunen, Energieversorger und Bürger verständlicher aufbereitet. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Vorhaben für drei Jahre mit rund 1,2 Millionen Euro. mehr...
Advertorial: Wärmewende für Stadtwerke finanzierbar machen – Was erfolgreiche Wärmeprojekte ausmacht
[24.09.2026] Die Wärmewende erfordert von Stadtwerken enorme Investitionen – und häufig wird ausgerechnet das knappe Eigenkapital zum Engpass. Wie sich Wärmeprojekte dennoch finanzieren und bis zur Investitionsreife entwickeln lassen und welche Rolle starke Partner dabei spielen, zeigt die Steag Iqony Group. mehr...
Stuttgart: Rechenzentrum versorgt Wärmenetz
[24.09.2026] Im Stuttgarter Synergiepark ist eine neue Wärmeversorgung mit Abwärme aus einem Rechenzentrum in Betrieb gegangen. Das Gebäudenetz soll jährlich rund fünf Gigawattstunden Wärme liefern und bildet den Ausgangspunkt für den weiteren Ausbau der Wärmeversorgung im Quartier. mehr...
Tettnang: Nahwärmenetz geht in Betrieb
[24.09.2026] In Tettnang ist nach 14 Monaten Bauzeit das neue Nahwärmenetz schrittweise in Betrieb gegangen. Die ersten öffentlichen und privaten Gebäude werden seit Mitte September mit Wärme aus regionalen Holzhackschnitzeln versorgt. mehr...
Stadtwerke Münster: Zweite Großwärmepumpe ist in Betrieb
[23.09.2026] Die Stadtwerke Münster haben am Stadthafen ihre zweite Großwärmepumpe in den Regelbetrieb genommen. Die Anlage nutzt Wärme aus dem Dortmund-Ems-Kanal und soll mit zwei Megawatt Leistung Fernwärme für rund 800 Haushalte erzeugen. mehr...
Baden-Württemberg: Aquathermie bietet großes Potenzial
[22.09.2026] Ein Gutachten des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) sieht in Flüssen und Seen ein erhebliches Potenzial für die Wärmeversorgung in Baden-Württemberg. Bis 2030 könnten Gewässerwärmepumpen demnach jährlich mindestens 2,5 Terawattstunden Wärme bereitstellen. mehr...
Waldalgesheim: Solarthermie ergänzt Nahwärmenetz
[22.09.2026] Waldalgesheim erweitert sein seit mehr als 20 Jahren bestehendes Nahwärmenetz um eine Solarthermieanlage. Sie soll künftig rund 26 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs decken und den Verbrauch von Holzhackschnitzeln reduzieren. mehr...
Frankfurt am Main: Wärmeplan laut Gutachten rechtswidrig
[21.09.2026] Ein vom Bündnis Wärmewende Frankfurt am Main beauftragtes Rechtsgutachten sieht rechtliche Mängel im kommunalen Wärmeplan der Stadt. Das Bündnis fordert deshalb Nachbesserungen vor der geplanten Beschlussfassung am 1. Oktober. mehr...












