Forum Neue EnergieweltWandel als Chance
Der Veranstalter Conexio hat am 22. und 23. November 2018 zum Forum Neue Energiewelt nach Berlin eingeladen. Die zweitägige Konferenz brachte Akteure aus Politik, Unternehmen und Start-ups zusammen und bot eine Plattform für Diskussionen rund um die neuesten Entwicklungen der Energiewelt. „Die erneuerbaren Energien haben gehalten, was sie versprochen haben“, sagte Conexio-Geschäftsführer Bernd Porzelius. Der vergangene Sommer habe gezeigt, dass Solarstrom mit den fossilen Energien konkurrieren kann. Ein großes Potenzial hätten in Zukunft intelligent geplante Hybridkraftwerke mit Wind, Sonne und Power-to-X sowie große Solarkraftwerke, die ohne Förderung wirtschaftlich Strom liefern. „Wir sind damit unschlagbar beim Preis-Leistungsverhältnis, planbar und zuverlässig – das wird ein neues Potenzial am Markt ermöglichen“, erklärte Porzelius. Angesichts der Entwicklungen im Energiebereich zeigen sich auch klassische Akteure wie die Netzbetreiber offen für neue Ideen, informiert Conexio. Deutschland benötige tatsächlich mehr Netze, allerdings weniger von diesem „Mehr“ als gedacht, fasste Tennet-Vorstand Lex Hartman seine Sicht auf den Ausbaubedarf zusammen. Durch die Optimierung und Zusammenfassung von Netzanschlusspunkten könnten die zukünftigen Leitungen weniger umfangreich ausfallen als derzeit geplant. Dies könnte Bauprozesse wiederum beschleunigen und auch die Akzeptanz in Bevölkerung und Politik fördern.
Disruption erfordert neue Regeln
„Die Diskussionen haben gezeigt, dass wir am Anfang einer enormen Effizienzsteigerung durch Digitalisierung stehen“, berichtet Tina Barroso, Leiterin des Berliner Büros von Conexio, vom Forum. Nicht nur die Netze würden intelligenter, auch die Vorhersage und damit werde die Koordinierung von Anschlussleistung so einfach und exakt wie nie. Da könne die derzeitige Regulierungsstruktur nicht mithalten. „Kein Jurist kennt mehr das ganze deutsche Energierecht“, sagte Thorsten Müller von der Stiftung Umweltenergierecht. Er plädierte in seinem Vortrag für eine radikale Vereinfachung des regulatorischen Rahmens ebenso wie eine klare Benennung derjenigen Vorschriften, die nur für eine Übergangszeit gelten und dann abgelöst werden. „Wir können die Probleme von morgen nicht mit den Konzepten von gestern lösen“, lautete Müllers Plädoyer. Um Neuorientierung ging es auch am zweiten Tag des Forums. Unter anderem in zwei Sessions zur Rolle des Kunden in der Energiebranche. „Auch hier steht uns durch den Perspektivwechsel noch ein riesiges Potenzial offen, das sicher zu einigen Änderungen in unserem Denken und Arbeiten führen wird“, sagte Barroso.
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