Mittwoch, 17. Juni 2026

ITCKI-Werkzeugkasten vorgestellt

[30.01.2026] ITC hat einen cloudbasierten KI-Werkzeugkasten für Stadtwerke und Energieversorger vorgestellt, der sofort einsetzbare Funktionen für Kundenservice, Prozessautomatisierung und Energiemanagement bündelt. Ziel ist es, technische Hürden abzubauen und Künstliche Intelligenz als praktisches Arbeitsmittel im Tagesgeschäft einzuführen.

ITC hat jetzt seinen KI-Werkzeugkasten ITC rotaite vorgestellt.

(Bildquelle: ITC AG)

Mit dem neuen KI Feature Hub ITC rotaite bringt das Unternehmen ITC eine cloudbasierte Plattform auf den Markt, die speziell auf die Anforderungen der Energiewirtschaft zugeschnitten ist. Wie ITC berichtet, richtet sich das Angebot an Stadtwerke sowie Energie- und Wasserversorger und soll KI-Funktionen ohne aufwendige Integration direkt verfügbar machen.

Nach Angaben von ITC adressiert die Lösung ein zentrales Problem der Branche: Obwohl das Potenzial von Künstlicher Intelligenz bekannt sei, verhinderten technische Komplexität, Integrationsaufwand und regulatorische Vorgaben häufig den produktiven Einsatz. ITC rotaite setze hier an und stelle modulare, sofort nutzbare KI-Services bereit, die sich in bestehende Arbeitsprozesse einbinden lassen. Dazu zählen unter anderem Assistenzfunktionen für Kundenportale, Apps, Callcenter und Sachbearbeitung, die Anfragen automatisiert zuordnen und schneller beantworten sollen. Weitere Funktionen zielen auf die Reduzierung manueller Routinetätigkeiten sowie auf die vereinfachte Anpassung von Prozessen per Texteingabe. Für das Energiemanagement sieht ITC eine KI-gestützte Aufbereitung von Vertrags-, Kunden-, Zähler- und Messdaten vor, die Analysen und Überwachungsaufgaben automatisieren und verständlich aufbereiten soll.

Ergebnis von Forschungsprojekt

Ein Teil der eingesetzten Module basiert laut ITC auf Ergebnissen eines gemeinsamen Forschungsprojekts mit dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS. Im Fokus standen dabei komplexe Anwendungsfälle der Energiewirtschaft. Als Beispiel nennt das Unternehmen die KI-gestützte Anomalie-Erkennung im Energiemanagement, bei der große Mengen von Mess- und Verbrauchsdaten automatisch ausgewertet werden. Ziel ist es, Auffälligkeiten, Abweichungen oder potenzielle Störungen frühzeitig zu identifizieren und für Anwender nachvollziehbar darzustellen. ITC-CTO Stefan Adler erklärt dazu: „ITC rotaite vereint moderne KI-Modelle mit praxisbewährter Forschung. Damit stellen wir sicher, dass Künstliche Intelligenz nicht nur Informationen bereitstellt, sondern konkrete fachliche Herausforderungen der Energiewirtschaft zuverlässig löst.“

Technisch wird der KI Feature Hub in der ITC-eigenen Cloud betrieben. Nach Angaben des Unternehmens basiert die Plattform auf einer offenen, gleichzeitig sicheren Systemarchitektur und setzt auf datenschutzkonforme Verfahren, darunter die gezielte Anonymisierung personenbezogener Daten. Die Integration in bestehende IT-Landschaften von Stadtwerken soll über eine vorhandene Softwarearchitektur mit rund 100 Integrationsadaptern erfolgen. Damit lasse sich die Anbindung an Abrechnungssysteme, Kundenportale, Apps, Energiemanagement-Lösungen sowie ERP- und CRM-Systeme realisieren, ohne separate Schnittstellenprojekte aufsetzen zu müssen. Bestehende IT-Investitionen sollen so erhalten bleiben, während neue KI-Funktionen modular ergänzt werden können.

Bündel von KI-Systemen

Im Hintergrund greift die Plattform laut ITC auf verschiedene KI-Systeme zu, darunter internationale und europäische Anbieter wie OpenAI, Google Gemini, Mistral, IVU.KIConnect oder Perplexity sowie lokale Modelle. Auswahl, Betrieb und Steuerung der Modelle erfolgen zentral, während die Nutzung für Anwender transparent bleiben soll. Ziel sei es, Energieversorgern einen flexiblen Zugang zu unterschiedlichen KI-Technologien zu ermöglichen und diese gezielt auf branchenspezifische Anwendungsfälle auszurichten.

ITC positioniert rotaite als offenen, modularen Einstiegspunkt für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Energiewirtschaft. Offene Schnittstellen und die freie Wahl des KI-Anbieters sollen eine langfristig erweiterbare Basis schaffen. Stefan Adler betont: „rotaite ist kein weiteres IT-System, sondern der einfachste Zugang zur KI für die Energiewirtschaft. KI-Funktionen werden so selbstverständlich nutzbar, wie klassische Software-Features.“





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