Donnerstag, 26. Februar 2026

FloatingsWindräder lernen schwimmen

[21.07.2016] Weltweit werden erste Prototypen schwimmender Windkraftwerke entwickelt. Standards und Vereinheitlichungen sollen die Technologie jetzt weiter voranbringen.
Floatings sind schwimmende Kraftwerke auf hoher See.

Floatings sind schwimmende Kraftwerke auf hoher See.

(Bildquelle: obs/Erneuerbare Energien Hamburg Clusteragentur GmbH/DNV GL)

Floatings, so genannte schwimmende Windenergieanlagen, nutzen die gewaltige Windkraft auf dem offenen Meer zur Stromerzeugung. Ein weltweites Industriekonsortium aus 13 internationalen Unternehmen der Wind-, Öl- und Gasindustrie sowie aus dem maritimen Sektor startet jetzt unter Leitung des Beratungs- und Zertifizierungsdienstleisters DNV GL ein neues Joint-Industry-Projekt, um einheitliche Standards für Floatings zu generieren. Die neue Technik soll so entscheidend vorangebracht werden. Jan Rispens, Geschäftsführer des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH-Cluster), erläutert: „Der Energieertrag einer Offshore-Anlage ist umso höher, je weiter sie sich auf dem offenen Meer befindet, da hier der Wind noch stärker weht als in Küstennähe.“ Ab einer Wassertiefe von ungefähr 50 Metern könnten aber aus technischen Gründen keine fest im Boden verankerten Fundamente für Offshore-Windanlagen mehr gebaut werden. Deshalb entwickelten Experten weltweit Techniken für schwimmende Konstruktionen, die technischen Ansätze seien jedoch höchst verschieden. Schon heute sind aber für den Bau der Anlagen keine teuren Errichterschiffe mehr nötig. Floatings lassen sich an Land montieren und mit einfachen Schlepperschiffen auf das offene Meer bringen. Dennoch befindet sich die Entwicklung von schwimmenden Windenergieanlagen noch in der Anfangsphase. Rispens: „Die meisten bisher gebauten Floating-Anlagen sind Prototypen und werden überwiegend zu Erprobungszwecken genutzt.“ Pionier der Branche ist laut dem EEHH-Cluster der norwegische Erdölkonzern StatoilHydro. So betreiben die Norweger im Åmøy-Fjord in der Nähe von Stavanger eine schwimmende Windenergieanlage. Vor Schottland will der Konzern bis 2017 eine 215 Millionen Euro teure schwimmende Windfarm mit sechs Windenergieanlagen errichten. In Portugal errichtet derweil ein Konsortium unter Federführung des Unternehmens EDPR bis 2018 das Floating-Testfeld WindFloat Atlantic Project mit vier Anlagen. Weitere Testanlagen finden sich an den japanischen Küsten. Dabei unterscheiden sich die Floatings in drei wesentlichen Punkten: Zum einen darin, ob die Schwimmkonstruktion eine einzelne oder mehrere Anlagen trägt, zum zweiten in der Auftriebstechnik und drittens in der Methode, wie das Floating auf dem Meer verankert wird. „Um die Technik des Floatings weiter voranzubringen, müssen Experten aus den verschiedensten Bereichen ihre Köpfe zusammenstecken und ihr Know-how teilen“, sagt Rispens. Aktuell seien Floatings noch sehr teuer und bestünden überwiegend aus teurem Stahl. Ideal wären nach Angaben des EEHH-Geschäftsführers aber Lösungen aus Beton, da dieses Material sehr viel kostengünstiger ist.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Windenergie

Baden-Württemberg: KI soll Genehmigung von Windkraftanlagen beschleunigen

[26.02.2026] Baden-Württemberg beschleunigt die Genehmigung von Windkraftanlagen mit KI-gestützten Prüf- und Assistenzsystemen. Angesichts von mehr als 1.000 neuen Anträgen im Jahr 2025 und fast 1.800 Projekten in Planung soll die Digitalisierung Verfahren weiter verkürzen und Investitionen absichern. mehr...

50Hertz: Unterlagen für Seetrasse eingereicht

[17.02.2026] 50Hertz hat die Genehmigungsunterlagen für die Seetrasse des Offshore-Projekts Ostwind 4 vollständig eingereicht, darunter erstmals eine 525-Kilovolt-Hochspannungsgleichstromübertragung in der deutschen Ostsee. Damit startet das formelle Verfahren für den Netzanschluss eines Ein-Gigawatt-Windparks nordöstlich von Rügen und rückt die Realisierung des Vorhabens näher. mehr...

RWE: Hochzeitsvorbereitungen für Offshore-Umspannwerke

[12.02.2026] Zwei Offshore-Umspannwerke für das 1,6-Gigawatt-Nordseecluster sind in Saint-Nazaire fertiggestellt und bereit für den Einsatz vor der deutschen Küste. Mit der Installation der bis zu 2.500 Tonnen schweren Plattformen rückt die Inbetriebnahme des ersten Bauabschnitts 2027 näher. mehr...

RWE: Stromabnahmevertrag mit Amazon geschlossen

[04.02.2026] RWE und Amazon haben einen Stromabnahmevertrag über 110 MW Offshore-Windenergie aus dem Projekt Nordseecluster B geschlossen. Der Vertrag stärkt den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland und unterstützt Amazons Ziel der CO2-Neutralität bis 2040. mehr...

Amprion: Hybrider Offshore-Interkonnektor geplant

[28.01.2026] Deutschland und Dänemark wollen ihre Stromnetze in der Nordsee enger verknüpfen und planen einen hybriden Offshore-Interkonnektor zwischen beiden Ländern. Amprion und Energinet sollen das Projekt mit innovativer Gleichstromtechnik auf See umsetzen. mehr...

VKU: Kurskorrektur beim Offshore-Ausbau gefordert

[28.01.2026] Der Verband kommunaler Unternehmen fordert anlässlich des Nordsee-Gipfels eine Kurskorrektur beim Ausbau der Offshore-Windenergie. Ziel sei ein Ausbaupfad, der Systemkosten begrenzt, Netze besser auslastet und Investitionen wirtschaftlich tragfähig macht. mehr...

Stadtwerke Stuttgart: Bei Windparkprojekt ist die Luft raus

[23.01.2026] Stadtwerke Stuttgart und Uhl Windkraft stoppen ihre Windkraftpläne im Vorranggebiet Zollernalb. Messdaten zeigen deutlich geringere Windgeschwindigkeiten als prognostiziert und machen einen wirtschaftlichen Betrieb unmöglich. mehr...

Thüringen: Ausbau der Beteiligung an Windenergie

[21.01.2026] Thüringen plant, die finanzielle Beteiligung von Kommunen an Windenergieprojekten auszuweiten und künftig auch Photovoltaik-Freiflächen einzubeziehen. Gleichzeitig sollen Ausnahmen für energieintensive Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie sichern. mehr...

Niedersachsen: Gewerbesteueraufkommen für Offshore-Windparks gesichert

[07.01.2026] Niedersachsen ordnet die Gewerbesteuer für Offshore-Windparks neu und sichert damit dauerhaft hohe Einnahmen für seine Kommunen. Kern der Regelung ist die Zuweisung der Hebeberechtigung an Wilhelmshaven ab 2026, mit umfangreichen Umverteilungseffekten über den Kommunalen Finanzausgleich. mehr...

Gruppenfoto von acht Personen bei der Vorstellung des geplanten Windparks Schäferköppel. Von links: Tina Zapf Rodriguez (Frankfurter Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen), Thomas Schrage (Erster Stadtrat Karben), Dr. Michael Maxelon (Vorstandsvorsitzender Mainova AG), Dr. Oliver Jedynak (Bürgermeister Bad Homburg vor der Höhe), Mike Josef (Oberbürgermeister Frankfurt am Main), Martin Giehl (Vorstand Technik & Erzeugung Mainova AG), Christian Stenglein (Vorstandsmitglied FraBeG) und Yannick Schwander (Ortsvorsteher Nieder-Erlenbach). Die Gruppe hält eine große Standortkarte des Windparks; im Hintergrund stehen Roll-ups der beteiligten Organisationen und ein Modell eines Windrads.

Mainova: Windpark vor den Toren Frankfurts

[03.12.2025] Im Norden Frankfurts entsteht ein neuer Windpark. Die Anlagen soll ab Ende 2027 Strom liefern und einen Beitrag zum Klimaschutz in der Region leisten. Von dem Projekt des Energieversorgers Mainova sollen auch die Standortkommunen und die Bürger profitieren. mehr...

Münster: Energiepark in Planung

[02.12.2025] Am Autobahnkreuz Münster-Süd soll ein Energiepark aus Windrad und großer Solaranlage entstehen, der tausende Haushalte mit regional erzeugtem Strom versorgt. mehr...

RWE: Weniger ist mehr

[26.11.2025] RWE erneuert den Windpark Calle in Niedersachsen und ersetzt fünf ältere Turbinen durch drei leistungsstärkere Anlagen. Das Repowering soll die mögliche Stromproduktion erheblich steigern und zusätzliche Einnahmen für die umliegenden Gemeinden bringen. mehr...

JUWI: Grüner Strom für Stahlproduktion

[19.11.2025] Feralpi Stahl und der Projektentwickler JUWI wollen prüfen, ob Wind- und Solarkraft aus Sachsen künftig grünen Strom für die Stahlproduktion in Riesa liefern kann. Die Unternehmen sehen darin einen möglichen Schritt zu klimafreundlicherem Stahl und zu mehr regionaler Wertschöpfung. mehr...

RWE: Fundament für Offshore-Windpark gelegt

[12.11.2025] RWE hat alle Fundamente für die Windturbinen des Offshore-Windparks Nordseecluster A errichtet. Damit ist ein zentraler Bauabschnitt des 1,6-Gigawatt-Projekts in der Nordsee abgeschlossen, das ab 2027 Strom für rund 1,6 Millionen Haushalte liefern soll. mehr...

Baden-Württemberg: Zunahme von Windenergie

[24.10.2025] Der Ausbau der Windenergie in Baden-Württemberg nimmt Fahrt auf. Nach Angaben der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg (PEE BW) und des BWE-Landesverbands wurden bis Anfang Oktober mehr Anlagen genehmigt als im gesamten Vorjahr, während über 1.200 weitere Projekte in Planung sind. mehr...