Mittwoch, 24. Juni 2026

cortilityIT-Ausblick für 2025

[04.11.2024] Ab 2025 müssen sich die Energieversorger der Herausforderung des Lieferantenwechsels innerhalb von 24 Stunden stellen. Zudem werden dynamische Tarife und zeitvariable Netzentgelte eingeführt – und die Migration auf SAP S/4 HANA steht an. Was bedeutet das für die Prozesse im Stadtwerk? Ein Ausblick des IT-Dienstleisters cortility.
Das Bild zeigt ein blau hinterleuchtetes SAP-Logo in einer schwarzen Wabe.

Die Einführung von SAP S/4 HANA ist eine große Umstellung für viele Energieversorger.

(Bildquelle: 123rf.com)

Die Energieversorger stehen in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen, die durch die Energiewende, gesetzliche Vorgaben und technologische Innovationen geprägt sind. Ein wesentlicher Treiber ist das Ziel der Bundesregierung, bis 2025 rund 40 bis 45 Prozent und bis 2030 rund 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu erzeugen. Dies erfordert erhebliche Investitionen und Anpassungen in der Infrastruktur. Darauf weist der IT-Dienstleister cortility hin.

In diesem Jahr standen laut cortility mehrere Neuerungen im Fokus, wie die Formatumstellung im Oktober, die Einführung der AS4-Schnittstelle im Strombereich und die Etablierung der Standortbündelstruktur, die eine einheitliche Verwaltung und Abrechnung von Stromstandorten ermöglicht. Zudem ist das Solarpaket I in Kraft getreten, das den Ausbau von Solaranlagen durch bürokratische Erleichterungen unterstützen soll.

Lieferantenwechsel innerhalb von 24 Stunden

Ab 2025 steht den Energieversorgern die Herausforderung des Lieferantenwechsels innerhalb von 24 Stunden (LFW24) bevor, die eine schnelle und effiziente Prozessgestaltung sowie entsprechende IT-Systeme erfordert. Die Umsetzung beginnt bereits im April 2025 und erfordert Änderungen in verschiedenen Dokumenten, darunter die Geschäftsprozesse zur Kundenbelieferung mit Elektrizität (GPKE) und die Wechselprozesse im Messwesen (WiM). Um das Stromnetz zu entlasten, werden ab dem kommenden Jahr zudem dynamische Tarife und zeitvariable Netzentgelte eingeführt. Durch Anreize zum Verbrauch in Schwachlastzeiten sollen Lastspitzen reduziert werden. Die Energieversorger müssen ihre Abrechnungs- und Steuerungssysteme entsprechend anpassen, damit die Kunden aktiv zur Netzstabilisierung beitragen können.

Neue Regelwerke für die Sparte Gas

Auch im Gassektor wird es durch nationale und europäische Regelungen zu umfangreichen Änderungen kommen. Neue Regelwerke wie KARLA Gas 2.0 und GeLi Gas 3.0 bringen die Netzbetreiber bei Kapazitätsregelungen und Wechselprozessen auf den neuesten Stand. Ab 2025 ist zudem die pseudonymisierte Übermittlung von Last- und Zählerstandsdaten verpflichtend, um den Datenschutz zu gewährleisten. Bis zu einer einheitlichen Regelung können bis 2030 noch bestehende Identifizierungsmethoden verwendet werden.

Das Bild zeigt Holger Geiger, Geschäftsführer von cortility.
cortility-Geschäftsführer Holger Geiger: Die IT-Abteilungen stehen vor großen Herausforderungen. (Bild: cortility GmbH)

Holger Geiger, Geschäftsführer von cortility, erklärt: „Man sieht also, dass wir 2025 genug zu tun haben werden und die Vorbereitungen dafür laufen bereits seit Mitte 2024.“ Im Gasbereich wird analog zum Strom die Einführung von AS4 kommen und im April 2026 werden die Festlegungen des Gesetzgebers zum Lieferantenwechsel und zum Messstellenbetreiberrahmenvertrag für den Gasbereich erwartet.

„Das Thema BNetzA 2.0 wird uns auch 2026 noch begleiten“, so Geiger. Zum 31. Dezember 2025 treten die Gasnetzzugangsverordnung und die Stromnetzzugangsverordnung außer Kraft. Zum 31. Dezember 2027 wird die Gasnetzentgeltverordnung und zum 31. Dezember 2028 die Stromnetzentgeltverordnung und die Anreizregulierungsverordnung obsolet.

Einführung von SAP S/4 HANA

Langfristig bedeute die Einführung von SAP S/4 HANA eine große Umstellung für viele Energieversorger. Bis 2027 müssen alle Unternehmen, die SAP-Lösungen im Einsatz haben, auf das neue System migrieren, da der Support für ältere SAP-Versionen eingestellt wird, warnt Holger Geiger. Diese Migration werde erhebliche Ressourcen binden und die IT-Abteilungen vor große Herausforderungen stellen. Als SAP-Spezialist biete cortility hier Unterstützung durch Beratung und Vorstudien, um den Umstieg zu erleichtern.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Informationstechnik

deeeper.technology: Start von KI-Plattform

[24.06.2026] Das Unternehmen deeeper.technology hat mit den Deeeper Energy Maps eine KI-Plattform gestartet, die Energiedaten gebündelt auf einer interaktiven Karte darstellt. Die Lösung soll Projektentwicklern und Beratern die Standortbewertung deutlich erleichtern. mehr...

Kisters: Plattform für Steuerbarkeitstests

[23.06.2026] Netzbetreiber müssen jährlich die Steuerbarkeit von Erzeugungsanlagen prüfen und die Ergebnisse an die Übertragungsnetzbetreiber melden. Der Softwareanbieter Kisters hat seine Redispatch-2.0-Plattform dafür erweitert. mehr...

interview

Interview: Tief integrierte Systeme

[16.06.2026] Künstliche Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten für Automatisierung und effizientere Prozesse. Andreas Weber von Kraftwerk Software erklärt im Interview, warum KI erst dann ihr volles Potenzial entfaltet, wenn sie in die Systemarchitektur integriert ist. mehr...

FairEnergie: Umstieg auf Intense-Lösung

[09.06.2026] FairEnergie ersetzt seine bisherige SAP-IS-U-Landschaft durch die cloudbasierte Plattform TENTAC auf Basis von SAP S/4HANA Utilities. Der Reutlinger Versorger setzt dabei auf Standardprozesse und integrierte Abläufe, um Kosten zu senken und kundenbezogene Prozesse zu vereinfachen. mehr...

SAP will digitale Souveränität stärken und investiert in sichere Cloudlösungen für den öffentlichen Sektor.

GISA: GASAG senkt Cloud-Kosten

[08.06.2026] Die GASAG hat ihre SAP-Systemlandschaft in der Microsoft-Azure-Cloud überarbeitet. Nach Angaben des IT-Dienstleisters GISA sanken dadurch die monatlichen Speicherkosten deutlich, während sich die Leistungsfähigkeit der Systeme erhöhte. mehr...

bericht

Energiemanagement: Cyber-Sicherheit beginnt im Haus

[04.06.2026] PV-Anlage, Batteriespeicher, Wärmepumpe und Wallbox kommunizieren über digitale Schnittstellen miteinander und mit der Außenwelt. Heim-Energiemanagementsysteme fungieren dabei als zentrale Schaltstelle. Doch mit der Vernetzung steigt auch die Angriffsfläche. mehr...

Berlin: Neues Konzept soll KRITIS schützen

[27.05.2026] Berlin verschärft den Schutz Kritischer Energieinfrastrukturen mit einem neuen TOP-Konzept aus technischen, organisatorischen und physischen Maßnahmen. Anlass sind Brandanschläge auf die Stromversorgung, die zuletzt ganze Stadtteile beeinträchtigten und nun umfangreiche Investitionen sowie neue Sicherheitsstandards auslösen. mehr...

SAP will digitale Souveränität stärken und investiert in sichere Cloudlösungen für den öffentlichen Sektor.

IBM/Natuvion: Cloud-Umstieg beschleunigen

[26.05.2026] Das zentrale SAP-ERP-System (SAP ECC) wird ab 2027 nicht mehr gewartet. Um Energieversorgern den Umstieg auf die Cloud-Plattform SAP S/4HANA Utilities zu erleichtern, haben IBM und Natuvion deshalb eine Zusammenarbeit vereinbart. mehr...

Modernes Gebäude der Stadtwerke Hilden mit großer Glasfassade und silberner Metallverkleidung an einer ruhigen Straße bei sonnigem Wetter. Vor dem Eingangsbereich befinden sich Grünanlagen, kleine Bäume und ein gepflasterter Gehweg.

Stadtwerke Hilden: Neues CRM-System eingeführt

[21.05.2026] Die Suche nach einer neuen Ticketing-Lösung führte bei den Stadtwerken Hilden zur Einführung eines umfassenden CRM-Systems. mehr...

Elvaco: ISO-Zertifizierung erhalten

[20.05.2026] Elvaco hat die Zertifizierung nach ISO/IEC 27001 erhalten und stärkt damit sein Informationssicherheits-Management für Gebäude- und Energiedaten. Die Zertifizierung reagiert auf strengere EU-Vorgaben und wachsende Anforderungen an sichere Datenketten in vernetzten Metering- und Smart-Building-Systemen. mehr...

50Hertz: Netzsoftware als Open Source veröffentlicht

[18.05.2026] Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz stellt die Software ToOp zur Bewältigung von Netzengpässen als Open-Source-Projekt bereit. Nach Angaben des Unternehmens soll das Tool Netzbetreiber in Europa bei der Steuerung von Stromflüssen unterstützen. mehr...

nscharfe Aufnahme eines modernen Büro- oder Veranstaltungsraums. Im Vordergrund ist auf einer Glasfläche der Schriftzug „Future Energy Lab“ zu sehen. Im Hintergrund stehen mehrere verschwommene Personen an einem Stehtisch im Gespräch.

Cyber-Sicherheit: Den Ernstfall trainieren

[18.05.2026] Ein Übungskonzept soll die Sicherheit Kritischer Infrastrukturen erhöhen. Das Konzept für KRITIS-Betreiber wurde Fraunhofer IOSB-AST mit dem Future Energy Lab der Deutschen Energie-Agentur entwickelt. mehr...

Eine Drohne steht auf einem rot-weiß markierten Landeplatz am Straßenrand vor einem Servicefahrzeug von WEMAG Netz. Das Fahrzeug ist mit einer Leiter ausgestattet und parkt neben einer ländlichen Straße mit kahlen Bäumen und freiem Feld im Hintergrund. Die Szene wirkt sonnig und zeigt den Einsatz moderner Drohnentechnik zur Kontrolle von Stromnetzen.

WEMAG: Drohnen überwachen Stromnetze

[13.05.2026] Der Einsatz von Drohnen in der Energiebranche nimmt zu. Auch der Stromnetzbetreiber WEMAG Netz setzt auf die Flugsysteme, um Stromleitungen schneller zu kontrollieren und Schäden frühzeitig zu erkennen. mehr...

ASEW: Plattform für IoT-Angebote

[29.04.2026] Eine Informationsplattform für Anwendungen des Internet of Things soll kommunale Unternehmen, Betriebe und öffentliche Einrichtungen über bestehende Angebote informieren. Das Projekt mehrerer Stadtwerke wird von der ASEW koordiniert. mehr...

Computergenerierte Ansicht eines umzäunten Umspannwerks mit zahlreichen Strommasten, Schaltanlagen und zwei Betriebsgebäuden in ländlicher Umgebung. Im Hintergrund sind Felder, Waldflächen und mehrere Windräder zu sehen. Oben rechts liegt ein türkisfarbenes Logo über dem Bild.

Siemens: Security-Dienst für Energie und Infrastruktur

[23.04.2026] Siemens Smart Infrastructure hat einen neuen Sicherheitsdienst für Energieversorger, Industrieunternehmen sowie Betreiber Kritischer Infrastrukturen vorgestellt. Die Lösung soll Cyber-Angriffe schneller erkennen und den Betrieb digitalisierter Anlagen absichern. Der erste Kunde in Deutschland sind die Hertener Stadtwerke. mehr...