Dienstag, 21. April 2026

KommunikationNetzführung über Satellit

[02.12.2013] Kommunale Versorger sind zur Steuerung ihrer zahlreichen Umspann- und Schaltstationen auf flexible Kommunikationsinfrastrukturen angewiesen. Welche Rolle dabei Satelliten spielen, zeigen Vorreiter wie die Stadtwerke Osnabrück.
Steuerung aus dem All: Satellitenempfangsstation eines Windparks.

Steuerung aus dem All: Satellitenempfangsstation eines Windparks.

(Bildquelle: Global Sky Park)

Stromerzeuger und Energieversorgungsunternehmen müssen ihren Aufgaben in einem immer komplexeren Umfeld zuverlässig nachkommen. Dies gilt für Erzeugungsanlagen, Stromnetze und nachgelagerte Infrastrukturen zum Verteilen und Steuern der erzeugten Energie. Dabei liegt der Fokus auf den Themen Stabilität, Sicherheit, Steuerung, Kontrolle und Überwachung. In diesem Zusammenhang gewinnen satellitengestützte Überwachungs- und Kommunikationssysteme erheblich an Bedeutung.

Wirtschaftliche Alternative

Gerade, wenn Standorte in entlegeneren Regionen und die Versorgungsnetze abseits der Reichweite herkömmlicher terrestrischer Breitband-Infrastrukturen liegen, sind innovative Lösungen für Kommunikation und Anbindung gefragt. Das gilt nicht nur für erneuerbare Energien, wie etwa Windkraftanlagen auf dem Meer und in ländlichen Regionen, Solarparks oder Wasserkraftwerke im Gebirge. Auch kommunale Versorgungsunternehmen sind mit ihren zahlreichen Umspann- und Schaltstationen auf flexible Kommunikationsinfrastrukturen angewiesen.
Hier kommen die Firmen Global Sky Park (GSP) und ihre europäische Beteiligungsgesellschaft EuroSkyPark (ESP) ins Spiel. Seit dem Jahr 2005 stellen die GSP/ESP für Industrieunternehmen, Energieversorger, Anlagenbauer und die Sicherheitsbranche eigenentwickelte Lösungen bereit. Das Leistungsspektrum reicht dabei von der Planung über den Aufbau bis hin zum Management von Kommunikationsnetzen. Dabei ist der Satellit die beste und eine besonders wirtschaftliche Alternative, wenn es darum geht, tatsächlich jede Region rund um den Globus zu erreichen. Ein Beispiel sind speziell auf den Kundenbedarf zugeschnittene Systeme wie etwa SCADA-Dienste. Dank dieser Dienste können Versorger ihre Ressourcen optimal einsetzen, Störungen sofort erfassen und ihre Anlagen selbst an entlegensten Standorten zu jedem Zeitpunkt steuern und überwachen. „Mit unseren Lösungen im Bereich SCADA haben wir gerade für Versorgungsunternehmen spannende Angebote“, erklärt Thomas Maul, Geschäftsführer von Global Sky Park. „Wir merken zunehmend, dass die Potenziale unserer Technologie in diesem Bereich erkannt und genutzt werden.“

Distanzen überwinden

Einer der Pioniere für den Einsatz satellitengestützter Systeme im kommunalen Versorgungsbereich in Deutschland sind die Stadtwerke Osnabrück. Das innovative Unternehmen betreibt in der Region Osnabrück ein eigenes, 2.273 Kilometer langes Stromnetz und hat im Jahr 2012 über 36.000 Hausanschlüsse mit über 940 Gigawattstunden Strom versorgt.
An das Stromnetz sind rund 2.000 Umspann- und Verteilstationen angebunden, die von den Stadtwerken überwacht und gesteuert werden müssen. Bei abgelegenen und unbemannten Stationen setzt das Unternehmen auf Fernwirktechnik, um alle technischen Geräte zu überwachen. Vor einigen Jahren haben die Stadtwerke eine neue Netzleitstelle mit innovativer Technik eingerichtet. Über dieses hochmoderne NOC (Network Operation Center) in Osnabrück laufen die an den Standorten gewonnenen Informationen und Kenngrößen über ein eigenes Fernmeldenetz (Glasfaser und Kupfer) und öffentliche Leitungen zusammen. Im NOC verarbeiten Spezialisten die Daten und leiten bei Störungen sofort alle notwendigen Maßnahmen ein. Zudem ermöglicht es das NOC den Stadtwerken, die technische Netzführung zusätzlich als Dienstleistung für Dritte anzubieten und sich so in einem ausgeweiteten Netzgebiet neue Geschäftsfelder zu erschließen – und eben diese neuen Angebote erfordern auch andere Reichweiten, die mit dem bisherigen Leitungsnetz so nicht zu erreichen waren.

Satellitenstrecken für Umspannwerke

Vor rund zwei Jahren haben sich die Stadtwerke dazu entschlossen, für fünf Umspannwerke und die Gegenstelle in Osnabrück, Satellitenstrecken einzurichten. Die Umspannwerke liegen rund 100 Kilometer nördlich von Osnabrück – terrestrische Anbindungen für die Fernwirktechnik lassen sich auf diese Distanz nicht wirtschaftlich umsetzen. Partner für das Unterfangen war die ESP, die aufgrund umfangreicher Erfahrungen und technischem Know-how ein passgenaues Angebot für die Aufgabenstellung machen konnte. Die ESP hat an jedem Standort eine speziell mit SCADA-Technik ausgestattete Satellitenanlage installiert und in den Betrieb genommen. Die Satellitenanlagen senden die gewonnenen Daten, wie etwa Zählerstände oder Störungsmeldungen, in Sekundenbruchteilen sicher über einen 36.000 Kilometer entfernten Satelliten in die Leitstelle der Stadtwerke Osnabrück. Zudem führen die Stadtwerke über die Leitungen auch Schalthandlungen aus.
Infolge von Naturkatastrophen oder Unglücken kann es durchaus selbst in hochindustrialisierten Ländern zu temporären Störungen oder einem Totalausfall von terrestrischen und mobilen Telekommunikationsnetzen kommen – das diesjährige Hochwasser hat hier einen traurigen Nachweis erbracht. Die Stadtwerke Osnabrück sind für den Ernstfall gewappnet: Spezielle Satellitentelefone machen sie völlig unabhängig von herkömmlichen terrestrischen Telekommunikationsinfrastrukturen. Auch damit spielt das niedersächsische Versorgungsunternehmen bundesweit als Pionier ganz vorne mit.

Thomas Fuchs ist Pressesprecher der Global Sky Park GmbH, Königstein.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Informationstechnik

Frankfurt (Oder): Stadtwerke setzen auf Echtzeit-Steuerung

[15.04.2026] Die Stadtwerke Frankfurt (Oder) treiben die digitale Optimierung ihrer Energieanlagen voran. In Zusammenarbeit mit Data Cybernetics soll eine Software den Betrieb flexibler und wirtschaftlicher gestalten. Das Ziel ist eine automatisierte Steuerung in Echtzeit. mehr...

Collage zu Energieversorgung mit Heizungsregler, Wasserhahn, Stecker, Windrädern, Strommasten und Telekom- sowie Thüga-Logo.

Thüga: KI-Rahmenvertrag mit der Telekom

[15.04.2026] Das Stadtwerke-Netzwerk Thüga setzt auf KI-Anwendungen der Deutschen Telekom. Die Systeme sollen kommunale Energie- und Wasserdienstleister bei Standardaufgaben unterstützen. Nach Angaben der Unternehmen erfolgt die Datenverarbeitung ausschließlich im europäischen Rechtsraum. mehr...

Smight: Stromversorgung Greding führt Echtzeit-Monitoring ein

[08.04.2026] Die Stromversorgung Greding führt Echtzeit-Monitoring in ihren Ortsnetzstationen ein und digitalisiert damit ihr Verteilnetz. Der Schritt soll den Netzbetrieb angesichts wachsender Einspeisung und Lasten präziser steuern und gezieltere Investitionen ermöglichen. mehr...

rku․it: Fünf Energieversorger steigen auf Plattform um

[31.03.2026] Das Unternehmen rku․it bringt fünf Energieversorger gleichzeitig auf seine Plattform NextGen in den Produktivbetrieb. Der koordinierte Parallel-Go-live zeigt, wie skalierbar integrierte Cloud-Lösungen in der Energiewirtschaft heute umgesetzt werden können. mehr...

EWE: Eigenes SOC für IT- und OT-Systeme

[25.03.2026] Der Energie- und Telekommunikationskonzern EWE baut seine Cyber-Abwehr mit einem eigenen Security Operations Center für IT- und OT-Systeme aus. Das Angebot richtet sich bundesweit an Unternehmen und KRITIS-Betreiber und reagiert auf steigende Anforderungen durch NIS2, KI-gestützte Angriffe und komplexe Cloud-Umgebungen. mehr...

Advertorial: Forderungsmanagement auslagern

[19.03.2026] Der Fachkräftemangel zwingt Energieversorger zum Umdenken. Gleichzeitig steigen die Anforderungen im Forderungsmanagement. Die Lösung: Ein spezialisierter Partner übernimmt die komplette Zahlungsabwicklung – von der ersten Buchung bis zum Inkasso. mehr...

beegy: EEBUS-Zertifikat erhalten

[19.03.2026] Das Heim-Energiemanagementsystem von beegy ist nach dem herstellerübergreifenden EEBUS-Standard zertifiziert. Damit erfüllt die Lösung zentrale Vorgaben für interoperables Energiemanagement und wird für Energieversorger im Prosumer-Markt unmittelbar einsetzbar. mehr...

kraftwerk Software Gruppe: Energieversorger wechseln auf cloudbasierte Plattform

[18.03.2026] Die Stromversorgung Greding und die Stadtwerke Hemau stellen ihre IT-Landschaft gemeinsam auf eine cloudbasierte Plattform um. Das Projekt soll Prozesse vereinheitlichen, Synergien heben und den Weg für weitere Digitalisierungsschritte ebnen. mehr...

Stadtwerke Lübeck: Erstes eigenes Rechenzentrum in Betrieb genommen

[13.03.2026] Die Stadtwerke Lübeck haben ihr erstes eigenes Rechenzentrum in Betrieb genommen, das sensible Daten künftig direkt vor Ort verarbeitet und speichert. Das Projekt soll die digitale Souveränität der Region stärken – und stößt schon zum Start auf große Nachfrage. mehr...

Nexiga: Plattform analysiert Strommarkt-Dynamiken

[05.03.2026] Das Unternehmen Nexiga bringt mit dem Hellbrise Monitor eine neue Datenplattform zur Analyse von Strommarkt-Dynamiken an den Start. Das Tool soll Einspeisespitzen, negative Preise und strukturelle Risiken der Energiewende transparent machen und richtet sich an Versorger, Netzbetreiber, Forschung und Politik. mehr...

VertiGIS: Vorarlberger Energienetze erneuert Geo-Informationssystem

[04.03.2026] Das Unternehmen Vorarlberger Energienetze stellt sein Geo-Informationssystem auf die dritte Generation um und setzt dabei auf Technologie von VertiGIS. Der Wechsel ist wegen des auslaufenden Altsystems bis 2028 zwingend und betrifft Datenqualität, Netzbetrieb und künftige KI-Anwendungen gleichermaßen. mehr...

Mitarbeiterin im Kundenzentrum der evm mit Headset vor zwei Monitoren im Büro, im Hintergrund eine gelbe Wand mit evm-Logo.

evm: KI-Chatbot entlastet Kundenservice

[03.03.2026] Das kommunale Unternehmen Energieversorgung Mittelrhein (evm) zieht eine Zwischenbilanz zum Einsatz seines KI-Chatbots Eva. Demnach wurden allein im Jahr 2025 mehr als 40.000 Gespräche geführt. mehr...

WEMAG: Wechsel auf S/4HANA-Plattform

[03.03.2026] Die WEMAG-Gruppe hat ihre IT-Systeme grundlegend umgestellt. Nach einer Projektzeit von 18 Monaten nutzt das Unternehmen nun die S/4HANA-Plattform von Thüga SmartService. Dabei wurden 92 Buchungskreise und knapp 500 Nutzerinnen und Nutzer migriert. mehr...

bericht

Plattformstrategie: Hybrid denken, souverän handeln

[26.02.2026] Die Erlanger Stadtwerke sind mit Microsoft 365 auf eine Plattform umgestiegen, die Mitarbeitende spürbar entlastet und die Zusammenarbeit effizienter gestaltet. Im Sinne der digitalen Souveränität wurde für die Softwarearchitektur ein hybrider Ansatz gewählt. mehr...

Wuppertaler Stadtwerke: IT-Partnerschaft mit rku․it besiegelt

[23.02.2026] Die Wuppertaler Stadtwerke bauen ihre IT mit der NextGen-Plattform von rku.it aus. Die strategische Partnerschaft soll Prozesse im SAP-Umfeld modernisieren und den kommunalen Versorger langfristig digital absichern. mehr...