Samstag, 3. Oktober 2026

AhrensburgBaustart für klimaneutrales Wärmenetz

[28.06.2024] In Ahrensburg hat jetzt der Bau eines klimaneutralen Fernwärmenetzes begonnen, das ab 2026 jährlich 18 Gigawattstunden Wärme liefern soll. Das Projekt nutzt überwiegend erneuerbare Energien und setzt auf umfassende Bürgerbeteiligung.
In Ahrensburg hat jetzt der Bau eines klimaneutralen Fernwärmenetzes begonnen.

In Ahrensburg hat jetzt der Bau eines klimaneutralen Fernwärmenetzes begonnen.

(Bildquelle: Stadtwerke Ahrensburg GmbH)

In Ahrensburg, Schleswig-Holstein, haben die Stadtwerke jetzt den Bau eines der klimaneutralsten Fernwärmenetze Deutschlands im Gebiet Reeshoop offiziell gestartet. Wie die Stadtwerke mitteilen, hat der symbolische Spatenstich Anfang Juni unter Anwesenheit von Bürgermeister Eckart Boege, Stadtwerke-Geschäftsführerin Julia Schäper und Projektleiter Pawel Cmok stattgefunden.
Julia Schäper betont: „Unter dem Motto ‚Zukunft Wärme‘ streben wir bis 2040 die Versorgung aller Haushalte und Unternehmen in unseren Fernwärmenetzen mit klimaneutraler Wärme an. Damit wären wir fünf Jahre vor dem Bundesziel klimaneutral.“

Fertigstellung bis Ende 2025

Bis Ende 2026 soll laut Stadtwerken ein hochmodernes Fernwärmenetz im Gebiet Reeshoop und Bünningstedter Straße entstehen, für das rund 18 Millionen Euro investiert werden. Zudem wird ein weiteres Fernwärmenetz für die Innenstadt von Ahrensburg geprüft.
Das neue Fernwärmenetz Reeshoop wird ab Ende 2026 jährlich 18 Gigawattstunden klimaneutrale Wärme liefern, zu mindestens 90 Prozent aus erneuerbaren Energien. Eine innovative Nutzung der Abwärme der Kläranlage Bünningstedter Straße ermöglicht es, das Wasser im Fernwärmekreislauf auf circa 85 Grad Celsius zu erhitzen. Cmok ergänzt: „Diese Methode ist deutlich effizienter als die Erwärmung mit Strom.“ Bei höheren Lasten wird zusätzliche Wärme klimafreundlich über Luftwärmepumpen bereitgestellt.
Das Projekt „Wärmegebiet Reeshoop“ umfasst zwei Hauptabschnitte: die Energiezentrale und das Fernwärmenetz. Die Energiezentrale, derzeit in der Planungsphase, wird Wärme aus dem gereinigten Abwasser der nahegelegenen Kläranlage mittels Wärmepumpentechnik auf das Nutztemperaturniveau des Fernwärmenetzes bringen. Höhere Lasten werden durch zusätzliche Luftwärmepumpen und Spitzenlasten über Bestandskesselanlagen abgedeckt.

Umfassende Kommunikationsmaßnahmen

Das neue Wärmenetz wird an eine bestehende Fernwärmetrasse aus dem Jahr 2021 angeschlossen und umfasst etwa 2.200 Meter Fernwärmeleitung. Es wird eine Wärmeleistung von rund neun Megawatt transportieren. Das Projekt wird durch Fördermittel des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) und der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) unterstützt. Die Fertigstellung ist bis zum 31. Dezember 2026 geplant.
Um maximale Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern zu gewährleisten, haben die Stadtwerke Ahrensburg umfassende Kommunikationsmaßnahmen eingeleitet. Wolfgang Mohr, Marketing-Leiter der Stadtwerke Ahrensburg, erklärt: „Wir bauen eines der klimaneutralsten Wärmenetze in Deutschland. Es wäre schade, wenn das Projekt in Ahrensburg nicht auf Akzeptanz stößt, weil wir es nicht geschafft haben, Anwohnende vernünftig zu informieren.“ Es wurden eine Landingpage mit FAQ und News-Bereich eingerichtet, eine Hotline geschaltet und eine Informationsbroschüre verteilt. Eine Informationsveranstaltung für alle Interessierten fand eine Woche nach Baubeginn statt.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Naturstrom: Kölner Quartier wird mit Solarstrom und Wärmepumpe versorgt

[02.10.2026] Ein neues Wohnquartier in Köln-Ehrenfeld wird mit Photovoltaik und Wärmepumpen mit Strom und Wärme versorgt. Naturstrom hat das Energiekonzept für die 91 Wohneinheiten umgesetzt und bereitet zudem alle Tiefgaragenstellplätze für Wallboxen vor. mehr...

Stadtwerke Energie Jena-Pößneck: Großwärmepumpe für Abwasserwärme

[02.10.2026] Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck konkretisieren ihre Pläne, Abwasserwärme aus der Kläranlage Jena-Zwätzen für das Wärmenetz zu nutzen. Eine Investitionsentscheidung für das Projekt ANIKA soll 2027 fallen. mehr...

Kommunale Wärmeplanung: Umsetzung bleibt unverbindlich

[01.10.2026] Fast alle deutschen Großstädte haben fristgerecht eine kommunale Wärmeplanung vorgelegt. Eine Analyse des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln von 57 Wärmeplänen zeigt jedoch Grenzen des Instruments bei der Umsetzung auf. mehr...

evm/Iqony: Wärmegeschäft in Koblenz gebündelt

[30.09.2026] Energieversorgung Mittelrhein und Iqony bündeln zum 1. Oktober 2026 ihr Wärmegeschäft im Koblenzer Stadtteil Rauental. Die gemeinsame Gesellschaft Wärme Moselbogen soll die bestehenden Netze verbinden und bis 2034 rund 500 weitere Gebäude anschließen. mehr...

dena: Kommunenumfrage zur Wärmeplanung zeigt geteiltes Bild

[29.09.2026] Die kommunale Wärmeplanung kommt voran, doch die Umsetzbarkeit der Pläne wird unterschiedlich beurteilt. Eine Umfrage der Deutschen Energie-Agentur unter 778 Kommunen zeigt zudem Lücken bei eingeplanten Ressourcen und der angenommenen Sanierungsrate. mehr...

Fraunhofer IEG: KI-Plattform soll Wärmeplanung verständlicher machen

[29.09.2026] Das Forschungsprojekt HEATogether will eine KI-gestützte Plattform entwickeln, die Ergebnisse der Wärmeplanung für Kommunen, Energieversorger und Bürger verständlicher aufbereitet. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Vorhaben für drei Jahre mit rund 1,2 Millionen Euro. mehr...

Advertorial: Wärmewende für Stadtwerke finanzierbar machen – Was erfolgreiche Wärmeprojekte ausmacht

[24.09.2026] Die Wärmewende erfordert von Stadtwerken enorme Investitionen – und häufig wird ausgerechnet das knappe Eigenkapital zum Engpass. Wie sich Wärmeprojekte dennoch finanzieren und bis zur Investitionsreife entwickeln lassen und welche Rolle starke Partner dabei spielen, zeigt die Steag Iqony Group. mehr...

Stuttgart: Rechenzentrum versorgt Wärmenetz

[24.09.2026] Im Stuttgarter Synergiepark ist eine neue Wärmeversorgung mit Abwärme aus einem Rechenzentrum in Betrieb gegangen. Das Gebäudenetz soll jährlich rund fünf Gigawattstunden Wärme liefern und bildet den Ausgangspunkt für den weiteren Ausbau der Wärmeversorgung im Quartier. mehr...

Tettnang: Nahwärmenetz geht in Betrieb

[24.09.2026] In Tettnang ist nach 14 Monaten Bauzeit das neue Nahwärmenetz schrittweise in Betrieb gegangen. Die ersten öffentlichen und privaten Gebäude werden seit Mitte September mit Wärme aus regionalen Holzhackschnitzeln versorgt. mehr...

Stadtwerke Münster: Zweite Großwärmepumpe ist in Betrieb

[23.09.2026] Die Stadtwerke Münster haben am Stadthafen ihre zweite Großwärmepumpe in den Regelbetrieb genommen. Die Anlage nutzt Wärme aus dem Dortmund-Ems-Kanal und soll mit zwei Megawatt Leistung Fernwärme für rund 800 Haushalte erzeugen. mehr...

Baden-Württemberg: Aquathermie bietet großes Potenzial

[22.09.2026] Ein Gutachten des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) sieht in Flüssen und Seen ein erhebliches Potenzial für die Wärmeversorgung in Baden-Württemberg. Bis 2030 könnten Gewässerwärmepumpen demnach jährlich mindestens 2,5 Terawattstunden Wärme bereitstellen. mehr...

Waldalgesheim: Solarthermie ergänzt Nahwärmenetz

[22.09.2026] Waldalgesheim erweitert sein seit mehr als 20 Jahren bestehendes Nahwärmenetz um eine Solarthermieanlage. Sie soll künftig rund 26 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs decken und den Verbrauch von Holzhackschnitzeln reduzieren. mehr...

Blick über den Main auf die Frankfurter Skyline. Im Vordergrund überquert eine Straßenbahn auf einer Brücke den Fluss, dahinter erheben sich die Hochhäuser der Innenstadt und der Frankfurter Dom.

Frankfurt am Main: Wärmeplan laut Gutachten rechtswidrig

[21.09.2026] Ein vom Bündnis Wärmewende Frankfurt am Main beauftragtes Rechtsgutachten sieht rechtliche Mängel im kommunalen Wärmeplan der Stadt. Das Bündnis fordert deshalb Nachbesserungen vor der geplanten Beschlussfassung am 1. Oktober. mehr...

NRW.Energy4Climate: Wärmewende in Ostwestfalen-Lippe

[21.09.2026] Kommunen und Stadtwerke haben sich in Lemgo über Wege zu einer bezahlbaren und verlässlichen Wärmeversorgung ausgetauscht. Im Mittelpunkt standen die kommunale Wärmeplanung sowie Projekte aus Ostwestfalen-Lippe, die unterschiedliche Ansätze für die Wärmewende verfolgen. mehr...

Pumpen in einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage

VKU: Stadtwerke zweifeln an Wärmewende-Ziel für 2045

[17.09.2026] Eine Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) zeigt erhebliche Zweifel kommunaler Wärmeversorger am Zeitplan der Wärmewende. Drei Viertel der Befragten halten klimaneutrales Heizen bis 2045 unter den derzeitigen Rahmenbedingungen für unrealistisch. mehr...