Donnerstag, 17. September 2026

Data ScienceDer Beginn einer Revolution

[22.05.2018] Mit der Digitalisierung der Energiewende werden Energieversorger zunehmend zum Anbieter von digitalen Services und Mehrwerten. Data-Science-Technologien können helfen, die Potenziale dieses neuen Marktes auszuschöpfen.
Mit Data-Science-Technologien aus dem Datenschatz lernen.

Mit Data-Science-Technologien aus dem Datenschatz lernen.

(Bildquelle: sdecoret/Fotolia.com)

Wer sich auf dem digitalen Energiemarkt behaupten will, muss schnell und adäquat auf die Bedürfnisse seiner Kunden reagieren können. Das ist eine große Herausforderung, sorgt die Digitalisierung der Energiewende doch für eine enorm wachsende Datenmenge. Die zunehmende Einforderung von Mehrwerten von Verbraucherseite schafft zusätzlichen Druck. Durch Data-Science-Technologien lässt sich diese Datenflut nutzbar machen, um schneller und komfortabler auf Kundenbedürfnisse eingehen zu können.
Aufgrund seiner langjährigen Branchenerfahrung weiß das Unternehmen GreenPocket, wie die konkreten Mehrwerte und Features von Data-Science-Technologien für die Energieversorger aussehen können. „Den Visualisierungs- und Energie-Management-Lösungen steht ein großer Umschwung bevor“, kündigt Geschäftsführer Thomas Goette an. „Denn durch Data-Science-Technologien wird die Energie-Management-Software der Zukunft in der Lage sein, selbsttätig aus dem Datenschatz zu lernen und sich automatisch zu optimieren. Dadurch kann sie sich nicht nur an jeden Bedarf anpassen, sondern ermöglicht auch eine schnelle Reaktion auf Änderungen der Bedarfslage.“ Durch die Automatisierung der Prozesse kann außerdem der Bearbeitungsaufwand, insbesondere im Vergleich zu Lösungen ohne Data-Science-Technologien, minimiert werden.

Segmentieren, individualisieren

Durch die Analyse von Verbrauchsmustern und Metadaten ermöglichen Data-Science-Algorithmen eine automatische Segmentierung von Kunden. Aus deren Verbrauchsdaten können Verhaltensunterschiede herausgelesen werden, was eine Zuordnung zu verschiedenen Kundengruppen ermöglicht. Durch die Automatisierung der Prozesse ist diese Segmentierung auf einer viel tieferen Ebene möglich als durch konventionelle Sichtungsmethoden.
Anhand der Kundengruppen lassen sich zum einen Trends sichtbar machen, zum anderen wird durch sie eine zielgerichtete und aufwandsarme Adressierung der zentralen Interessensgruppen möglich – selbst dann, wenn sich deren Interessen ändern. Dadurch können Energieversorger ihren Support systematisch und effizient ausbauen und zugleich ihr Angebot kundengruppenspezifisch optimieren. Die Automatisierung der dafür notwendigen Analysen spart Kosten, und die auf die Interessensgruppen zugeschnittene Preissetzung erhöht die Gewinne.
Eine intelligente Analyse von Verbrauchsdaten und kundenbezogenen Kennzahlen deckt aber nicht nur die gemeinsamen Anforderungen von Kundengruppen auf, sondern auch die Bedürfnisse von Einzelkunden. Dadurch lassen sich zielgerichtete Angebote gestalten, welche den Individualnutzer noch enger an den Versorger binden. Durch die Auswertung der Kundendaten können außerdem Cross-Selling-Potenziale freigelegt werden, dank derer der Energieversorger seine Produktpalette ohne aufwendige Marktforschungsmaßnahmen erweitern kann.

Durch Leistung binden

Ein weiteres zentrales Ziel der Data-Science-Forschung ist die Generierung innovativer und vielseitiger Mehrwerte und Services für die Letztverbraucher. Ein mit solchen Zusatzleistungen ausgestattetes Angebot ist nicht nur förderlich für eine erfolgreiche Kundenakquise, sondern erhöht auch die Zufriedenheit und Bindung der Bestandskunden.
Ein erstes Beispiel für solche Leistungen zeigt sich in der Möglichkeit zur Datendisaggregation: Die Zählerdaten der Kunden können durch einen intelligenten Algorithmus aufgeschlüsselt werden, um Klarheit über den anteiligen Verbrauch einzelner Geräte am Gesamtverbrauch zu schaffen – und zwar ohne den Einsatz kostspieliger Unterzähler. Das erhöht die Verbrauchstransparenz für den Kunden und liefert dem Versorger eine Grundlage, auf der er automatisch kundenspezifische Empfehlungen zur Effizienzoptimierung und damit für Kosteneinsparungen formulieren kann.

Präzise Voraussagen treffen

Außerdem lassen sich durch den Einsatz von Data-Science-Algorithmen Forecasting-Funktionen entwickeln. Hierfür werden die zur Verfügung stehenden Daten zu Verbrauchsverhalten, Kosten und Außeneinflüssen verrechnet, um den zu erwartenden Verbrauch vorauszusagen. Abweichungen von den tatsächlichen Werten werden anschließend automatisch vom Algorithmus einbezogen, um die Genauigkeit nachfolgender Voraussagen zu verbessern.
In ähnlicher Weise kann die umfassende Datenbasis für Predictive-Maintenance-Anwendungen eingesetzt werden. Diese berechnen den anzunehmenden Lastverlauf der Verbraucher unter Einbeziehung flexibler Faktoren wie Auftragslage oder Witterungs- und Produktionseinflüsse. Auf Anomalien – Abweichungen von den Erwartungswerten – reagiert der Algorithmus mit automatischen Alarmen und Handlungsempfehlungen. Dadurch kann er im Idealfall teure Beschädigungen und längere Produktions- oder Betriebsausfälle vermeiden. Fehlalarme oder Ungenauigkeiten bei den Berechnungen kann der Algorithmus selbst verarbeiten, um die Fehlerquote für jeden spezifischen Anwender und Gerätepark zu minimieren.
Mit diesen Anwendungsfällen sind die Potenziale von Data Science aber noch nicht ausgeschöpft. „Wir stehen am Anfang einer Revolutionierung der Energie-Management-Tools“, erklärt GreenPocket-Geschäftsführer Thomas Goette. „Durch Data-Science-Technologien wird die Visualisierungssoftware der Gegenwart in ein intelligentes und selbstoptimierendes Multifunktionswerkzeug umgewandelt. Als Spezialisten für Smart Metering und Energie-Management werden wir diese Entwicklung mitgestalten. Unser Data-Science-Team arbeitet bereits mit Hochdruck an der Vorbereitung von Data-Science-Pilotprojekten, durch die sich weitere Anwendungsbereiche herauskristallisieren werden.“

Dr. Wolf Stertkamp ist PR-Manager der GreenPocket GmbH, Köln.




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Informationstechnik

GISA: Stadtwerke Bonn modernisieren Data Warehouse

[17.09.2026] Die Stadtwerke Bonn haben ihr bisheriges SAP Business Warehouse durch eine neue Plattform auf Basis von SAP BW/4HANA ersetzt. Gemeinsam mit dem IT-Dienstleister GISA wurde die Analytics-Landschaft des kommunalen Unternehmens neu aufgestellt. mehr...

Thüga SmartService: KI-Plattform für Stadtwerke gestartet

[09.09.2026] Thüga SmartService hat mit SKIP eine speziell auf die Energiewirtschaft zugeschnittene Plattform für Künstliche Intelligenz entwickelt. Stadtwerke und Energieversorger sollen damit KI-Agenten für Wissensmanagement und Geschäftsprozesse einsetzen können, ohne die Kontrolle über ihre Daten abzugeben. mehr...

cortility: KI automatisiert Standardanliegen

[03.09.2026] cortility und Pipeforce wollen Künstliche Intelligenz stärker für die automatisierte Bearbeitung von Kundenanliegen bei Energieversorgern einsetzen. Standardvorgänge wie Zählerstandsmeldungen, Umzüge oder Abschlagsfragen sollen sich damit weitgehend ohne manuelle Eingriffe verarbeiten lassen. mehr...

Illustration eines Laptops, aus dessen Bildschirm eine Rechnung in Papierform ausgegeben wird. Die Darstellung symbolisiert den digitalen Rechnungsversand.

E-Rechnung: Versandpflicht wird ausgeweitet

[26.08.2026] Für Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Umsatz verschärfen sich zum Jahreswechsel die Vorgaben für elektronische Rechnungen. Ab Januar 2027 müssen sie E-Rechnungen nach der europäischen Norm EN 16931 versenden. Ein Jahr später gilt die Vorgabe für alle Unternehmen. mehr...

bericht

KRITIS-Schutz: Resilienz ist Pflicht

[18.08.2026] Mit dem KRITIS-Dachgesetz sind Städte und Gemeinden unter Zugzwang: Bis Mai 2027 müssen Schutzkonzepte stehen. Doch zwischen gesetzlicher Pflicht und gelebter Resilienz klafft häufig noch eine gefährliche Lücke. mehr...

Maingau: Portfoliomanagement in der Cloud

[14.08.2026] Maingau hat sein Portfolio-Management auf eine Cloud-Lösung von Kisters umgestellt. Damit will der Energieversorger Handelsprozesse stärker automatisieren und weitere Funktionen in die Systemlandschaft integrieren. mehr...

bericht

Kundenservice: Vom Antrag zur Lösung

[13.08.2026] Stadtwerke können ihre Kundenservices mit durchgängigen End-to-End-Prozessen effizienter gestalten. Standardisierte Abläufe, intelligentes Routing und KI sollen Bearbeitungszeiten verkürzen und Mitarbeitende entlasten – entscheidend bleibt dabei die Verbindung von Technik, Daten und Menschen. mehr...

kraftwerk Software Gruppe: Joules erhält KI-Funktionen

[13.08.2026] Die kraftwerk Software Gruppe hat die Software Joules erweitert. Das aktuelle Release bringt KI-gestützte Funktionen für verschiedene Arbeitsabläufe sowie ein neu aufgebautes Kunden-, Lead- und Servicemanagement. mehr...

bericht

IT-Infrastruktur: Vollumfassende Integration

[11.08.2026] Neue digitale Angebote und gesetzliche Anforderungen überfordern die IT-Landschaften der Stadtwerke zunehmend. Insbesondere bei systemübergreifenden Prozessen reichen punktuelle Integrationen nicht mehr aus. Gefragt sind vielmehr durchgängige Prozessketten, die verteilte Anwendungen zuverlässig verbinden. mehr...

cortility: EDM-Kooperation mit endica

[11.08.2026] Das Unternehmen cortility überträgt die bislang von endica eingesetzten Lösungen für das Energiedatenmanagement auf SAP S/4HANA Utilities. Damit soll das Energiedatenmanagement für Strom und Gas auch in der neuen Systemlandschaft von endica verfügbar sein. mehr...

Kraftwerk Software Gruppe: Neue KI-gestützte Wissensplattform vorgestellt

[24.07.2026] Die Kraftwerk Software Gruppe hat mit der Lösung kraftwerk.Knowledge eine KI-gestützte Wissensplattform für Versorgungsunternehmen vorgestellt. Sie soll Stadtwerke bei der Dokumentation, der Einhaltung regulatorischer Vorgaben und der schnellen Suche nach Fachinformationen unterstützen. mehr...

Civitas Connect: Offene digitale Basisinfrastrukturen

[20.07.2026] Ein offener Brief fordert, bestehende offene Daten- und Integrationsplattformen stärker in die föderalen Digitalstrukturen einzubinden. Laut Initiator Civitas Connect richtet sich die Initiative an Bund, Länder und weitere zuständige Gremien. Kommunen, öffentliche Unternehmen und andere Organisationen können sich der Erklärung bis Ende September anschließen. mehr...

cortility: SAP-Umstellung bleibt eine Herausforderung

[17.07.2026] Mit dem Ende des Supports für SAP R/3 Ende 2027 wächst der Zeitdruck für Energieversorger. Nach Einschätzung des IT-Dienstleisters cortility werden jedoch zahlreiche Unternehmen den Termin nicht einhalten können. mehr...

enercity: Test für KI-Energie-Assistenten

[16.07.2026] enercity hat die Testphase eines KI-Energie-Assistenten gestartet, der Kundinnen und Kunden die Verwaltung ihres Energievertrags direkt über ChatGPT ermöglichen soll. Nach Angaben des Unternehmens können unter anderem Vertragsdaten eingesehen, Rechnungen abgefragt und Zählerstände übermittelt werden. mehr...

Stadtwerke Baden-Baden: Neue GIS-Plattform für alle Versorgungssparten

[10.07.2026] Die Stadtwerke Baden-Baden stellen ihre Geoinformations- und Netzsysteme schrittweise auf eine neue webbasierte Plattform um. Nach Angaben von VertiGIS soll damit eine integrierte Arbeitsumgebung für die Sparten Strom, Gas, Wasser und Fernwärme entstehen. mehr...