Mittwoch, 21. Oktober 2026

SachsenZweiter Umsetzungsbericht zur Wasserstoffstrategie

[15.08.2025] Sachsen treibt den Ausbau seiner Wasserstoffwirtschaft voran. Der zweite Umsetzungsbericht zur Wasserstoffstrategie zeigt Fortschritte bei Infrastruktur, Forschung und Kooperationen – und benennt zugleich bestehende Hürden.

Sachsen treibt den Ausbau seiner Wasserstoffwirtschaft voran.

(Bildquelle: adobestock)

Sachsens Energie- und Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) hat im Kabinett den zweiten Umsetzungsbericht zur Sächsischen Wasserstoffstrategie vorgelegt. Wie das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz mitteilt, wurden seit der Vorstellung der Strategie Anfang 2022 zahlreiche Projekte angestoßen oder umgesetzt. Forschungseinrichtungen, Unternehmen und die öffentliche Hand arbeiten gemeinsam daran, Erzeugung, Speicherung, Transport und Nutzung von Wasserstoff zu etablieren und sächsische Technologien bundes- wie europaweit zu positionieren.

Ein Meilenstein sei im Oktober 2024 die Genehmigung des nationalen Wasserstoff-Kernnetzes mit einer geplanten Länge von 9.040 Kilometern bis 2032 gewesen (wir berichteten). Es soll Produzenten, Speicher, Importeure und Verbraucher verbinden und damit Investitionssicherheit schaffen. In der ersten Ausbaustufe werden auch die sächsischen Regionen Dresden, Leipzig, Zwickau, die Lausitz und der Industriebogen Meißen angeschlossen. Bereits im Frühjahr 2025 nahm das Unternehmen Ontras Gastransport einen ersten Teilabschnitt in Betrieb. Da das Netz zunächst nicht alle Regionen erreichen wird, drängt die Landesregierung auf schnelle Planungssicherheit für den gesamten Freistaat.

Panter bezeichnete das Kernnetz als „grundlegendes Rückgrat“ der Wasserstoffwirtschaft. Es öffne die Tür für internationale Zusammenarbeit, etwa mit Tschechien und Andalusien, die für das Erreichen der ehrgeizigen Ziele unerlässlich sei.

Mit dem Hydrogen Innovation Center (HIC) entsteht in Chemnitz eines von vier nationalen Innovations- und Technologiezentren. Gefördert vom Bund und vom Land soll es Forschung, Entwicklung, Test- und Zulieferungsprozesse in der Wasserstoffmobilität vorantreiben – mit besonderem Fokus auf kleine und mittlere Unternehmen. Die Einrichtung soll technische Möglichkeiten bieten, die es bislang in Deutschland nicht gibt.

Panter sieht Sachsen „auf einem guten Weg“, betonte aber, dass für einen nachhaltigen Markthochlauf Investitionssicherheit, verlässliche Rahmenbedingungen, transparente Preisbildung und eine abgestimmte Infrastruktur nötig seien. Grüner Wasserstoff könne einen wichtigen Beitrag leisten, sei aber keine Lösung für alle Anwendungen gleichermaßen.



Stichwörter: Politik, Wasserstoff, Sachsen


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik Wasserstoff

Pelz: Qualitätssicherung für Kraftwerke und Wasserstoffnetz

[19.10.2026] Der geplante Bau wasserstofffähiger Gaskraftwerke und der Ausbau des Wasserstoff-Kernnetzes stellen hohe Anforderungen an die Qualitätssicherung. Der Prüfdienstleister Pelz weist insbesondere auf die Belastbarkeit von Schweißverbindungen und den Bedarf an qualifiziertem Prüfpersonal hin. mehr...

bericht

Stuttgart: Fortschritt braucht Mut und Rückhalt

[13.10.2026] Das Wasserstoffprojekt Green Hydrogen Hub der Stadtwerke Stuttgart und der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart nimmt Fahrt auf. Mit dem Innovationsprojekt wollen die Umsetzungspartner, Fördermittelgeber und Gremien ein starkes Zeichen für Aufbruch setzen. mehr...

EWE/Verbund: 500-Megawatt-Elektrolyseur geplant

[13.10.2026] Die Energieunternehmen EWE und Verbund gründen ein Joint Venture für ein Wasserstoffprojekt in Nordenham. Ein Elektrolyseur mit bis zu 500 Megawatt Leistung soll dort ab 2032 jährlich rund 50.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. mehr...

EWE: Bilfinger soll Gasaufbereitungsanlage liefern

[29.09.2026] EWE hat Bilfinger mit der Gasaufbereitung für den geplanten Wasserstoffspeicher in Huntorf beauftragt. Dort soll eine bestehende Erdgaskaverne umgerüstet werden und ab 2028 rund 16 Millionen Normkubikmeter Wasserstoff speichern können. mehr...

Universität Stuttgart: Forschungsplattform für Wasserstofftechnologien eröffnet

[22.09.2026] Die Universität Stuttgart hat in Freudenstadt die Industrieforschungsplattform WAVE-H2 eröffnet. Unternehmen sollen dort neue Energie- und Wasserstofftechnologien unter realitätsnahen Bedingungen im industriellen Maßstab erproben können. mehr...

Schleswig-Holstein: Land fördert Wasserstoffprojekt in Lübeck

[18.09.2026] Die Entsorgungsbetriebe Lübeck wollen auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrums einen Elektrolyseur zur Produktion von grünem Wasserstoff errichten. Das Land Schleswig-Holstein unterstützt das Projekt H2ANSE mit rund 3,55 Millionen Euro. mehr...

Green Hydrogen Hub Stuttgart: Vier Niederdruckspeicher aufgestellt

[16.09.2026] Am Green Hydrogen Hub Stuttgart sind vier Niederdruckspeicher mit einer Kapazität von insgesamt bis zu 2.100 Kilogramm Wasserstoff aufgestellt worden. Sie sollen künftig die Wasserstoffproduktion und -versorgung zeitlich entkoppeln und damit flexibler gestalten. mehr...

Microgrid-Container der Hochschule Bremerhaven mit technischen Anlagen zur Erzeugung und Nutzung von grünem Wasserstoff.
bericht

Hochschule Bremerhaven: Testlabor für autarkes Energiesystem

[14.09.2026] Die Hochschule Bremerhaven untersucht, wie Wohnsiedlungen und Gewerbegebiete mithilfe von Microgrids weitgehend mit erneuerbaren Energien versorgt werden können. Ein Testsystem auf dem Hochschulgelände kombiniert dafür Photovoltaik, Windenergie, Batteriespeicher und Wasserstoff. mehr...

BDEW: Wasserstoffhochlauf stockt

[11.09.2026] In Deutschland befinden sich derzeit 98 Wasserstofferzeugungsprojekte mit einer Gesamtleistung von knapp 11.900 Megawatt in Planung. Der BDEW fordert bessere Rahmenbedingungen, damit daraus Investitionsentscheidungen und konkrete Projekte werden. mehr...

Hamburger Energienetze: Baustart von H2-Connector

[31.08.2026] Die Hamburger Energienetze haben in Moorburg mit dem Bau des H2-Connectors für das Wasserstoffnetz HH-WIN begonnen. Die Anlage soll ab 2027 Elektrolyse, Hamburger Verteilnetz und das bundesweite Wasserstoff-Kernnetz verbinden. mehr...

ABO Energy: Verkauf von H2-Hub

[24.08.2026] ABO Energy hat den H2-Hub im hessischen Hünfeld an Tyczka Hydrogen verkauft. Die Anlage produziert bereits zertifizierten grünen Wasserstoff für Busse und Lkw und umfasst Elektrolyseur, Tankstelle und Trailer-Abfüllung. mehr...

Karlsruhe: Gemeinderat macht Weg für neuen Kraftwerksblock frei

[20.08.2026] EnBW plant am Karlsruher Rheinhafen einen neuen Kraftwerksblock, der zunächst mit Gas und später mit Wasserstoff betrieben werden soll. Der Gemeinderat hat dafür den Weg über ein Bebauungsplanverfahren freigemacht und zugleich Vorgaben für Emissionen und den Brennstoffwechsel vereinbart. mehr...

Stuttgart: KI optimiert Elektrolyseure

[18.08.2026] Eine KI-gestützte Software soll den Betrieb von vier Elektrolyseuren im Green Hydrogen Hub Stuttgart optimieren. Die Stadtwerke Stuttgart und ZSW wollen damit Strommärkte, Batteriespeicher und Wasserstoffproduktion so aufeinander abstimmen, dass die Anlage flexibler und wirtschaftlicher arbeitet. mehr...

deeeper.technology: Geodatenanalyse unterstützt Planung von Wasserstoffanlage

[07.08.2026] Eine KI-gestützte Standortanalyse soll den Bau eines Fünf-Megawatt-Elektrolyseurs zur Erzeugung von grünem Wasserstoff im Raum Kempten beschleunigen. Das Projekt zeigt, wie digitale Geodatenanalysen die Planung von Wasserstoffanlagen unterstützen und eine Inbetriebnahme bereits 2027 ermöglichen sollen. mehr...

RWE: Erneuerbarer Wasserstoff erreicht Chemiepark

[06.08.2026] Erstmals ist erneuerbar erzeugter Wasserstoff aus den Elektrolyse-Anlagen in Lingen per Pipeline bis zum Chemiepark Marl transportiert worden. Das Projekt GET H2 Nukleus verbindet Erzeugung, Transport und industrielle Nutzung im Regelbetrieb und gilt als wichtiger Schritt für den Aufbau des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes. mehr...