Sonntag, 3. Mai 2026

Baden-WürttembergVerteilnetzstudie zeigt Ausbaubedarf

[05.05.2017] Der Ausbaubedarf für die Verteilnetze im Land wurde jetzt erstmals im Auftrag des Umweltministeriums Baden-Württemberg bestimmt.
Die Verteilnetze müssen ausgebaut und zu intelligenten Netzen weiterentwickelt werden.

Die Verteilnetze müssen ausgebaut und zu intelligenten Netzen weiterentwickelt werden.

(Bildquelle: Uwe Schlick / pixelio.de)

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg hat erstmals eine Studie zum Ausbau der Verteilnetze im Land erstellen lassen. Auftragnehmer waren die Technische Universität Dortmund und das Beratungs- und Consulting-Unternehmen ef.Ruhr. Die Studie sollte die aktuellen Herausforderungen für die Netzbetreiber darstellen, Verständnis für den erforderlichen Ausbaubedarf schaffen und Impulse für eine vorausschauende Planung geben. Der Dortmunder Professor Christian Rehtanz hat jetzt die Ergebnisse der Studie vor über 100 Gästen aus der Branche in Stuttgart präsentiert.
Ministerialdirektor Helmfried Meinel sagte in seiner Begrüßungsrede: „Unsere zukünftige Stromversorgung wird dezentraler sein und immer stärker von der fluktuierenden Einspeisung aus erneuerbaren Energien dominiert werden. Vor diesem Hintergrund müssen die Verteilnetze ausgebaut und zu intelligenten Netzen weiterentwickelt werden.“ Laut dem Amtschef des Ministeriums kann die Versorgungssicherheit nur mithilfe intelligenter Verteilnetze gewährleistet werden. Eine besondere Bedeutung käme diesen in ländlichen Regionen zu, die von einer geringen Stromabnahme und einer hohen Erzeugungsleistung geprägt sind.
Nach Angaben des Ministeriums liefert die Verteilnetzstudie für Baden-Württemberg erstmals eine detaillierte Analyse des landesweiten Ausbaubedarfs für das Jahr 2030. Sie basiert auf einer umfangreichen und realen Datengrundlage und beleuchtet drei unterschiedliche Szenarien. Für jedes dieser Szenarien wurde untersucht, wie sich die Spitzenkappung in der Netzplanung, die Betriebsweise von Flexibilitätsoptionen und die Sektorkopplung auf zukünftige Investitionen in den Netzausbau auswirken.
Herauskam, dass eine Spitzenkappung den Ausbaubedarf flächendeckend über alle Spannungsebenen hinweg um 19 Prozent reduzieren würde. Auch ein netzorientiertes Verhalten im Betrieb würde die Netze weniger stark belasten. Marktorientiertes Verhalten hingegen erhöht die Netzbelastung. Zu den Auswirkungen der Sektorkopplung äußerte sich Helmfried Meinel: „Elektromobilität und der verstärkte Einsatz von Wärmepumpen werden den Strombedarf in der Zukunft weiter erhöhen. Der dadurch erforderliche zusätzliche Netzausbau verursacht deutlich höhere Kosten.“ Um diese Kosten gerecht zu verteilen, sollte die Bundesregierung die aktuelle Netzentgeltsystematik prüfen oder zumindest flexibles Netzverhalten entsprechend vergüten, forderte der Ministerialdirektor.





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