NiedersachsenElf Sieger bei „Klima kommunal“
Niedersachsens Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen), hat am 3. September 2024 die diesjährigen Preisträger des niedersächsischen Wettbewerbs „Klima kommunal“ im Alten Rathaus geehrt. „Klimaschutz ist für uns als Energie-, Agrar- und Küstenland existenziell. Die Klimaerhitzung, Dürren, Starkregenereignisse, Hochwasser und der steigende Meeresspiegel sind für uns eine große Bedrohung. Umso wichtiger, dass viele Kommunen in Niedersachsen Spitzenreiter sind beim Klimaschutz mit guten Ideen und Maßnahmen“, so der Minister.
Preisgelder von 190.000 Euro
Den Titel „Niedersächsische Klimakommune 2024“ sicherten sich gleich zwei Kommunen. Des Weiteren wurden ein Zukunftspreis vergeben und acht Leuchtturmprojekte prämiert. Umwelt-, Energie- und Klimaschutzminister Meyer überreichte gemeinsam mit dem Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistags, Professor Hubert Meyer, den Preisträger ihre Auszeichnungen und Preisgelder in Höhe von insgesamt 190.000 Euro.
Der Landkreis Cuxhaven erhielt die begehrte und mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung „Klimakommune 2024“ für die Implementierung eines detaillierten und tiefgreifenden Klima- und Nachhaltigkeitshaushalts.
Über den Titel „Klimakommune 2024“ freut sich auch die Stadt Goslar, die auf eindrucksvolle Weise ein KI-basiertes Hochwasserwarnsystem namens KIHWA entwickelt hat, um sich an die Folgen der menschengemachten Klimaerhitzung anzupassen. Neben den Klimakommunen wurden die Städte Braunschweig, Göttingen, Hemmingen, Lohne, Nordhorn und Sehnde sowie die Landkreise Emsland und Göttingen für Leuchtturmprojekte mit jeweils 15.000 Euro ausgezeichnet.
Den mit 20.000 Euro dotierten Zukunftspreis erhielt das Projekt „Wärmenetz Stader Altstadt“ der Hansestadt Stade, die ein „Integriertes Energetisches Quartierskonzept“ entwickelt hat, um ihre Altstadt zukünftig emissionsfrei und nachhaltig mit Wärme zu versorgen.
61 Kommune machten mit
In diesem Jahr haben sich 61 Kommunen mit 82 Projekten am Wettbewerb beteiligt. Der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft kommunaler Spitzenverbände, Hubert Meyer hofft, dass die Projekte des Wettbewerbs viele andere Kommunen inspirieren: „Klimaschutz geht clever, das zeigt der Wettbewerb Klima kommunal. Er bringt das, was Kommunen machen und können, zusammen mit dem, was Klimaschutz braucht und voranbringt. Planen, Bauen, Wärmeversorgung, Hochwasserschutz, Bildung, ureigenste Aufgaben und Kompetenzen der Landkreise und Gemeinden werden in den Dienst von Klimaschutz und Klimafolgenanpassung gestellt. Die Beispiele machen Mut.“
Gefahr von rechts schadet Klimaschutz
Einen besonders spannenden Vortrag mit dem Titel „Klimarassismus – Klimaschutz und die Gefahr von rechts“ hielt der renommierte Rechtsextremismusforscher Matthias Quent. Der Professor für Soziologie und Vorstandsvorsitzende des Instituts für demokratische Kultur an der Hochschule Magdeburg erläuterte eindringlich die Verbindung zwischen Rechtspopulismus und dem Leugnen von wissenschaftlich Fakten, wie sie vor allem hinsichtlich des menschengemachten Klimawandels zu beobachten ist. Demokratie- und Klimaschutz seien zwei Flügel des gleichen Windrads. Jedes Engagement, ob von Bürgern, Initiativen oder Kommunen, Städten und Gemeinden zeige, dass die ökologische Wende längst konstruktiv gestaltet wird und erinnere Politik und Wirtschaft an ihre besondere Verantwortung.
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