NetzpaketVerbände sehen Nachbesserungsbedarf

Die Synchronisierung von Erzeugungs- und Netzausbau steht im Zentrum des Netzpakets.
(Bildquelle: adobestock)
Nachdem sich bereits unter anderem das rheinland-pfälzische Klimaschutzministerium und der Bundesverband WindEnergie kritisch zu den Plänen des Bundeswirtschaftsministeriums geäußert haben (wir berichteten), beziehen nun weitere Verbände Stellung zum Referentenentwurf für ein sogenanntes Netzpaket. Im Fokus stehen dabei Fragen der Planungssicherheit, der Ausgestaltung des Netzanschlusses und der Synchronisierung von Erzeugungs- und Netzausbau.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) will den Ausbau erneuerbarer Energien stärker am Zustand der Stromnetze ausrichten. Hintergrund sind zunehmende Engpässe in einzelnen Verteilnetzen: In Zeiten hoher Einspeisung müssen Anlagen abgeregelt werden; bislang erhalten Betreiber dafür Ausgleichszahlungen im Rahmen des Redispatch. Diese Kosten schlagen sich in den Netzentgelten nieder. Künftig sollen Netzgebiete, in denen mehr als drei Prozent des potenziell erzeugbaren Stroms wegen Engpässen nicht transportiert werden können, als „kapazitätslimitiert“ gelten. Für Neuanlagen in diesen Regionen ist vorgesehen, dass sie über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren keine Entschädigung erhalten, wenn ihr Strom nicht eingespeist werden kann. Zudem sind regional differenzierte Baukostenzuschüsse und neue Regelungen zur Kapazitätsvergabe geplant. Die Umsetzung soll im Rahmen einer EEG-Novelle erfolgen.
BDEW fordert ausreichend Zeit zur Konsultation
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fordert zunächst ausreichend Zeit zur Konsultation. Wie Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, erklärt, sei es richtig, dass das Ministerium mit Hochdruck an Verbesserungen im Netzanschluss arbeite. Die Branche brauche jedoch den im Koalitionsvertrag zugesagten Raum für eine fundierte Bewertung. Aus Sicht des BDEW müssen wirtschaftliche Planbarkeit für Erzeuger und Netzbetreiber sowie ein möglichst geringer administrativer Aufwand gewährleistet bleiben. Kritisch sieht der Verband insbesondere das vorgesehene Drei-Prozent-Kriterium für kapazitätslimitierte Leitungsabschnitte und den damit verbundenen Wegfall von Redispatch-Ausgleichszahlungen für bis zu zehn Jahre. Für Projektierer erneuerbarer Anlagen drohe dadurch ein Verlust an Planungssicherheit, zumal standortgebundene Technologien wie die Windenergie an Land nur eingeschränkt ausweichen könnten. Grundsätzlich unterstützt der BDEW jedoch einen weiter vorangetriebenen Netzausbau, mehr Transparenz über Netzkapazitäten sowie regional differenzierte Baukostenzuschüsse. Der Regulierungsrahmen müsse so weiterentwickelt werden, dass auch vorausschauende Netzausbaumaßnahmen erleichtert und Genehmigungsverfahren – insbesondere in den Verteilnetzen – beschleunigt würden.
BEE warnt vor mangelnder Finanzierung neuer Projekte
Auch der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) bewertet den Entwurf kritisch. BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser zufolge greift die vorgesehene Einschränkung von Einspeise- und Anschlussvorrang in die Grundsystematik des EEG ein und gefährdet Investitions- und Planungssicherheit. Wenn Verteilnetzbetreiber jeweils eigene Verfahren zur Priorisierung von Netzanschlüssen entwickeln, drohten hunderte unterschiedliche Prozesse, was Transparenz und Planbarkeit erschwere. Besonders problematisch sei der geplante Redispatch-Vorbehalt in Gebieten mit mehr als drei Prozent Abregelung und der daran geknüpfte zehnjährige Entschädigungsverzicht. Dieser Zeitraum könne Finanzierungen für neue Projekte erheblich belasten. Zwar enthalte der Entwurf Ansätze für mehr Transparenz, etwa durch gemeinsame Internetplattformen und Informationspflichten zu Netzanschlusskapazitäten, doch fehlten aus Sicht des BEE verbindliche Durchsetzungsmechanismen. Heinen-Esser fordert daher eine Überarbeitung, die Netze als „Ermöglicher der Energiewende“ stärkt und den Ausbau erneuerbarer Energien nicht ausbremst.
GModG: BSW-Solar begrüßt Stärkung der Solarthermie
[19.05.2026] Das Bundeskabinett will Solarthermie im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz stärken und den Einsatz von Solarkollektoren beim Heizungstausch erleichtern. Der Bundesverband Solarwirtschaft erwartet dadurch neue Impulse für den Wärmemarkt, kritisiert aber zugleich die geplante Deckelung des CO₂-Preises. mehr...
VKU/BDEW: Stellungnahme zu neuen Gesetzentwürfen
[18.05.2026] Die Bundesregierung vergangenen Mittwoch die Entwürfe für das Gebäudemodernisierungsgesetz und das neue Kraftwerksgesetz beschlossen. Der VKU und BDEW begrüßen die Signale für Wärme- und Versorgungssicherheit, sehen aber große Risiken bei Infrastrukturplanung, Wettbewerb und Investitionsbedingungen. mehr...
Baden-Württemberg: Energiebranche begrüßt Koalitionsvertrag
[07.05.2026] Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg sieht im neuen Koalitionsvertrag von Grünen und CDU eine Grundlage für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Der Verband fordert zugleich ein konsequentes Vorgehen der künftigen Landesregierung. mehr...
Netzausbau: Neue Stromleitungen geplant
[04.05.2026] Die Bundesregierung will den Ausbau der Stromnetze beschleunigen und neue Leitungen planen. Ein Gesetzentwurf sieht 45 zusätzliche Projekte vor. Ziel sind mehr Planungssicherheit und geringere Kosten im Energiesystem. mehr...
Energiewende: Kommunen profitieren
[30.04.2026] Viele Städte und Gemeinden erzielen laut einer Umfrage zusätzliche Einnahmen durch erneuerbare Energien. Gleichzeitig bremsen nach Angaben der Kommunen vor allem fehlende Netze und knappe Haushaltsmittel den weiteren Ausbau. mehr...
DStGB: Forderung nach autonomen Bussen
[30.04.2026] Deutschlands Kommunen verlangen deutlich mehr Geld für den Nahverkehr und drängen zugleich auf autonome Busse im ländlichen Raum. Hintergrund sind Rekorddefizite in den Haushalten, drohende Angebotskürzungen im ÖPNV und die Frage, wie Mobilität außerhalb der Ballungszentren künftig gesichert werden kann. mehr...
Politik: Verbände positionieren sich zu aktuellen Gesetzentwürfen
[24.04.2026] Die Gesetzentwürfe zu StromVKG, EEG und Netzpaket stoßen in der Branche auf breite Zustimmung und scharfe Kritik zugleich. Verbände warnen vor Investitionsrisiken und Ausbauhemmnissen, während die Bundesregierung unter Zeitdruck zentrale Weichen stellt. mehr...
Stadtwerke München: Nachbesserungen bei Energiegesetzen
[24.04.2026] Die Stadtwerke München unterstützen die geplanten Reformen beim Erneuerbare-Energien-Gesetz und beim Netzanschlussverfahren grundsätzlich, warnen jedoch vor schwächeren Investitionsanreizen und einem langsameren Ausbau erneuerbarer Energien, vor allem in Städten. mehr...
Baden-Württemberg: 15-Punkte-Plan für künftige Landesregierung
[21.04.2026] Erneuerbaren-Verbände legen einen 15-Punkte-Plan für den Umbau der Energieversorgung in Baden-Württemberg vor. Der Katalog zielt auf schnelleren Ausbau, mehr Versorgungssicherheit und neue Impulse für Industrie und Verkehr – und setzt die künftige Landesregierung unter Handlungsdruck. mehr...
BDEW: Mix bei Kraftwerksstrategie
[17.04.2026] Der BDEW spricht sich für mehrere Technologien zur Absicherung der Stromversorgung aus. Neben Gaskraftwerken nennt der Verband Batteriespeicher und flexible Stromnachfrage. Hintergrund ist die Debatte über das Ausschreibungsdesign der geplanten Kraftwerksstrategie. mehr...
BEE: Fossile Abhängigkeiten verringern
[14.04.2026] Der Bundesverband Erneuerbare Energie begrüßt die geplanten Entlastungen der Bundesregierung angesichts steigender Energiepreise. Zugleich fordert der Verband schnellere Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien. mehr...
BDEW: Mehr Tempo bei Elektrifizierung
[13.04.2026] Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft begrüßt die Ergebnisse des Koalitionsausschusses zum Ausbau erneuerbarer Energien. Zugleich kritisiert der Verband die ausbleibende Senkung der Stromsteuer. mehr...
Umfrage: Mehrheit empfindet Energie-Abhängigkeit als Bedrohung
[10.04.2026] Eine große Mehrheit der Deutschen sieht die Abhängigkeit von Energieimporten als Bedrohung. Eine aktuelle Umfrage zeigt zugleich klaren Rückhalt für mehr erneuerbare Energien und Speicher – und stellt politische Pläne infrage. mehr...
Saarland: Gasspeicher-Strategie gefordert
[02.04.2026] Das Saarland fordert eine nationale Strategie für Gasspeicher, um sinkenden Füllständen und Marktunsicherheiten zu begegnen. Angesichts geopolitischer Spannungen und steigender Preisrisiken wächst der Druck auf den Bund, rechtzeitig vor der nächsten Heizperiode zu handeln. mehr...
Bundesverband Erneuerbare Energie: Branche legt Maßnahmenpaket vor
[31.03.2026] Die Erneuerbaren-Branche legt ein eigenes Maßnahmenpaket für ein kostengünstiges und resilientes Energiesystem vor. Es reagiert auf umstrittene Gesetzesvorschläge aus dem Bundeswirtschaftsministerium und zielt auf mehr Investitionssicherheit und geringere Systemkosten. mehr...












