Sonntag, 29. März 2026

MWM-LiberoSchnelle Abrechnung mit System

[19.01.2022] Seit seiner Unternehmungsgründung im Jahr 2011 nutzt der im Münsterland ansässige Tiefbauspezialist Eggert für seine Aufmaße und Abrechnungen die Software MWM-Libero. Die Lösung ist einfach zu handhaben und zeichnet sich durch Übersichtlichkeit aus.
Für das Aufmaß und die Abrechnung nutzt der auf Tief- und Rohrleitungsbau spezialisierte Betrieb Eggert die Software MWM-Libero.

Für das Aufmaß und die Abrechnung nutzt der auf Tief- und Rohrleitungsbau spezialisierte Betrieb Eggert die Software MWM-Libero.

(Bildquelle: Eggert GmbH, Heek)

Spezialisiert auf den Tief- und Rohrleitungsbau bearbeitet der im münsterländischen Heek ansässige Betrieb Eggert mit 70 Mitarbeitern Aufträge von kommunalen Energieversorgern, Kommunen, Landesbetrieben und Unternehmen. Damit das Aufmaß und die Abrechnung der Projekte mühelos vonstatten geht, nutzen die Tiefbauspezialisten die Software MWM-Libero des Bonner Software-Hauses MWM Software & Beratung.
Da im Rohrleitungsbau unbekannte Trassenführungen Gefahren und Schadenspotenziale bieten, setzt Eggert auf modernste Erkundungstechnik wie Georadarsysteme. Diese ebnen den Weg für eine risikofreie Verlegung von Leitungen und Kanälen, die Überprüfung bisheriger Pläne sowie die Erkundung von Verlegetrassen vor der Anwendung von grabenlosen Verlegeverfahren. Für die Horizontalbohrtechnik ist der münsterländische Betrieb verantwortlich. Diese ermöglicht eine kostengünstige und effiziente Arbeitsweise. Vier Anlagen mit einer Zugkraft von vier bis 18 Tonnen setzen die Rohrleitungsbauer dazu ein und mieten, wenn notwendig, weitere Anlagen hinzu.
Als Winfried Leusbrock 2011 das Unternehmen gründete, führte er zeitgleich MWM-Libero ein – ein Programm für Aufmaß und Mengenermittlung sowie Bauabrechnung –, da er es von seiner früheren Arbeitsstelle kannte und für gut befunden hatte.

LV als GAEB-Datei einlesen

Vor der Abrechnung steht die Angebotsbearbeitung. Zwecks Abgabe eines Angebots erhält das Unternehmen vom potenziellen Auftraggeber eine GAEB-Datei im Format GAEB DA XML mit dem Leistungsverzeichnis (LV). Dieses liest Lucas Althoff, unter anderem zuständig für die Angebotserstellung, in das Programm für die schnelle Angebotsbearbeitung MWM-Pisa ein. Die Software stellt das LV mit seinen Positionen und den entsprechenden Kurz- und Langtexten übersichtlich in Tabellenform dar, in die Lucas Althoff seine Preise eingibt. Zusätzliche, nicht im LV enthaltene Positionen wie etwa den Einsatz eines Georadarsystems kann der Kalkulator problemlos nachträglich einfügen. Circa 80 Prozent der Auftraggeber entscheiden sich für den Einsatz eines Georadarsystems, da dieses die kostenträchtige Durchführung von Suchschlitzungen und Suchschachtungen überflüssig macht. Zwecks Submission schickt Althoff das bepreiste LV als GAEB-Datei zurück zum Auftraggeber.
Erhält Eggert den Auftrag, werden die Daten in MWM-Libero eingelesen. Einzelne Positionen können mit den verhandelten Nachlässen angepasst werden. Büroleiter Markus Herick, zuständig für die Abrechnung, erklärt: „Das Programm bietet unter anderem die Möglichkeit, entweder einen prozentualen Nachlass über alle Positionen zu hinterlegen oder spezielle Nachlässe bei einzelnen Positionen. Auch kann ich Skonti extra aufführen.“ Diese flexible Möglichkeit ist für Herick ein großer Vorteil.

Digitale Erfassung der Massenansätze

Auf der Baustelle erfasst der Bauleiter zusammen mit dem Vertreter des Bauherrn die Massenansätze entweder auf Papier oder direkt digital. Letzteres bedeutet eine erhebliche Arbeitserleichterung. Die Massenansätze werden dann in MWM-Libero den einzelnen Positionen zugeordnet. Die Daten können auch per Copy-and-Paste in den Positionen eingefügt werden. Das Programm stellt neben dem Eintippen der Daten oder der Handschrifterkennung weitere Erfassungsmethoden zur Verfügung. So können die Daten aus REB DA11-Dateien und aus Excel importiert oder aus Laser-Entfernungsmessern mittels Bluetooth übertragen werden. Auch ist es möglich, das Aufmaß aus Bildern (jpg) und Zeichnungen (dxf), aus Querprofilen sowie die Daten aus GPS-Vermessungssystemen zu übernehmen.
Der Abrechner kann gleichzeitig Kriterien anlegen, denen die Massenansätze neben Positionen zugeordnet werden können. Dies könnten zum Beispiel geprüfte und nicht geprüfte Aufmaße, 1. Abschlag, 2. Abschlag et Zeter sowie verschiedene Kostenträger abhängig von der jeweiligen Baustelle sein. Die benötigten Berechnungsformeln sind in MWM-Libero selektierbar, wobei immer die zuletzt benutzte Formel vorgeschlagen wird. Somit ist für jeden Beteiligten – und speziell für den Auftraggeber – das Aufmaß nachvollziehbar.

Individuell anpassbar

Sollten Abweichungen vorliegen, passt man diese mit dem zuständigen Bauleiter an. Bei erbrachten Mehrleistungen fügt man bei Eggert diese als Nachtrag einfach in der Baumstruktur ein. Die individuelle Anpassbarkeit des Programms nutzt Eggert auch bei anderen Projekten. So hat das Unternehmen mit einem Stadtwerk einen Rahmenvertrag über drei Jahre abgeschlossen. Lucas Althoff erläutert: „Ab einem gewissen Zeitpunkt mussten wir die Preise anpassen und die Preissteigerung auch bei der Schlussrechnung mitberücksichtigen.“ Dazu legte Lucas Althoff zwei Stammbäume in der Datei an. In diesen konnte er untergliedern, welcher Preis von wann bis wann galt und ab wann der erhöhte Preis zum Tragen kommt. Bei einem anderen Versorger gab es im Rahmenvertrag in den Sparten Tief- und Rohrleitungsbau sowie bei den Stundenverrechnungssätzen unterschiedliche Preisanpassungen von 10, 5 und 7 Prozent. Durch eine entsprechende Selektion der einzelnen Positionen konnte Lucas Althoff auf Knopfdruck die Preise anpassen.
Abhängig vom Vertrag stellt Markus Herick entweder Abschlagszahlungen oder den Baufortschritt entsprechend in Rechnung. Die Abschlagszahlungen oder Schlussrechnung, letztere kann auch schon einmal bis zu 500-600 Seiten umfassen, leitet er als DA11-Datei an den Bauherren.

Übersichtliche Darstellung

MWM-Libero sorgt bei den Auftraggebern dafür, dass selbst umfangreiche Baumaßnahmen übersichtlich dargestellt werden und somit besser prüfbar sind. Dabei können die Mengenermittlungen neben den Leistungsverzeichnispositionen beliebigen anderen Kriterien zugeordnet werden, wie etwa Straßen, Kostenstellen, Teilrechnungsnummern und Achsabschnitten.
Des Weiteren hat der Abrechner zwecks interner Dokumentation pro Position eine Memofunktion zur Verfügung. Damit dokumentiert er, was bei der Abrechnung der Position zu beachten ist, wie zum Beispiel Veränderungen im Bauablauf, erwartete Mehrmengen, zurückgestellte Abrechnungen und Hinweise zum Grad der Fertigstellung. Um die Übersichtlichkeit zu wahren, kann er diese Positionen automatisch in der Baumstruktur markieren und in eine interne Liste drucken lassen. Mittels Suchfunktion kann der Abrechner auch bei großen Baumaßnahmen schnell auf seine Notizen zugreifen: Durchsuche 2.800 Positionen, bei denen im Memo-Text der Begriff „Nachtrag“ steht.
Das gesamte Vorgehen trägt zur besseren Dokumentation bei. Die Auswertung Massendruck, Angebots- und Rechnungserstellung, Export erfolgen wahlweise nach Positionen oder nach freien Kriterien. Die Daten können nach GAEB, REB, zu Word, zu Excel und PDF und natürlich auf jeden Drucker ausgegeben werden.
Als Vorteile sieht man bei Eggert neben der einfachen Handhabung und der Übersichtlichkeit des Programms den Service des Software-Unternehmens. „Bei einem Anruf erhalten wir immer eine Antwort auf unsere Frage und sollte unser Ansprechpartner in einem Termin sein, ruft er direkt danach zurück. Das ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr“, erklärt Markus Herick.

Heike Blödorn ist freie Autorin in Karlsruhe.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Informationstechnik

EWE: Eigenes SOC für IT- und OT-Systeme

[25.03.2026] Der Energie- und Telekommunikationskonzern EWE baut seine Cyber-Abwehr mit einem eigenen Security Operations Center für IT- und OT-Systeme aus. Das Angebot richtet sich bundesweit an Unternehmen und KRITIS-Betreiber und reagiert auf steigende Anforderungen durch NIS2, KI-gestützte Angriffe und komplexe Cloud-Umgebungen. mehr...

Advertorial: Forderungsmanagement auslagern

[19.03.2026] Der Fachkräftemangel zwingt Energieversorger zum Umdenken. Gleichzeitig steigen die Anforderungen im Forderungsmanagement. Die Lösung: Ein spezialisierter Partner übernimmt die komplette Zahlungsabwicklung – von der ersten Buchung bis zum Inkasso. mehr...

beegy: EEBUS-Zertifikat erhalten

[19.03.2026] Das Heim-Energiemanagementsystem von beegy ist nach dem herstellerübergreifenden EEBUS-Standard zertifiziert. Damit erfüllt die Lösung zentrale Vorgaben für interoperables Energiemanagement und wird für Energieversorger im Prosumer-Markt unmittelbar einsetzbar. mehr...

kraftwerk Software Gruppe: Energieversorger wechseln auf cloudbasierte Plattform

[18.03.2026] Die Stromversorgung Greding und die Stadtwerke Hemau stellen ihre IT-Landschaft gemeinsam auf eine cloudbasierte Plattform um. Das Projekt soll Prozesse vereinheitlichen, Synergien heben und den Weg für weitere Digitalisierungsschritte ebnen. mehr...

Stadtwerke Lübeck: Erstes eigenes Rechenzentrum in Betrieb genommen

[13.03.2026] Die Stadtwerke Lübeck haben ihr erstes eigenes Rechenzentrum in Betrieb genommen, das sensible Daten künftig direkt vor Ort verarbeitet und speichert. Das Projekt soll die digitale Souveränität der Region stärken – und stößt schon zum Start auf große Nachfrage. mehr...

Nexiga: Plattform analysiert Strommarkt-Dynamiken

[05.03.2026] Das Unternehmen Nexiga bringt mit dem Hellbrise Monitor eine neue Datenplattform zur Analyse von Strommarkt-Dynamiken an den Start. Das Tool soll Einspeisespitzen, negative Preise und strukturelle Risiken der Energiewende transparent machen und richtet sich an Versorger, Netzbetreiber, Forschung und Politik. mehr...

VertiGIS: Vorarlberger Energienetze erneuert Geo-Informationssystem

[04.03.2026] Das Unternehmen Vorarlberger Energienetze stellt sein Geo-Informationssystem auf die dritte Generation um und setzt dabei auf Technologie von VertiGIS. Der Wechsel ist wegen des auslaufenden Altsystems bis 2028 zwingend und betrifft Datenqualität, Netzbetrieb und künftige KI-Anwendungen gleichermaßen. mehr...

Mitarbeiterin im Kundenzentrum der evm mit Headset vor zwei Monitoren im Büro, im Hintergrund eine gelbe Wand mit evm-Logo.

evm: KI-Chatbot entlastet Kundenservice

[03.03.2026] Das kommunale Unternehmen Energieversorgung Mittelrhein (evm) zieht eine Zwischenbilanz zum Einsatz seines KI-Chatbots Eva. Demnach wurden allein im Jahr 2025 mehr als 40.000 Gespräche geführt. mehr...

WEMAG: Wechsel auf S/4HANA-Plattform

[03.03.2026] Die WEMAG-Gruppe hat ihre IT-Systeme grundlegend umgestellt. Nach einer Projektzeit von 18 Monaten nutzt das Unternehmen nun die S/4HANA-Plattform von Thüga SmartService. Dabei wurden 92 Buchungskreise und knapp 500 Nutzerinnen und Nutzer migriert. mehr...

bericht

Plattformstrategie: Hybrid denken, souverän handeln

[26.02.2026] Die Erlanger Stadtwerke sind mit Microsoft 365 auf eine Plattform umgestiegen, die Mitarbeitende spürbar entlastet und die Zusammenarbeit effizienter gestaltet. Im Sinne der digitalen Souveränität wurde für die Softwarearchitektur ein hybrider Ansatz gewählt. mehr...

Wuppertaler Stadtwerke: IT-Partnerschaft mit rku․it besiegelt

[23.02.2026] Die Wuppertaler Stadtwerke bauen ihre IT mit der NextGen-Plattform von rku.it aus. Die strategische Partnerschaft soll Prozesse im SAP-Umfeld modernisieren und den kommunalen Versorger langfristig digital absichern. mehr...

cortility: Zusatzmodule an SAP S/4HANA angepasst

[20.02.2026] Das Unternehmen cortility hat mehrere Zusatzmodule für SAP S/4HANA Utilities überarbeitet. Die Lösungen nutzen die neue Systemarchitektur und lassen sich ohne große Anpassungen integrieren. Weitere Erweiterungen sind angekündigt. mehr...

Salesfive: CRM-Vorlage für Stadtwerke

[20.02.2026] Die Energieversorgung Oberhausen und Salesfive präsentieren eine CRM-Lösung für Stadtwerke. Die auf Praxiserfahrungen basierende Vorlage soll den Kundenservice schneller und effizienter machen. Laut den Unternehmen ist der Start innerhalb weniger Wochen möglich. mehr...

Martin: Umstieg auf Stackable Data Platform

[18.02.2026] Das Unternehmen Martin für Umwelt- und Energietechnik analysiert Betriebsdaten seiner Waste-to-Energy-Anlagen mit der Stackable Data Platform zentral in einer Open-Source-Umgebung. Damit will das Unternehmen Emissionen präziser steuern, Wartungen vorausschauend planen und als Teil Kritischer Infrastruktur datensouverän bleiben. mehr...

Visualisierung einer Energiehandels-Software vor einem Windpark bei Sonnenuntergang: Links ist ein digitales Dashboard mit Diagrammen, Kurven und Tabellen zu Stromdaten zu sehen, rechts erstrecken sich mehrere Windkraftanlagen. Rote, leuchtende Datenlinien durchziehen die Landschaft und symbolisieren die digitale Vernetzung und Steuerung erneuerbarer Energien.

Kisters: Neue Plattform für den Energiehandel

[12.02.2026] Das Unternehmen Kisters präsentiert auf der E-world energy & water 2026 eine neue Software für das Portfoliomanagement. Die Lösung richtet sich an Energiehändler, Stadtwerke und Dienstleister. Sie soll Prozesse automatisieren und den Handel mit Strom und Gas effizienter machen. mehr...