BilanzTrianel bleibt auf Erfolgskurs

Die Trianel-Geschäftsführung ist für das laufende Jahr ist vorsichtig optimistisch.
Sven Becker (l.) und Oliver Runte
(Bildquelle: Trianel GmbH)
Trianel hat im Geschäftsjahr 2024 ein Vorsteuerergebnis von 92,5 Millionen Euro erzielt. Das gab das Unternehmen bei seiner digitalen Bilanzpressekonferenz am 30. Juni bekannt. Zwar lag das Ergebnis unter dem Rekordwert von 2023 (99 Millionen Euro), doch es ist das zweitbeste der Firmengeschichte. Der Umsatz belief sich auf 8,5 Milliarden Euro, nach 9,4 Milliarden Euro im Vorjahr.
Nach Steuern blieb ein Überschuss von 58,8 Millionen Euro. Davon sollen 80 Prozent an die Gesellschafter ausgeschüttet werden – insgesamt 47 Millionen Euro. Das Eigenkapital wurde auf 133,3 Millionen Euro erhöht. Geschäftsführer Sven Becker sagte während der Videokonferenz: „Unser Ergebnis 2024 unterstreicht erneut unsere gute operative Performance im Energiehandel, im handelsnahen Dienstleistungssegment sowie in der Projektentwicklung.“ Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr sei vor allem auf gesunkene Strompreise und angepasste Beschaffungsstrategien zurückzuführen.
Starker Energiehandel und wachsende Dienstleistungen
Das operative Ergebnis lag deutlich über Plan. Statt der erwarteten 27,1 Millionen Euro erwirtschaftete Trianel ein Vorsteuerergebnis von 92,5 Millionen Euro. Besonders im europäischen Energiehandel sei das Unternehmen erfolgreich gewesen, berichtete Geschäftsführer Oliver Runte. Auch bei handelsnahen Dienstleistungen verzeichne Trianel wachsenden Zuspruch.
„Wir haben früh das Zusammenspiel zwischen Energiehandel, der Optimierung von Erzeugungsanlagen und Dienstleistungen strategisch verankert“, so Runte. Der professionelle Umgang mit Preisspitzen und negativen Strompreisen erfordere starke Systeme. Diese habe man in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt. Ein zentrales Element der Handelsstrategie sei die Internationalisierung. Inzwischen ist Trianel unter anderem in Frankreich, Spanien, Dänemark, Schweden und Italien aktiv. 2025 sollen weitere Länder folgen.
Fortschritte in der Projektentwicklung
Neben dem Handel spielte auch die Projektentwicklung eine zentrale Rolle. Die Tochterfirma Trianel Energieprojekte realisierte im vergangenen Jahr sechs große Solarparks mit zusammen über 120 Megawatt Leistung. In vier dieser Projekte wurden zusätzlich Batteriespeicher mit insgesamt 40 Megawattstunden Kapazität installiert. Sven Becker betonte, dass Flexibilität eine zentrale Voraussetzung für die Integration der erneuerbaren Energien sei. Deshalb plane Trianel auch Projekte mit Elektrolyseuren, Wasserstoffkraftwerken und zusätzlichen Speichern.
Auch das Batteriespeicherprojekt in Waltrop sowie Wasserstoffprojekte in Hamm und Coesfeld würden vorangetrieben. Mit Blick auf den Standort Hamm kündigte Becker an, die Planungen für einen dritten Kraftwerksblock fortzuführen. Dafür sei jedoch politische Planungssicherheit nötig.
Um weiteres Wachstum abzusichern, erhöht Trianel das Risikokapital um 16 Millionen Euro auf 84 Millionen Euro. Auch die Liquiditätsreserve soll weiter steigen. Im Jahr 2024 wurden 45 neue Beschäftigte eingestellt. Insgesamt arbeiten nun 430 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Trianel. „Unsere Belegschaft ist unser wertvollstes Kapital“, sagte Becker während der Pressekonferenz.
Ausblick auf 2025
Für das laufende Jahr ist die Geschäftsführung vorsichtig optimistisch. Man sei gut ins Jahr gestartet, berichtete Oliver Runte. Die Ertragslage sei solide, trotz geopolitischer und regulatorischer Unsicherheiten. Ob erneut ein ähnlich gutes Ergebnis wie 2024 möglich sei, lasse sich derzeit noch nicht abschätzen.
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