Freitag, 6. November 2026

EnBWPunktgenaues Laden

[25.06.2015] Das Versorgungsunternehmen EnBW Energie Baden-Württemberg testet in einem Pilotprojekt den Einsatz von Wärmestromanlagen, um überschüssigen Ökostrom zu nutzen.
Durch den Einbau von Zusatzgeräten im Zählerschrank konnten Wärmestromkunden am Modellversuch der EnBW teilnehmen.

Durch den Einbau von Zusatzgeräten im Zählerschrank konnten Wärmestromkunden am Modellversuch der EnBW teilnehmen.

(Bildquelle: EnBW)

In einem Modellversuch hat das Versorgungsunternehmen EnBW Energie Baden-Württemberg in den vergangenen zwei Jahren untersucht, wie sich überschüssiger Ökostrom sinnvoll nutzen und der Verbrauch bei einer Flaute verschieben lässt. Im Fokus standen Wärmestromanlagen, also Wärmepumpen oder Speicherheizungen. Rund 150 Testkunden in den Kommunen Boxberg, Königsbach, Pfinztal sowie Kirchheim/Teck waren in das Projekt Flexibler Wärmestrom eingebunden. Wie EnBW mitteilt, wurden bei den Testkunden zusätzliche Steuergeräte in den Zählerschrank eingebaut. Sie haben es ermöglicht, die Anlage bei Bedarf anzusteuern und zu regeln. Zugleich wurden im örtlichen Stromnetz neue Techniken wie intelligente Ortsnetzstationen eingesetzt. Wärmestromanlagen sollen somit dann geladen werden, wenn viel Strom zu Verfügung steht und die Preise im Großhandel niedrig sind. „Die technische und energiewirtschaftliche Komplexität ist hoch“, erklärt EnBW-Projektleiter Jan Gratenau. „Das fängt bei der unterschiedlichen Größe von Zählerschränken an und reicht bis zu den nicht immer aktuellen Datengrundlagen.“ Dennoch zieht Gratenau eine positive Bilanz: „Wir haben vom Netzbetreiber Netze BW speziell berechnete, tagesgenaue Belastungsgrenzen für das Netz bekommen. In diesen Grenzen konnten wir uns frei bewegen und die Anlagen der Kunden dann laden lassen, wenn der Strom im Handel besonders günstig war.“ Auch aus Sicht des Verteilnetzbetreibers Netze BW hat sich der Modellversuch gelohnt. „Die Stabilität des Netzes war während der Optimierungsmaßnahmen jederzeit gewährleistet“, sagt Projektleiter Willi Schweinfort von Netze BW. „Das zeigt, dass wir hier tatsächlich eine Möglichkeit schaffen können, um Stromverbrauch in Zeiten mit hoher Solar- und Windeinspeisung zu verschieben.“
Der Modellversuch soll noch zwölf Monate andauern. Dabei soll die Frage beantwortet werden, wie genau sich die rechtlichen Rahmenbedingungen ändern müssten, damit das Konzept Realität werden kann. Notwendig wäre laut der Meldung etwa die großflächige Einführung intelligenter Stromzähler mit den dazugehörigen Bilanzierungsverfahren oder eine neuartige Systematik bei den Netzentgelten, um ein flexibles netzdienliches Verhalten von Verbrauchern zu belohnen.





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