Mittwoch, 18. März 2026

Tecklenburger LandTrafo-Stationen überprüft

[04.05.2022] In dem so genannten iNA-Projekt hat die Netzgesellschaft der Stadtwerke Tecklenburger Land, SWTE Netz, mehr als 1.200 Trafo-Stationen überprüft. Dank des Einsatzes des Informationsdiensts für Netze und Anlagen (iNA) konnte die Qualität der dabei erhobenen Daten enorm gesteigert werden.
Assetmanager Christian Reeker (links) und André Konermann

Assetmanager Christian Reeker (links) und André Konermann, Meister Arbeitsvorbereitung und Netz-Digitalisierung, sind mit Ortsnetzstationen wie der am Hotel Sasse in Dreierwalde sehr zufrieden.

(Bildquelle: SWTE Netz GmbH & Co. KG)

Die Netzgesellschaft der Stadtwerke Tecklenburger Land, SWTE-Netz, hat jetzt im Tecklenburger Land die Überprüfung von mehr als 1.200 Trafo-Stationen abgeschlossen. Wie das Unternehmen mitteilt, ist die Bilanz hierzu positiv ausgefallen. Die Beschäftigten von SWTE Netz haben dabei den Informationsdienst für Netze und Anlagen (iNA) verwendet.
Eine Erkenntnis aus der Überprüfung lautet: „Nicht alle alten Stationen sind zwangsläufig nur aufgrund ihres Alters pauschal zu erneuern – und alle Stationen neueren Baujahres sind wiederum nicht pauschal mangelfrei“, so Christian Reeker. Laut SWTE Netz hat er als Assetmanager das so genannte iNA-Projekt auf Seiten der SWTE Netz begleitet. Unterstützt worden sei er von den Kollegen aus dem Netzbetrieb und Netzbau.
Vor einem Jahr habe die SWTE Netz in Zusammenarbeit mit der Firma SPIE eine umfangreiche Bestandsaufnahme der Ortsnetzstationen im Mittelspannungsnetz gestartet. Dabei seien sowohl Stationen der öffentlichen Stromversorgung als auch Kundenstationen, in der Regel von Unternehmen, in Augenschein genommen und bewertet worden. Mit einem standardisierten Verfahren seien die Anlagen überprüft worden. Dabei sei es unter anderem um den baulichen Zustand, Sauberkeit und natürlich sicherheitsrelevante und technische Aspekte gegangen. Auch die Außenanlagen seien kritisch bewertet worden.

Daten zum Stromnetz

Als noch junger Netzbetreiber habe die SWTE Netz die Gelegenheit genutzt, zusätzliche Daten über ihr Asset zu gewinnen. „Wir haben zum Beispiel viele Details fotografisch erfasst und im Back-Office ausgewertet“, erklärt Christian Reeker. Wie SWTE Netz berichtet, hatte sie zwar bei der Übernahme des Stromnetzbetriebs vom vorherigen Netzbetreiber Daten zum Stromnetz bekommen. Dank iNA habe die Datenqualität aber noch einmal erheblich gesteigert und in die digitalen Geo-Informationssysteme der SWTE Netz übertragen werden können.
Das Besondere am iNA-Projekt: Die Bewertung der Stationen habe sich zusätzlich zu den turnusmäßigen Wartungs- und Reparaturarbeiten vollzogen. „Selbstverständlich hatten wir auch schon vorher Netzdaten, eine Priorisierungsliste für Arbeiten, einen festen Wartungszyklus und dergleichen“, sagt Christian Reeker. Doch innerhalb so kurzer Zeit einmal sämtliche Stationen systematisch begutachten zu können – diese Möglichkeit habe ein Netzbetreiber nicht in jedem Jahr. „Mit den Ergebnissen von iNA können wir jetzt bei Bedarf unseren Wartungsrhythmus anpassen und wo nötig dringliche Arbeiten vorziehen und andere zurückstellen“, sagt Christian Reeker. Insgesamt, so SWTE NETZ, ist Dank iNA die Stromversorgung noch ein Stück sicherer geworden. In den wenigen Fällen, in denen bei der Begutachtung gravierende Mängel festgestellt worden sind, haben sich die Kollegen aus dem Netzbetrieb umgehend um eine Lösung gekümmert.

To-Do-Liste für Netzbetreiber

Nach Abschluss der Bestandsaufnahme aller Stationen habe die SWTE Netz die resultierende Maßnahmenliste analysiert, priorisiert und daraus eine Liste erstellt, die Aufschluss über erforderliche Arbeiten an den Stationen und deren Dringlichkeit gibt. Eine Art To-Do-Liste für den Netzbetreiber. Insgesamt habe iNA dem hiesigen Stromnetzbetreiber allerlei Hausaufgaben beschert. „Dabei sind natürlich nicht alle Maßnahmen als kritisch zu betrachten“, sagt Christian Reeker. Manchmal gehe es zum Beispiel nur darum, den Bewuchs an der Station zu kürzen oder Beetplatten zu korrigieren.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Netze | Smart Grid

Netzentwicklungsplan: Zweiten Entwurf bei Bundesnetzagentur eingereicht

[18.03.2026] Die Übertragungsnetzbetreiber haben den zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans Strom 2037/2045 veröffentlicht. Der Plan integriert nun auch das Szenario C und zeigt damit neue Perspektiven für den Ausbau des Höchstspannungsnetzes. mehr...

Stadtwerke Konstanz: Installation von Transformator

[10.03.2026] Die Stadtwerke Konstanz haben im Umspannwerk Weiherhof einen neuen 40-MVA-Transformator installiert. Der Ausbau reagiert auf den stark steigenden Strombedarf durch Wärmepumpen, Elektromobilität und neue Baugebiete und ist Teil einer langfristigen Netzstrategie. mehr...

Smight: Lösung integriert Kurzschlussanzeiger

[09.03.2026] Das Smight Grid2 Gateway Plus bindet erstmals Kurzschlussanzeiger aus der Mittelspannung direkt in eine Lösung zur Netzüberwachung ein. Verteilnetzbetreiber können damit Störungen schneller lokalisieren und erhalten gleichzeitig zusätzliche Transparenz über die Niederspannung. mehr...

Ostsee: Hybrider Strom-Interkonnektor geplant

[24.02.2026] Deutschland, Lettland und Litauen planen mit dem Baltic-German PowerLink einen hybriden Strom-Interkonnektor durch die Ostsee. Das rund 600 Kilometer lange Seekabel soll Offshore-Windparks anbinden und die Märkte enger koppeln – nun starten die Netzbetreiber die Detailplanung. mehr...

Mitnetz Strom: Zahl der Netzeingriffe gesunken

[17.02.2026] Der Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom hat 2025 erneut weniger Einspeisemanagement-Eingriffe verzeichnet – trotz neuer Rekorde bei erneuerbaren Energien. Grund sind umfangreiche Netzinvestitionen, doch weiter steigende EEG-Leistungen und politische Rahmenbedingungen bleiben entscheidend. mehr...

bericht

Balzhausen: Pilot für die Einspeise­steckdose

[09.02.2026] Die Einspeisesteckdose stellt übliche Ausschreibungsverfahren für erneuerbare Energien auf den Kopf. LEW Verteilnetz hat dieses Verfahren jetzt in seinem Netzgebiet im Rahmen eines Pilotprojekts in Balzhausen erprobt. mehr...

enercity Netz: Digitaler Zwilling von Niederspannungsnetz in Betrieb

[09.02.2026] enercity Netz hat einen Digitalen Zwilling für das Niederspannungsnetz in Betrieb genommen. Das virtuelle Echtzeitmodell soll die Netzführung in Hannover präziser machen und bereitet den Weg für automatisierte Steuerung, schnellere Entstörung und neue Planungsprozesse. mehr...

Westfalen Weser Netz: Niederspannungsleitsystem mit CLS-Management gekoppelt

[09.02.2026] Westfalen Weser Netz koppelt erstmals ein Niederspannungsleitsystem direkt mit dem CLS-Management. Der gestartete Pilotbetrieb zeigt, wie sich Netzzustände automatisiert steuern lassen und welche Rolle das für §14a EnWG spielt. mehr...

Hochspannungsmast mit mehreren Stromleitungen vor blauem Himmel mit Wolken.

Netzanschlüsse: Reifegrad statt Windhundprinzip

[06.02.2026] Die Übertragungsnetzbetreiber ändern das Verfahren für Netzanschlüsse grundlegend. Künftig ist nicht mehr die Schnelligkeit eines Antrags entscheidend, sondern dessen Umsetzbarkeit. Das Ziel besteht darin, einen transparenten und planbaren Prozess zu etablieren. mehr...

Hertener Stadtwerke: Stabiles Stromnetz

[05.02.2026] Das Stromnetz in Herten hat 2024 erneut eine sehr hohe Zuverlässigkeit erreicht. Mit einem SAIDI-Wert von rund 1,84 Minuten pro Haushalt liegt die Ausfallzeit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. mehr...

BDEW: Milliardeninvestitionen in den Netzausbau gefordert

[02.02.2026] Neue Regionalszenarien der Stromverteilnetzbetreiber zeigen einen drastisch steigenden Bedarf an Netzanschlüssen bis 2045. Der BDEW fordert deshalb Milliardeninvestitionen in den Netzausbau und bessere regulatorische Rahmenbedingungen, um privates Kapital zu mobilisieren. mehr...

Hessen: Projektstart von SGLive

[26.01.2026] Mit dem Projekt SGLive startet in Hessen ein dreijähriges Vorhaben zur Digitalisierung der Verteilnetze und zur Stärkung der Resilienz des Energiesystems. Die Hochschule Darmstadt, das Ingenieurbüro Pfeffer und die Denkfabrik House of Energy arbeiten dabei mit rund einer Million Euro EU-Kofinanzierung an Smart-Grid-Technologien und IT-Sicherheitskonzepten. mehr...

Hamburger Energienetze: eRound bündelt drei digitale Lösungen

[05.12.2025] Die Hamburger Energienetze bündeln unter der Marke eRound drei digitale Lösungen für Lade-Infrastruktur, Verteilnetze und Smart-City-Anwendungen. Ziel ist eine effizientere Steuerung der Energiewende und ein transparenter Blick auf den Zustand kritischer Infrastruktur. mehr...

TransnetBW: Gesetz zur Strompreis-Senkung verabschiedet

[04.12.2025] Ein staatlicher Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro soll 2026 die Netzentgelte und damit die Strompreise für Verbraucherinnen und Verbraucher spürbar dämpfen. Bundestag und Bundesrat haben das entsprechende Gesetz verabschiedet. mehr...

Niederviehbach: Zweite Einspeisesteckdose gestartet

[02.12.2025] In Niederviehbach ist das zweite bayerische Pilotprojekt zur sogenannten Einspeisesteckdose gestartet. Damit soll laut Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger der Netzausbau schneller, effizienter und planbarer werden. mehr...