Deutscher StädtetagLeitfaden für Wärmeplanung
Bis spätestens Mitte 2028 müssen die Städte kommunale Wärmepläne entwickeln. Der Zeitplan, den das Wärmeplanungsgesetz vorgibt, ist ambitioniert, aber machbar. Ein entscheidender Punkt ist für die Städte, dass die notwendigen Daten so vorliegen, dass sie sich für die kommunale Wärmeplanung nutzen lassen. Dazu gehören etwa Verbrauchswerte aus Haushalten, Kennzahlen zu Gebäuden und Infrastruktur, Erzeugungsmengen von Strom und Wärme sowie Daten zu den Netzen.
Der Deutsche Städtetag und die PD – Berater der öffentlichen Hand veröffentlichen deshalb den gemeinsamen Leitfaden „Kommunale Wärmeplanung mit Daten. Herausforderungen, Best Practices und Handlungsempfehlungen“. Er unterstützt Städte dabei, Daten für die kommunale Wärmeplanung zu sammeln, zusammenzuführen und einzusetzen. Auf mehr als 60 Seiten stellt der Leitfaden den beispielhaften Ablauf der Datengewinnung und -verarbeitung für die kommunale Wärmeplanung dar, ergänzt mit Praxisbeispielen aus den Städten.
Nichts von der Stange
Kommunale Wärmepläne gibt es nicht von der Stange: Alle benötigten Daten von allen beteiligten Akteuren müssen in die kommunale Wärmeplanung einfließen können. Dafür braucht es eine intensive Kooperation vor Ort: Die Städte wollen eng mit Stadtwerken, Wohnungsunternehmen und Baugenossenschaften, Schornsteinfegern und anderen Handwerksbetrieben zusammenarbeiten, um alle relevanten Daten in die Wärmeplanung einfließen zu lassen.
Ein klares Anforderungsprofil für Daten führt zum Erfolg: Damit die digitale Zusammenführung der Daten klappt, müssen die Daten offen und maschinenlesbar sein. Nur so können sie ohne großen Aufwand für die kommunale Wärmeplanung genutzt werden. Städte müssen die Standards für Daten aus externen Quellen definieren.
Fachleute nötig
Ohne Fachleute keine Wärmeplanung: Städte brauchen Fachkräfte und Koordinatoren für die Wärmeplanung. Und das nicht nur für die Erstaufstellung, sondern auch für das Fortschreiben von Wärmeplänen und die Umsetzung der Wärmeplanung.
Digitale Nachnutzung sichern: Die Datenbasis, die die Städte aufbauen, muss auch für andere wichtige Projekte der nachhaltigen Stadtentwicklung genutzt werden können. Das wäre etwa bei der Verkehrslenkung oder der Planung von Neubauprojekten denkbar. Digitale Zwillinge, also vollständige digitale Abbilder einer Stadt, gewinnen immer mehr an Bedeutung in der Stadtplanung. Daten aus der kommunalen Wärmeplanung können hier sinnvoll eingesetzt werden. Damit das möglich wird, müssen Bund und Länder den rechtlichen Rahmen setzen.
Berlin: Workshop zur Umsetzung der Wärmeplanung
[30.07.2026] Ein Workshop des IÖW und des Aktionskreises Energie hat den Unterstützungsbedarf von Berliner Nahwärme-Initiativen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Bürgerprojekte eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung übernehmen können. mehr...
Köln: Grundsteinlegung für Europas größte Flusswasser-Wärmepumpe
[29.07.2026] RheinEnergie baut in Köln Europas größte Flusswasser-Wärmepumpe für die Fernwärmeversorgung. Mit der Grundsteinlegung startet ein Großprojekt, das ab 2028 bis zu 50.000 Haushalte versorgen und als Vorbild für andere Städte dienen soll. mehr...
SAENA: Webinar zur Umsetzung der Wärmeplanung
[29.07.2026] Nach der kommunalen Wärmeplanung rückt die Umsetzung in den Fokus. Ein Webinar der Sächsischen Energieagentur zeigt sächsischen Kommunen, wie sie einen Umsetzungsmanager fördern lassen können und welche Unterstützung dafür bereitsteht. mehr...
Bremerhaven: Wärme für kommunale Wohnungen
[22.07.2026] Eine langfristige Vereinbarung zur Wärmeversorgung von mehr als 5.000 Wohnungen haben die Städtische Wohnungsgesellschaft Bremerhaven und swb geschlossen. Nach Angaben von swb soll damit die Wärmeversorgung des kommunalen Wohnungsbestands schrittweise weiterentwickelt und auf dem Weg zur Klimaneutralität Fernwärme mit dezentralen Wärmelösungen kombiniert werden. mehr...
Konstanz: Wärmeverbund für neuen Stadtteil
[22.07.2026] Die Stadtwerke Konstanz und die Firma solarcomplex haben die Projektgesellschaft Wärmeversorgung Hafner gegründet. Sie soll den Aufbau und Betrieb eines Wärmeverbunds im ersten Bauabschnitt des Neubaugebiets Hafner übernehmen. mehr...
Bamberg: Beispielhafte Wärmewende im Quartier
[20.07.2026] Der Lagarde Campus in Bamberg soll nach Angaben der Fraunhofer-Allianz Energie zeigen, wie eine klimaneutrale und wirtschaftliche Wärmeversorgung in urbanen Quartieren umgesetzt werden kann. Das Projekt verbindet erneuerbare Wärmequellen, digitale Steuerung und sektorenübergreifende Energieversorgung. Die Erfahrungen sollen auch in die kommunale Wärmeplanung einfließen. mehr...
Steag Iqony: Wärmespeicher auf Schalke
[09.07.2026] Die Steag Iqony Group hat nach etwas mehr als zwei Jahren Bauzeit einen Wärmespeicher in Gelsenkirchen in Betrieb genommen. Die Anlage soll die Ruhrfernwärme flexibler machen und Erzeugung sowie Verbrauch zeitlich besser aufeinander abstimmen. mehr...
EWE: Großwärmepumpe ist eingetroffen
[08.07.2026] EWE hat die Großwärmepumpe für das Wärmenetz im Oldenburger Stadtteil Ohmstede geliefert. Die Anlage ist das Kernstück der Modernisierung der Heizzentrale und soll die Wärmeversorgung klimafreundlicher sowie unabhängiger von fossilen Energieträgern machen. mehr...
Bremen: Klimaturm eingeweiht
[07.07.2026] Auf der Bremer Überseeinsel ist der erste Klimaturm der Stadt in Betrieb gegangen, eine vertikale Luft-Wasser-Großwärmepumpe für urbane Quartiere. Das System soll eine Lücke zwischen Fernwärme und dezentralen Wärmepumpen schließen und könnte für die kommunale Wärmeplanung in schwer erschließbaren Gebieten relevant werden. mehr...
enercity: Mehr Wärme aus Müllverbrennung
[29.06.2026] Die Energieversorgung in Hannover soll künftig stärker auf Fernwärme aus der thermischen Abfallverwertung setzen. EEW Energy from Waste und enercity erweitern dafür die Wärmekapazität der Anlage in Hannover-Lahe von 50 auf bis zu 85 Megawatt. mehr...
Berlin: Hauptstadt hat Wärmeplan
[29.06.2026] Berlin hat einen gesamtstädtischen Wärmeplan beschlossen und legt damit den Fahrplan für eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045 fest. Das Konzept zeigt, wo Wärmenetze ausgebaut werden sollen und wo dezentrale Lösungen sinnvoll sind. mehr...
Augsburg: Kommunaler Wärmeplan beschlossen
[29.06.2026] Augsburg hat seinen kommunalen Wärmeplan beschlossen und legt damit die strategische Grundlage für die Wärmewende fest. Das Konzept zeigt mögliche Versorgungswege auf und wird durch neue Beratungs- und Unterstützungsangebote für Bürgerinnen und Bürger ergänzt. mehr...
Tettnang: Richtfest für Nahwärmezentrale
[24.06.2026] Das Nahwärmeprojekt in Tettnang hat einen weiteren Meilenstein erreicht. Knapp elf Monate nach dem Spatenstich wurde das Richtfest für die Energiezentrale gefeiert. Die erste Versorgung öffentlicher Gebäude mit erneuerbarer Wärme ist für September 2026 vorgesehen. mehr...
Hanau: Kommunaler Beirat soll Wärmeplan begleiten
[23.06.2026] Hanau richtet einen Kommunalen Entwicklungsbeirat ein, der die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung begleiten soll. Das neue Beteiligungsformat bringt Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen und soll Konflikte bei der Wärmewende frühzeitig sichtbar machen. mehr...
DStGB/DGRV: Genossenschaften als Motor der kommunalen Wärmewende
[19.06.2026] Eine neue Publikation von DStGB und DGRV zeigt, wie Genossenschaften die kommunale Wärmewende voranbringen können. Anhand von Praxisbeispielen verdeutlicht sie, warum gerade Städte, Gemeinden und ländliche Regionen von diesem Modell profitieren. mehr...















