Mitnetz StromZahl der Netzeingriffe gesunken

Der Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom hat 2025 erneut weniger Netzeingriffe verzeichnet.
(Bildquelle: Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH)
Die Zahl der Redispatch-Eingriffe im Netzgebiet der Mitnetz Strom ist 2025 erneut gesunken. Wie das Unternehmen in einem Blogbeitrag mitteilt, musste der Netzbetreiber die Einspeisung erneuerbarer Energien 1.179-mal zeitweise reduzieren, nach 1.277 Maßnahmen im Jahr 2024.
Am stärksten betroffen war Sachsen-Anhalt mit 742 Eingriffen. In Brandenburg griff der Netzbetreiber 199-mal ein, in Westsachsen 183-mal und in Südsachsen 55-mal. Die Maßnahmen erfolgen im gesetzlich vorgeschriebenen Redispatch, um Überlastungen im Stromnetz zu vermeiden.
Als Hauptursache nennt das Unternehmen die seit Jahren wachsende Einspeisung aus erneuerbaren Energien bei zugleich vergleichsweise geringem Stromabsatz im eigenen Netzgebiet. „Vor allem an Tagen, an denen die Sonne stark scheint und viel Wind weht, muss die Einspeisung immer wieder abgeregelt werden, um die Netzsicherheit zu gewährleisten“, erläutert Lutz Eckenroth, technischer Geschäftsführer von Mitnetz Strom. 2025 war dies an 222 Tagen der Fall, nach 225 Tagen im Vorjahr. Hinzu kamen 3.644 Stunden mit Lastflussumkehr, in denen überschüssige EEG-Leistung in das vorgelagerte Übertragungsnetz zurückgespeist wurde.
Die abgeregelte Strommenge lag mit gut 192 Gigawattstunden nahezu auf Vorjahresniveau von 182 Gigawattstunden. Rund 74 Prozent der reduzierten Arbeit gingen auf Anforderungen des vorgelagerten Übertragungsnetzbetreibers zurück. Darauf hat Mitnetz Strom nach eigenen Angaben keinen Einfluss. Insgesamt entsprach die abgeregelte Menge etwa einem Prozent der jährlich in das Netz eingespeisten Strommenge.
Den Rückgang der Eingriffe führt das Unternehmen vor allem auf den forcierten Netzausbau zurück. 2025 investierte Mitnetz Strom nach eigenen Angaben 565 Millionen Euro in Ausbau, Verstärkung und Digitalisierung des Stromnetzes.
Um die Zahl der Eingriffe weiter zu senken, sieht Eckenroth auch die Politik in der Pflicht. Genehmigungsverfahren für Netzausbaumaßnahmen müssten beschleunigt und vereinfacht werden. Zudem könne die gezielte Ansiedlung von Großverbrauchern wie Industrie, Rechenzentren oder großen Ladeparks für Elektromobilität den regionalen Stromabsatz erhöhen und so das Potenzial der installierten Einspeiseleistung besser ausschöpfen. Auch neue Einspeiseanlagen und große Batteriespeicher sollten vorrangig dort entstehen, wo noch freie Netzkapazitäten vorhanden sind.
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