Samstag, 14. Februar 2026

TermineKünftige Wärmekonzepte im Blick

[10.10.2022] Ukraine-Krieg und Klimawandel führen zu signifikanten Umwälzungen in der Energie- und Wasserversorgung. Resilienz und Versorgungssicherheit stehen deshalb auch im Fokus der gat/wat 2022 Mitte Oktober in Berlin.
Auf der gat/wat trifft sich die Gas- und Wasserbranche – und auch für Unterhaltung ist gesorgt.

Auf der gat/wat trifft sich die Gas- und Wasserbranche – und auch für Unterhaltung ist gesorgt.

(Bildquelle: Nicolas Det)

Von den in Deutschland jährlich verbrauchten rund 1.000 Terawattstunden (TWh) Gas werden circa 30 Prozent für das Heizen benötigt, knapp 40 Prozent nutzt die Industrie. „Selbst wenn gar kein russisches Gas mehr fließt, müssen die rund 19 Millionen Heizungskunden in Deutschland in ihren Wohnungen nicht frieren“, sagt Professor Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs (DVGW), der den Kongress gat/wat am 18. und 19. Oktober 2022 organisiert. „Sie zählen zu den so genannten geschützten Kunden und werden ähnlich wie Wärmekraftwerke, soziale Einrichtungen sowie Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen mit einer begrenzten Jahresentnahme auch den kompletten Winter über beliefert.“
Die Aufgabe der Politik und der Versorgungswirtschaft ist klar definiert: Die Abhängigkeit von russischem Erdgas so schnell wie möglich beenden. Dazu gehört laut dem Vorstandsvorsitzenden neben der Diversifizierung der Lieferländer auch ein breiteres Portfolio an Energieträgern. Dabei warnt der DVGW davor, ausschließlich oder vorwiegend auf strombasierte Lösungen zu setzen, eine Tendenz zu der die aktuelle Bundesregierung bislang zu neigen scheint. Linke: „Mit Wärmebedarfsspitzen kann das Gasnetz viel besser umgehen, denn dafür ist es ausgelegt. Es liefert an kalten Wintertagen die dreifache Energiemenge wie das Stromnetz.“
Nach Einschätzung des DVGW müsste die gegenwärtige Strategie den schnellen Ausbau der heimischen Kapazitäten von klimaneutralem Wasserstoff und Biomethan vorsehen. Biomethan-Anlagen stünden bereits in der Warteschleife und müssten nun dringend angebunden werden. Dabei sei die Politik aufgefordert, Hürden, die einem Anschluss und Hochlauf im Weg stehen, umgehend zu beseitigen.

Wasserstoff-KWK als Lösung

Die mit Wasserstoff betriebene Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) gilt als klimafreundlicher Enabler. Laut aktuellen Untersuchungen der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen passen Strom- und Wärmelastprofile der Technologien gut zusammen. Der KWK-Strom dient dabei als Antrieb von Wärmepumpen oder E-Autos in der unmittelbaren Nachbarschaft und reduziert so den nötigen Stromnetzausbau. Gleichzeitig steht Abwärme zur Einbindung etwa in Nahwärme­netze zur Verfügung. „So übernimmt die gasbetriebene KWK eine wichtige Back-up-Funktion für die Stromnetze in der Endverteilung und bedient gleichermaßen den Wärmesektor“, erläutert Linke – nach seiner Einschätzung ein „ideales Element für die anstehenden kommunalen Wärmeplanungen“.
Im Mittelpunkt des ersten Kongresstags der gat stehen Versorgungssicherheit und Diversifizierung. Weitere Themen sind die Roadmap Gas 2050 als Weg in die Klimaneutralität, der Netzausbau für die Energiewirtschaft 2.0 und die Dekarbonisierung der Industrie und des Wärmesektors.
Bereits Ende September finden unter dem Dach der gat vier Online-Fachforen statt. Diese adressieren vom 27. September bis zum 13. Oktober aktuelle Themen, wie die Zertifizierung des Herkunftsnachweises regenerativ erzeugter Gase, die DVGW H2-Datenbank zur Transformation der Netze oder Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel.

Michael Nallinger




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