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AachenSTAWAG setzt Klimaziele bis 2030

[06.04.2021] In fünf Bereichen hat sich der Aachener Energiedienstleister STAWAG Ziele für eine klimafreundliche Energieversorgung der nordrhein-westfälischen Stadt gesetzt. Diese sollen bis 2030 umgesetzt werden.
Auf einer interaktiven Karte visualisiert die STAWAG ihre Klimastrategie.

Auf einer interaktiven Karte visualisiert die STAWAG ihre Klimastrategie.

(Bildquelle: https://wirfuerdasklima.de)

Wie wichtig und notwendig Klimaschutz ist, zeigen die regelmäßigen Berichte des Weltklimarats und viele wissenschaftliche Studien. In fünf Bereichen setzt sich daher der Aachener Energiedienstleister STAWAG laut eigener Angabe nun Ziele für eine klimafreundliche Energieversorgung der Kommune bis 2030. „Die STAWAG ist ein wichtiger, starker Partner der Stadt im Bereich Energieversorgung und Klimaschutz. Ich freue mich, dass sich die Stadtwerke mit den Klimazielen 2030 auch für die kommenden Jahre so ehrgeizige Ziele setzen“, sagt Sibylle Keupen (parteilos), Oberbürgermeisterin der Stadt Aachen. „Es bleibt uns nur noch ein kleines Zeitfenster, den Klimawandel zu stoppen und die fortschreitende Erwärmung der Erde zu begrenzen. Die Umsetzung der Ziele wird ein wichtiger Teil unseres Beitrags hier vor Ort zum Klimaschutz sein.“ Harald Baal, Aufsichtsratsvorsitzender der STAWAG, unterstreicht: „Innovation vor Ort – das ist unser Selbstverständnis bei der STAWAG. Mit den Klimazielen 2030 geben wir lokal eine Antwort auf eine globale Herausforderung.“

Ziel 1: Grüner Strom

„Schon seit 30 Jahren engagieren wir uns für den Umwelt- und Klimaschutz und haben dabei häufig eine Vorreiterrolle eingenommen“, berichtet STAWAG-Vorstand Christian Becker. „Nun möchten wir einen Schritt weitergehen und haben uns konkrete Ziele gesetzt.“ So soll die Stromversorgung in neun Jahren zu 100 Prozent auf erneuerbaren Energien basieren – und zwar komplett durch selbst erzeugte Mengen. Becker führt aus: „Mehr als die Hälfte des Ziels haben wir schon erreicht und es befinden sich viele weitere Projekte in der Pipeline. Gleichwohl wird das Erreichen der zweiten Hälfte anspruchsvoller, da sich die Rahmenbedingungen für die erneuerbaren Energien in Deutschland leider verschlechtert haben.“ Aktuell hat die STAWAG neben den bereits realisierten 20 Windparks, zwölf Solarfeldern und vielen kleineren Solarstrom-Anlagen sowie einem Anteil an einem Offshore-Windpark noch über 40 Windkraftprojekte in der Planung. Davon sind drei bereits genehmigt, sie sollen voraussichtlich 2021/2022 in Betrieb gehen, informiert das kommunale Unternehmen. „Flankierend investieren wir in Speichertechnologien und sind mit 50 Prozent an dem Pumpspeicherkraftwerk Rönkhausen beteiligt“, beschreibt Becker die Strategie zur Flexibilisierung. „Derzeit planen wir ein Wasserstoffprojekt, um Windstrom über Elektrolyse in grünen Wasserstoff umzuwandeln, der dann dem ÖPNV zur Verfügung stehen wird. Auch möchten wir die Aachenerinnen und Aachener dazu motivieren, klimaneutralen Strom selbst zu erzeugen: Dazu haben wir unser Programm ‚Solardach zum Mieten‘ ausgeweitet und übernehmen – neben dem Zuschuss der Stadt Aachen – Installationskosten für Anschluss und Zähler mit einer Summe von bis zu 1.000 Euro je Anlage“, erläutert Wilfried Ullrich, Vorstand der STAWAG. „Insbesondere mit einem Energiespeicher ist Solarstrom im Haushalt immer noch wirtschaftlich attraktiv – und für die Umwelt sowieso ein Gewinn.“ Geschäftskunden bietet die STAWAG Beratung, Umsetzung oder Contracting für die dezentrale Eigenerzeugung auf der Basis von Brennstoffzellen, Photovoltaik oder Blockheizkraftwerken.

Ziel 2: Klimafreundliche Wärme

Die Aachener Nahwärme wird bereits heute klimaneutral von sieben dezentralen Blockheizkraftwerken auf der Basis von Biomethan erzeugt, berichtet die STAWAG. Die Fernwärme ebenfalls komplett umzustellen, sei technisch noch herausfordernder. Becker erläutert: „In einem Konzept haben wir nun festgelegt, wie wir die Wärme aus dem Kraftwerk Weisweiler bis spätestens 2030 durch klimafreundliche Alternativen ersetzen wollen: Rund ein Drittel soll durch hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt, die anderen Anteile sollen aus Tiefengeothermie, Solarthermie und anderen Projekten gewonnen werden. Dazu entsteht derzeit ein zweites, großes Blockheizkraftwerk am Schwarzen Weg (wir berichteten), das sich mittelfristig auch mit Biomethan betreiben ließe. Voraussetzung wäre allerdings, dass ausreichende Mengen zu wirtschaftlichen Preisen verfügbar sind. Dann wäre sogar der dort erzeugte Strom klimaneutral.“ Um bei der Wärmewende voran zu kommen, will das Unternehmen laut eigener Angabe verstärkt Nah- und Fernwärme anbieten. Bereits jetzt habe die Fernwärme einen hervorragenden Primärenergiefaktor von 0,49, Öl- und Gasheizungen liegen dagegen bei 1,1.
Die STAWAG plane innovative Nahwärmekonzepte und Angebote für Neubauquartiere. So habe das Unternehmen bereits ein Projekt auf der Basis von Abwasserwärmenutzung im Wiesental sowie ein weiteres auf der Basis von Thermalwasser in Burtscheid umgesetzt. Nun prüfe der Energieversorger eine solarthermische Nahwärmeversorgung, die für 120 Gebäude eine zu 100 Prozent klimaneutrale Bilanz ergeben würde. Auch Niedertemperatursysteme sollen verstärkt realisiert werden.

Ziel 3: Nachhaltige Mobilität

Bundesweit habe beim Klimaschutz vor allem der Verkehrssektor Aufholbedarf. „Uns ist bewusst, dass eine Verkehrswende weit mehr als nur neue Antriebstechnologien umfassen muss. Als eine leise, emissionsarme und effiziente Technik nimmt Elektromobilität jedoch zu Recht schon eine große Rolle ein“, sagt Ullrich. „Die Zulassungszahlen von E-Autos steigen derzeit rapide an. Auch wir sehen – trotz einer leichten pandemiebedingten Delle – einen starken Zuwachs von Ladevorgängen an unserer öffentlichen Lade-Infrastruktur.“ In einem gemeinsamen Projekt arbeiten die Stadt Aachen und die STAWAG daran, in den nächsten Jahren die Anzahl an Ladepunkten zu verzehnfachen. Bei dem gemeinsamen Projekt mit der Stadt Aachen ALigN stehen vor allem Unternehmen und Institutionen im Fokus, die sowohl die eigene Flotte elektrifizieren, als auch ihren Angestellten das Laden beim Arbeitgeber ermöglichen – und im Idealfall ihre Lade-Infrastruktur nachts Anliegern zur Verfügung stellen, so die STAWAG.
Darüber hinaus wolle das Unternehmen in den nächsten Jahren an wichtigen Verkehrsadern und zentralen Punkten HPC-Ladeparks (High Power Charging) für das superschnelle Laden errichten. „Nicht unterschätzen sollte man jedoch, dass viele Menschen ihre E-Autos zu Hause laden werden. Mit einem Bündel von Angeboten im E-Store und in unserem Online-Store fördern wir deshalb Ladestationen für zu Hause und bieten seit Jahresanfang zwei attraktive Autostromtarife an“, ergänzt Ullrich.

Ziel 4: Energieeffizienz unterstützen

„Energiesparen und Energieeffizienz haben es in den letzten Jahren etwas schwer gehabt“, sagt Ullrich. „Völlig zu Unrecht, denn man spart dadurch nicht nur Kosten, sondern schont auch Ressourcen und das Klima. Gemeinsam mit unseren Partnern wie effeff.ac und altbau plus und flankiert durch eigene Förderprogramme tun wir viel für jene, die auch in den eigenen vier Wänden Energie sparen wollen.“ Bereits jetzt gibt es für Kunden der STAWAG Anreize fürs Energiesparen: Wer beispielsweise zehn Prozent seines jährlichen Stromverbrauchs reduziert, erhält einen Zuschuss von 100 Euro, teilt der Aachener Energiedienstleister mit.
Der Ersatz alter Öl- und Gasheizungen durch effiziente Brennwertkessel, die Installation von Wärmepumpen, Photovoltaik, Solarthermie oder Brennstoffzellen seien weitere technisch geeignete Lösungen für Eigenheimbesitzer. Um die Energieeffizienz zu steigern, wolle die STAWAG ihre Beratungs-, Dienstleistungs- und Produktpalette beständig weiterentwickeln.

Ziel 5: Handeln am Klimaschutz ausrichten

Die STAWAG nehme mit ihren Klimaschutzzielen durchaus ihre eigene Arbeit kritisch unter die Lupe. „Auch wir selbst wollen in unseren innerbetrieblichen Prozessen noch besser werden. Dank der Initiative der Belegschaft arbeiten wir beispielsweise an unserem Mobilitätsverhalten und unterstützen in vielfältiger Weise das Radfahren oder zukünftig Sharing-Modelle mit der ASEAG“, erläutert Ullrich. „Auch nach der Pandemie wird es bei uns sicher mehr Möglichkeiten zum mobilen Arbeiten geben, sodass wir Fahrstrecken verringern können. Elektromobilität spielt in unserem Fuhrpark ohnehin schon eine große Rolle und soll weiterwachsen.“ Becker berichtet: „Es ist klar, dass wir damit sehr ehrgeizige Arbeitspakete und große Investitionsvorhaben anpacken. Die dafür notwendigen Summen können wir derzeit noch nicht vollständig abschätzen, setzen hierbei aber auch auf verschiedene Fördermittel. Umsetzbar ist unser Klimakonzept nur, weil sich hierfür auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter großartig engagieren und wir Rückenwind durch viele Akteure wie etwa Kommune und Hochschulen bekommen.“





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