Sonntag, 7. Juni 2026

Konstanz9. Zwischenbericht zum Klimaschutz

[12.02.2024] Der 9. Klimaschutzbericht der Stadt Konstanz liegt jetzt vor. Er beinhaltet unter anderem aktualisierte CO2-Bilanzen und Zahlen zum Photovoltaikausbau.

In Konstanz hat die Verwaltung jetzt den 9. Klimaschutzbericht vorgelegt. Wie die Stadt Konstanz mitteilt, handelt es sich um einen Jahresbericht in ausführlicher Textform.
Als Erfolge vermerkt die Stadt Konstanz die Fortschreibung des Energienutzungsplans, weitere Fortschritte bei der Planung von Wärmenetzen, eine Verdreifachung beim gesamtstädtischen Zubau von Solaranlagen von 2022 auf 2023, Kooperationen mit dem Handwerk sowie Entscheidungen der Verwaltung, um Nachhaltigkeit und Klimaschutz noch stärker in die eigenen Prozesse zu integrieren, zum Beispiel in der öffentlichen Beschaffung. Zudem sei ein kommunales Förderprogramm für die energetische Sanierung von Gebäuden angelaufen, mit bereits über 250 geförderten Projekten. Nichtsdestotrotz bleibe die Absenkung der Treibhausgasemissionen im Stadtgebiet eine Herausforderung.

Aktualisierte CO2-Bilanz

Auch im Jahr 2023 sei eine Aktualisierung der Treibhausgasbilanz für das gesamte Stadtgebiet erfolgt. Der Rückgang der Treibhausgasemissionen von 2018 auf 2023 betrage 19 Prozent. Im Gesamttrend der vergangenen Jahre seien die Bilanzen also erfreulicherweise deutlich rückläufig. Das reiche jedoch im Vergleich zum beschlossenen Absenkpfad gemäß Konstanzer Klimaschutzstrategie nicht aus. In Prozent ausgedrückt liege die Abweichung zum dort festgehaltenen Absenkpfad inzwischen bei 20 Prozent. Konstanz befinde sich damit noch nicht auf dem Pfad zu einer weitgehenden Klimaneutralität 2035. Um diesen Pfad zu beschreiten, seien weitere Veränderungen auf individueller und kommunaler Ebene wie auch bei Bund und Land erforderlich. Der Trend hin zu erneuerbaren Energien biete auch innerhalb einer Stadtgesellschaft viele Chancen. Zu nennen seien an dieser Stelle die lokale Wertschöpfung insbesondere im energiewendedienlichen Handwerk oder eine größere Unabhängigkeit von weltweiten und häufig krisenbedingten Energiepreisschwankungen.

Photovoltaikausbau

Im Vergleich zum Vorjahr habe 2023 eine Verdreifachung des PV-Ausbaus verzeichnet werden können (von 1,8 auf 5,5 Megawatt peak; MWp) – noch nie sei der PV-Ausbau in Konstanz so schnell vorangekommen. Dennoch: Gemäß den sehr anspruchsvollen Zielen aus der Klimaschutzstrategie sollten insgesamt zehn MWp pro Jahr zugebaut werden, um künftig bis zur Hälfte des Strombedarfs lokal regenerativ zu decken. Eine weitere Annäherung an das Ausbauziel der Klimaschutzstrategie könne nur erfolgen, wenn noch mehr private Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer PV-Anlagen zubauen und gleichzeitig Frei- und Infrastrukturflächen für den großflächigen Bau von Solaranlagen genutzt werden. Die im Oktober 2023 vorgestellte Freiflächen-Solarpotenzialanalyse stelle hierfür eine Grundlage dar.

Aktualisierung der kommunalen Wärmeplanung

Der erste Konstanzer Energienutzungsplan sei im Jahr 2018 als „Strategie für die zukünftige Energieversorgung von Gebäuden auf Konstanzer Gemarkung“ beschlossen worden. Im Rahmen der landesgesetzlichen Verpflichtung zur kommunalen Wärmeplanung sei er deutlich vor dem Greifen der entsprechenden bundesweiten Verpflichtung aktualisiert worden (Frist für Städte in der Größe von Konstanz gemäß Wärmeplanungsgesetz: bis 30.06.2028). Unter dem Titel „Energienutzungsplan 2023“ bilde die Wärmeplanung die Grundlage für die Energiewende auf kommunaler Ebene, insbesondere im bislang vernachlässigten Bereich der Wärmeversorgung (weit über 90 Prozent der Wärmeversorgung erfolgen noch auf Basis fossiler Energieträger, insbesondere Erdgas und Erdöl). Der aktualisierte Energienutzungsplan integriert auch die Planungen der Stadtwerke Konstanz zum Wärmenetzausbau.

Ausblick 2024

Für 2024 seien seitens der Stadtwerke Machbarkeitsstudien für Wärmenetze in den Projektgebieten Bodensee-Therme und Berchengebiet vorgesehen. Für den 19. März sei eine Informationsveranstaltung zur kommunalen Wärmeplanung und den novellierten beziehungsweise neu verabschiedeten Bundesgesetzen zur Wärmewende (Gebäudeenergiegesetz und Wärmeplanungsgesetz) geplant.
Im Jahr 2022 habe Konstanz erstmals die Auszeichnung mit dem European Energy Award in Gold erhalten. Im Jahr 2024 folge wieder eine vollumfängliche interne Auditierung mit ausführlichem Bericht.
Auch auf den Dächern der städtischen Liegenschaften werde der PV-Ausbau weiter vorangetrieben. In 2024 seien sechs weitere Anlagen mit einer Gesamtleistung von 222 Kilowatt peak (kWp) geplant.
Bei der Flotte der Stadtwerke werde im Frühjahr 2024 der Anteil der Elektrobusse erhöht. Zudem werde auch in diesem Jahr die Lade-Infrastruktur weiter ausgebaut.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Klimaschutz

BEEKOMM: Thüringen erhält 1,6 Millionen Euro Förderung

[05.06.2026] Mit dem Projekt BEEKOMM unterstützt Thüringen Kommunen beim schnelleren Ausbau von Windenergie und Freiflächen-Photovoltaik. Bund und Land stellen dafür Fördermittel bereit und finanzieren neue Beratungsangebote, die Planungsprozesse vor Ort beschleunigen sollen. mehr...

Netzwerk Altmühlfranken: Auszeichnung für Energie- und Wärmewendeprojekte erhalten

[03.06.2026] Das kommunale Klimaschutznetzwerk Altmühlfranken ist für seine interkommunale Zusammenarbeit bei Energie- und Wärmewendeprojekten ausgezeichnet worden. In drei Jahren entstanden 38 gemeinsame Konzepte und Projekte, die den Ausbau erneuerbarer Energien in der Region deutlich vorangebracht haben. mehr...

eueco: Neue Leitfadenreihe zur Bürgerbeteiligung veröffentlicht

[28.05.2026] eueco hat eine neue Leitfadenreihe für Bürgerbeteiligung an Projekten mit erneuerbaren Energien veröffentlicht. Hintergrund sind strengere Vorgaben, wachsender Finanzierungsdruck und der steigende Bedarf an standardisierten Beteiligungsmodellen für Kommunen, Stadtwerke und Projektierer. mehr...

Oberpfalz: Kommunales Klimaschutz-Netzwerk gegründet

[26.05.2026] In der Oberpfalz hat ein kommunales Klimaschutz-Netzwerk für den Ausbau erneuerbarer Energien seine Arbeit aufgenommen. Das auf drei Jahre angelegte Projekt soll Städte und Gemeinden bei Speichertechnik, Netzausbau und Finanzierungsmodellen enger zusammenbringen. mehr...

Baden-Württemberg: Zum letzten Mal erhalten Kommunen den European Energy Award

[15.05.2026] Baden-Württemberg hat acht Kommunen mit dem European Energy Award ausgezeichnet, der in Deutschland nun ausläuft. Neue Klimaschutzmanagement-Systeme sollen den Übergang sichern und Kommunen beim Ausbau ihrer Klimaschutzmaßnahmen weiter unterstützen. mehr...

Bad Berleburg: Energie-Kommune mit Wind, PV und Verkehrswende

[13.05.2026] Die Stadt Bad Berleburg wurde von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zur „Energie-Kommune des Monats Mai 2026“ gekürt. Die nordrhein-westfälische Kommune setzt auf Windkraft, Photovoltaik und neue Mobilitätskonzepte. Ihr Ziel ist es, bis 2035 treibhausgasneutral zu sein. mehr...

Klimakommune Deutschland: Neues Programm für kommunalen Klimaschutz vorgestellt

[12.05.2026] Der Verein Klimakommune Deutschland hat ein neues Programm für kommunalen Klimaschutz und die Umsetzung der Energiewende vorgestellt. Nach dem Aus des European Energy Award sollen Städte, Gemeinden und Landkreise damit wieder ein strukturiertes Instrument für Klimastrategien und Emissionsminderung erhalten. mehr...

Bundeswirtschaftsministerium: Wettbewerb für klimafreundliche Quartiere

[06.05.2026] Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat einen neuen Innovationswettbewerb für Energiequartiere gestartet. Ziel ist es, bestehende Stadtteile effizienter, widerstandsfähiger und klimaverträglicher zu machen. Bewerbungen sind bis zum 2. Oktober 2026 möglich. mehr...

Nordrhein-Westfalen: Hochschulen legen CO2-Bilanz vor

[28.04.2026] Nordrhein-Westfalens Hochschulen legen erstmals eine gemeinsame, landesweite CO2-Bilanz nach einheitlichen Standards vor. Die Daten aus 30 öffentlich-rechtlichen Einrichtungen zeigen, wo Emissionen entstehen, welche Maßnahmen bereits greifen und warum daraus nun ein dauerhaftes Klimamonitoring folgt. mehr...

Wuppertaler Stadtwerke: Podcast-Folge zu kommunalen Transformationsprozessen

[28.04.2026] Die Wuppertaler Stadtwerke widmen eine neue Podcast-Folge der Frage, wie Kommunen lokale Transformationsprozesse trotz knapper Mittel steuern können. Im Gespräch mit Wuppertals Oberbürgermeisterin Miriam Scherff geht es um Zielkonflikte bei Stadtentwicklung, Mobilität und Klimaschutz – und um politische Strategien, die vor Ort tragfähig bleiben. mehr...

dena Energy Award: Bewerbungsphase eröffnet

[22.04.2026] Der dena Energy Award startet zum 20-jährigen Bestehen mit neuem Namen und erweitertem Fokus auf Dekarbonisierung. Unternehmen können sich bis Juni 2026 mit messbaren Effizienz- und Klimaschutzprojekten bewerben, die als Vorbild dienen. mehr...

Helmstedt: Energie-Kommune auch dank Bürgerförderung

[21.04.2026] Die Stadt Helmstedt treibt den Wandel ihrer Energieversorgung voran. Eine neue Wärmeplanung, große Projekte für Windkraft und Speicher sowie Bürgerförderung stehen im Mittelpunkt. Dafür erhält die Kommune eine bundesweite Auszeichnung. mehr...

Görlitz: Fahrplan für die klimaneutrale Stadt

[20.04.2026] Nach vier Jahren endet das Projekt TRUST in Görlitz mit mehreren Handlungsempfehlungen für den Weg zur Klimaneutralität. Die Ergebnisse stellte das Interdisziplinäre Zentrum für transformativen Stadtumbau Ende März im Rathaus vor. mehr...

Wolfsburg: Klimaneutrale Verwaltung bis 2040

[14.04.2026] Die Stadt Wolfsburg hat ein Konzept zur Klimaneutralität ihrer Verwaltung vorgelegt. Ziel ist es, die Treibhausgasemissionen bis 2040 deutlich zu senken. Nun soll das Papier in die politischen Gremien eingebracht werden. mehr...

Sachsen-Anhalt: Haldensleben erhält Auszeichnung für Klimaschutz

[09.04.2026] Haldensleben erhält den neuen Titel „Energiegewinner-Kommune Sachsen-Anhalt“ für systematischen kommunalen Klimaschutz. Die Auszeichnung würdigt konkrete Strukturen und Projekte – und kompensiert das Aus des bisherigen eea-Zertifizierungsverfahrens. mehr...