Donnerstag, 23. Juli 2026

NürnbergErdwärme soll erkundet werden

[03.02.2023] N-ERGIE will die Erdwärme-Potenziale für die Stadt Nürnberg untersuchen lassen.
Pressekonferenz zur Geothermie in der Teestube des Plärrer-Hochhauses.

Pressekonferenz zur Geothermie in der Teestube des Plärrer-Hochhauses.

Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König, Nürnbergs Umwelt- und Gesundheitsreferentin Britta Walthelm sowie Magdalena Weigel (Vorstand Personal und IT der N-ERGIE) und Maik Render (Vorstand Markt und Technik der N-ERGIE; v.l.).

(Bildquelle: N-ERGIE)

Die N-ERGIE Aktiengesellschaft hat am 2. Februar 2023 einen Antrag zur Untersuchung des Erdwärme-Potenzials im Stadtgebiet Nürnberg beim Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi) eingereicht. Ziel ist es herauszufinden, ob und in welchem Umfang Erdwärme zur umweltfreundlichen Energiegewinnung genutzt werden kann. In erster Linie interessiert sich die N-ERGIE für die Möglichkeiten, die natürliche Wärme in großer Tiefe für die Fernwärme-Versorgung Nürnbergs zu nutzen. „Unser Ziel ist die grüne Fernwärme. Nicht-fossile Quellen machen in Nürnberg bereits einen Anteil von rund einem Drittel aus. Um weiter unabhängig von Erdgas zu werden, werden wir sämtliche Möglichkeiten nutzen“, erklärt Maik Render, Vorstand Markt und Technik der N-ERGIE. „Wir hoffen, dass Erdwärme ein Baustein dafür werden kann. Zuerst wollen wir aber natürlich konkret wissen, was bei uns in Nürnberg möglich ist.“ Grundsätzlich wurde die Geologie in Nordbayern bislang als weniger günstig für die Nutzung von tiefer Geothermie angesehen. Sämtliche bayerische Anlagen, die Erdwärme in bis zu 5.000 Metern Tiefe energetisch nutzen, befinden sich im Süden des Freistaats.
Jüngste Erkenntnisse und technologische Entwicklungen lassen jedoch auch für den fränkischen Raum ein gewisses Potenzial vermuten. „Wir sehen deshalb für uns die Chance, die klimafreundliche Ressource Erdwärme in und um Nürnberg erschließen zu können. Wenn die Untersuchungen die erhofften positiven Ergebnisse liefern, wollen wir so bald wie möglich mit der Planung entsprechender Anlagen beginnen“, sagt Magdalena Weigel, Vorstand Personal und IT der N-ERGIE. „Energiewende heißt vor allem auch Wärmewende, das wird immer noch häufig vergessen. Für unseren Weg zur klimaneutralen Stadt bedeutet das: Wir wollen mehr Menschen ans Fernwärmenetz anschließen und sie mit immer grünerer Fernwärme versorgen“, sagt Oberbürgermeister Marcus König. Die Fernwärme stellt einen wichtigen Baustein dar für das Ziel der klimaneutralen Stadt 2040. Das beim StMWi angefragte „Erlaubnisfeld zur Aufsuchung von Erdwärme“ ist 193 Quadratkilometer groß, umfasst im Wesentlichen das Stadtgebiet Nürnberg, streift aber auch angrenzende Landkreise. Die N-ERGIE wird bei einem positiven Bescheid durch das StMWi mit zwei renommierten Fachbüros für die Erkundung und Nutzung von tiefer Geothermie kooperieren.



Stichwörter: Geothermie, N-ERGIE, Nürnberg


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Geothermie

EWP Potsdam: Bohrstart für Tiefengeothermie

[17.07.2026] Die Energie und Wasser Potsdam hat am Heizkraftwerk Süd die Bohrungen zur Erschließung von Tiefengeothermie begonnen. Mit dem Projekt soll eine weitere erneuerbare Wärmequelle für die Fernwärmeversorgung der Landeshauptstadt erschlossen werden. mehr...

München: Große Seismik-Kampagne

[14.07.2026] Im Großraum München beginnt Ende August eine groß angelegte seismische Messkampagne zur Erkundung von Geothermiepotenzialen. Nach Angaben des Forschungsprojekts GIGA-M soll dabei erstmals ein durchgängiges dreidimensionales Modell des tiefen Untergrunds entstehen. mehr...

Ruhrgebiet: Größtes Geothermie-Erlaubnisfeld

[25.06.2026] Im Ruhrgebiet entsteht das bislang größte Geothermie-Untersuchungsfeld in Deutschland. Für das Projekt „Erdwärme Metropole Ruhr“ wurde nun die entsprechende Erlaubnis erteilt. mehr...

Potsdam: Verlängerung von Projekt zur Tiefengeothermie

[24.06.2026] EWP und das GFZ erschließen in Potsdam gemeinsam weitere Standorte für die Tiefengeothermie. Die vierjährige Kooperation soll den Umbau der Wärmeversorgung beschleunigen und den Weg für den Ersatz des bestehenden Heizkraftwerks ebnen. mehr...

Münster: Forschungsbohrung für 2027 geplant

[22.06.2026] In Münster soll 2027 eine Forschungsbohrung prüfen, ob sich heißes Thermalwasser in mehr als einem Kilometer Tiefe nutzen lässt. Das Projekt könnte die Grundlage für eine klimafreundliche Wärmeversorgung legen und wichtige Entscheidungen für die Wärmewende in der Region beeinflussen. mehr...

Schematische Darstellung einer Anlage zur tiefen Geothermie. Die Grafik zeigt einen Querschnitt durch den Untergrund mit mehreren Gesteinsschichten. Zwei Bohrungen reichen bis in rund 3.500 Meter Tiefe zu einer etwa 150 Grad Celsius heißen wasserführenden Schicht. Heißes Wasser wird über eine Förderbohrung an die Oberfläche geleitet, zur Erzeugung von Fernwärme und Elektrizität genutzt und anschließend über eine zweite Bohrung wieder in den Untergrund zurückgeführt. An der Oberfläche sind Gebäude, Felder, Stromleitungen und technische Anlagen dargestellt. Die Beschriftungen „Fernwärme“ und „Elektrizität“ verdeutlichen die Nutzung der geothermischen Energie.

Baden-Württemberg: Landesregierung setzt auf Geothermie

[12.06.2026] Die neue Landesregierung in Baden-Württemberg will den Ausbau der tiefen Geothermie vorantreiben. Nach Angaben der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg sollen Hemmnisse für die Technologie abgebaut werden. Derzeit befinden sich 17 Anlagen im Land in Planung, eine weitere wird gebaut. mehr...

Stadtwerke Husum: Tiefengeothermie für Wärmeversorgung

[02.06.2026] Die Stadtwerke Husum lassen die Möglichkeiten für eine Nutzung von Tiefengeothermie untersuchen. Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob und wo Bohrungen möglich sind und unter welchen Voraussetzungen sich das Vorhaben umsetzen lässt. mehr...

München: Geothermie-Messungen im Projekt GIGA-M

[01.06.2026] Mit einer Seismik-Kampagne sollen im Großraum München bislang ungenutzte Erdwärme-Potenziale untersucht werden. Mehrere Stadtwerke und kommunale Unternehmen haben sich dazu im Forschungsprojekt GIGA-M zusammengeschlossen. mehr...

Mehrere weiße Vibro-Trucks stehen auf einer Straße am Rand eines Feldes. Die Spezialfahrzeuge werden für seismische Messungen zur Untersuchung des Untergrunds eingesetzt. Der Himmel ist bewölkt.

Nürnberg: N-ERGIE plant Erdwärmeprojekt

[27.05.2026] N-ERGIE will in der zweiten Jahreshälfte 2026 den Untergrund in und um Nürnberg mit 2D-Seismik-Messungen untersuchen. Die Daten sollen helfen, das Potenzial von Erdwärme in der Region Nürnberg genauer zu bewerten. mehr...

Neuhofen: Informationsveranstaltung zu Tiefengeothermie-Projekt

[22.05.2026] Das Tiefengeothermie-Projekt „Rhein-Pfalz“ hat seine erste Bürgerinformationsveranstaltung in Neuhofen genutzt, um Technik, Bohrungen und Wärmenetzpläne vorzustellen. Das große Interesse der Besucher zeigt, wie stark die regionale Wärmewende und die Aussicht auf langfristig stabile Wärmepreise die Menschen vor Ort beschäftigen. mehr...

Oberschwaben: LGRB startet seismische Messkampagne im Herbst

[20.05.2026] In Oberschwaben beginnt im Oktober 2026 eine groß angelegte 2D-Seismik zur Erkundung tiefer geothermischer Potenziale. Die Messkampagne soll Kommunen und Energieversorgern belastbare Daten für klimaneutrale Wärmeprojekte liefern und gilt als wichtiger Baustein der Wärmewende in Baden-Württemberg. mehr...

Kaiserslautern: Pfälzer Wärme aus dem Untergrund

[07.05.2026] Das Unternehmen Deutsche ErdWärme und die Stadtwerke Kaiserslautern prüfen, ob Geothermie künftig zur Wärmeversorgung der Stadt beitragen kann. Dafür werden Daten aus seismischen Messungen im Untergrund ausgewertet. mehr...

Stadtwerke Münster: Untergrundmodell liefert möglichen Bohrstandort

[06.05.2026] Die Stadtwerke Münster haben aus einer groß angelegten 3D-Seismik ein detailliertes Untergrundmodell bis 6.000 Meter Tiefe erstellt und leiten daraus einen ersten möglichen Bohrstandort für Tiefengeothermie am Stadthafen ab. mehr...

Wuppertal: Machbarkeitsstudie zur tiefen Geothermie

[01.04.2026] Die Fraunhofer IEG und die Wuppertaler Stadtwerke starten eine Machbarkeitsstudie zur Nutzung tiefer Geothermie in Wuppertal. Die Untersuchung soll klären, ob Erdwärme aus mehreren tausend Metern Tiefe künftig zur klimafreundlichen Wärmeversorgung der Stadt beitragen kann. mehr...

Herrsching am Ammersee: Gymnasium nutzt PVT-Module

[26.03.2026] Ein Gymnasium in Herrsching am Ammersee nutzt erstmals PVT-Module in Kombination mit Geothermie für seine Energieversorgung. Das hybride System reduziert den Bedarf an Erdsonden deutlich und zeigt, wie sich Flächen- und Genehmigungsgrenzen in Neubauten überwinden lassen. mehr...