Donnerstag, 22. Oktober 2026

adesso/NatuvionStudie zu IT-Transformation

[26.06.2025] Eine neue Studie von adesso und Natuvion zeigt: IT-Transformationen bei Energieversorgern sind vor allem durch Komplexität, Zeitdruck und mangelnde Datenqualität geprägt. Künstliche Intelligenz wird bislang nur als unterstützender Faktor genutzt – nicht als Haupttreiber.

Die neue Studie zeigt, dass IT-Transformation kein Selbstläufer, sondern ein strategischer Kraftakt ist.

(Bildquelle: adesso SE/Natuvion GmbH)

IT-Transformationen in der Energiebranche sind anspruchsvolle Großprojekte – geprägt von Komplexität, knappen Ressourcen und der Suche nach strategischer Orientierung. Das zeigt die aktuelle Studie IT-Transformation Utilities 2025, die von adesso und Natuvion in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführt wurde. Wie die beiden Unternehmen mitteilen, wurden 225 Führungskräfte aus mittelständischen und großen Versorgungsunternehmen befragt, die entweder laufende Transformationsprozesse verantworten oder kürzlich abgeschlossen haben.

Die Ergebnisse der Untersuchung machen deutlich, dass Zeit, strategische Klarheit und Datenqualität zu den zentralen Erfolgsfaktoren zählen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen plant mehr als ein Jahr für die Umsetzung ein – bei Versorgern mit einem Umsatz von über einer Milliarde Euro sind es sogar über 80 Prozent. Gleichzeitig nennt fast ein Drittel der Befragten die Komplexität des Gesamtprojekts als größte Herausforderung. Auch Budgetfragen und die Analyse bestehender IT-Landschaften rangieren weit oben auf der Problemliste.

Regionale Unterschiede

Regionale Unterschiede treten ebenfalls zutage: Während in Deutschland vor allem das Budgetmanagement als Hürde genannt wird, mangelt es in der Schweiz laut Einschätzung der Befragten eher an qualifizierten Beratern und Personalressourcen. Österreichische Energieversorger empfinden die Komplexität ihrer Projekte als besonders herausfordernd.

Die Studie wirft zudem einen Blick auf die Rolle von Künstlicher Intelligenz. Zwar geben 37,9 Prozent der Teilnehmer an, dass KI ein zentraler Treiber ihrer Transformation sei, doch für die Mehrheit bleibt sie ein zusätzlicher, nicht entscheidender Nutzenfaktor. Lediglich 7,9 Prozent schreiben KI keinerlei Rolle zu. Damit wird deutlich, dass Künstliche Intelligenz in Transformationsprojekten derzeit meist ergänzend zum Einsatz kommt, jedoch selten als strategischer Auslöser dient.

Der Cutover, also der Übergang vom Projekt- in den Livebetrieb, ist ein kritischer Punkt im Prozess. In Deutschland und der Schweiz konnten ihn über 85 Prozent der Unternehmen innerhalb von zwei Tagen abschließen. In Österreich benötigten dagegen fast zwei Drittel drei Tage oder mehr – ein Hinweis auf unterschiedliche Umsetzungskapazitäten und Planungsniveaus in der Region.

Erfolgsfaktor Datenqualität

Trotz aller Herausforderungen berichten 87,7 Prozent der Befragten, dass sie ihre gesteckten Ziele erreicht haben. Interessant dabei: Während Top-Manager die Zielerreichung vorsichtiger einschätzen, äußern sich mittlere Führungsebenen deutlich positiver.

Ein besonders häufig genannter Erfolgsfaktor ist die Verbesserung der Datenqualität. Laut Holger Strotmann, Geschäftsführer von Natuvion, ist sie die Grundlage jeder modernen IT-Transformation: „Ohne verlässliche Daten bleiben Cloud, KI und Innovation Stückwerk.“ Deshalb fordert er klare Strukturen in der Datenpflege, Governance und gezielten Kompetenzaufbau.

Die „IT-Transformation Utilities 2025“ ist den beiden Unternehmen zufolge eine praxisnahe Bestandsaufnahme zum Stand der Digitalisierung in der Energieversorgung. Sie liefere Entscheidungsträgern konkrete Anhaltspunkte, wie sich Komplexität, Zeitdruck und technologische Entwicklung gezielt in Einklang bringen lassen – und mache deutlich, dass IT-Transformation kein Selbstläufer ist, sondern ein strategischer Kraftakt.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Informationstechnik
bericht

Cyber-Sicherheit: NIS2-Konformität ­wirtschaftlich umsetzen

[20.10.2026] Im Rahmen der NIS2-Richtlinie sind auch kleinere Stadtwerke dazu verpflichtet, verbindliche Anforderungen an die Cyber-Sicherheit, das Risikomanagement und die Meldeprozesse umzusetzen. Aufgrund fehlender Security-Experten und begrenzter IT-Budgets ist das jedoch eine große Herausforderung. mehr...

dena: Konzept für Energiedatenraum bis 2032 vorgelegt

[19.10.2026] Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat ein Konzept für einen branchenübergreifenden Energiedatenraum vorgestellt, der den Datenaustausch im Stromsektor bis 2032 verbessern soll. Eine Studie zeigt am Beispiel variabler Netzentgelte, welche Vorteile eine gemeinsame digitale Infrastruktur bieten könnte und wie sich diese schrittweise einführen ließe. mehr...

EnBW: Energiewelt-App überarbeitet

[16.10.2026] Die EnBW hat ihre Kunden-App überarbeitet und um neue Funktionen zur Verbrauchsüberwachung und Steuerung von Energieanlagen erweitert. Die Anwendung integriert nun auch ein Heim-Energie-Management-System, mit dem sich unter anderem Wärmepumpen und Elektroautos steuern lassen. mehr...

Schleupen/Hansen: Zusammenarbeit verlängert

[16.10.2026] Die Softwareunternehmen Schleupen und Hansen Technologies setzen ihre Zusammenarbeit im Energiedatenmanagement für weitere fünf Jahre fort. Mehr als 80 Energieversorger mit über drei Millionen Messstellen nutzen die gemeinsame Lösung bereits. mehr...

Cyber-Sicherheit: Risiken für Wind- und Solarparks

[13.10.2026] Eine neue Studie hat Tausende über das Internet erreichbare Systeme im Umfeld europäischer Wind- und Solarparks identifiziert. Der Cyber-Sicherheitsrat Deutschland warnt vor wachsenden Risiken für die Energieversorgung durch die zunehmende Dezentralisierung. mehr...

Stadtwerke Flensburg: Instandhaltung auf neue Softwarelösung umgestellt

[06.10.2026] Die Stadtwerke Flensburg haben ihre mobile Instandhaltung auf eine neue Softwarelösung umgestellt. Das Maintenance Portal von argvis soll papierbasierte Abläufe ersetzen und die Arbeit in Netzen, Erzeugung und Service auf einer gemeinsamen Plattform bündeln. mehr...

Soluvia: Abrechnungsplattform für Stadtwerke eröffnet

[29.09.2026] Soluvia Energy Services bietet seine Abrechnungsplattform SESuite erstmals Energieversorgern außerhalb des MVV-Energie-Konzerns an. Das Full-Service-Angebot richtet sich vor allem an kleinere und mittlere Versorger, die ihre Abrechnungssysteme ablösen oder neu aufstellen wollen. mehr...

data analytics institute: Neuer Konsortialpartner von energy data-X

[28.09.2026] Das data analytics institute wird Konsortialpartner von energy data-X und bringt seinen Datenraum HEAT-X für die kommunale Wärmeplanung ein. Damit sollen Daten aus Strom- und Wärmesektor künftig über eine gemeinsame Infrastruktur verknüpft werden. mehr...

Greenflash: Dezentrale Energiesysteme in Echtzeit steuern

[25.09.2026] Greenflash hat mit Greencore AI eine Software zur Echtzeitsteuerung dezentraler Energiesysteme entwickelt. Sie soll Erzeugung, Speicherung und Verbrauch anhand von Prognosen und aktuellen Marktdaten wirtschaftlich aufeinander abstimmen. mehr...

items: ITS Group übernimmt Fernwärme-Software

[24.09.2026] items überträgt seine Fernwärme-Software Grid Insight: Heat zum 1. November 2026 an die ITS Group. Mit der Software wechselt auch das zuständige Team zum Dortmunder Unternehmen. mehr...

G&W Software: Unterstützung bei Investitionsentscheidungen

[21.09.2026] Der Umbau der Energieversorgung stellt Versorger vor langfristige Investitionsentscheidungen bei Gas-, Wärme- und Stromnetzen. Die Software CaliforniaX soll dabei helfen, unterschiedliche Szenarien zu kalkulieren und Infrastrukturprojekte auf ihre Wirtschaftlichkeit zu prüfen. mehr...

GISA: Stadtwerke Bonn modernisieren Data Warehouse

[17.09.2026] Die Stadtwerke Bonn haben ihr bisheriges SAP Business Warehouse durch eine neue Plattform auf Basis von SAP BW/4HANA ersetzt. Gemeinsam mit dem IT-Dienstleister GISA wurde die Analytics-Landschaft des kommunalen Unternehmens neu aufgestellt. mehr...

Thüga SmartService: KI-Plattform für Stadtwerke gestartet

[09.09.2026] Thüga SmartService hat mit SKIP eine speziell auf die Energiewirtschaft zugeschnittene Plattform für Künstliche Intelligenz entwickelt. Stadtwerke und Energieversorger sollen damit KI-Agenten für Wissensmanagement und Geschäftsprozesse einsetzen können, ohne die Kontrolle über ihre Daten abzugeben. mehr...

cortility: KI automatisiert Standardanliegen

[03.09.2026] cortility und Pipeforce wollen Künstliche Intelligenz stärker für die automatisierte Bearbeitung von Kundenanliegen bei Energieversorgern einsetzen. Standardvorgänge wie Zählerstandsmeldungen, Umzüge oder Abschlagsfragen sollen sich damit weitgehend ohne manuelle Eingriffe verarbeiten lassen. mehr...

Illustration eines Laptops, aus dessen Bildschirm eine Rechnung in Papierform ausgegeben wird. Die Darstellung symbolisiert den digitalen Rechnungsversand.

E-Rechnung: Versandpflicht wird ausgeweitet

[26.08.2026] Für Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Umsatz verschärfen sich zum Jahreswechsel die Vorgaben für elektronische Rechnungen. Ab Januar 2027 müssen sie E-Rechnungen nach der europäischen Norm EN 16931 versenden. Ein Jahr später gilt die Vorgabe für alle Unternehmen. mehr...