SüdwestenNeuer Rekord bei PV-Ausbau
Baden-Württemberg hat im Jahr 2024 einen neuen Rekord beim Ausbau der Photovoltaik erreicht: Insgesamt wurden 2.120 Megawatt (MW) Leistung installiert, rund fünf Prozent mehr als im Jahr 2023 (2.020 MW). Hinzu kommen 157.000 neue Solarstromanlagen auf Dächern und Freiflächen. Damit sei die Hälfte des jährlichen Zubaus erreicht, der notwendig sei, um die Wirtschaft ausreichend mit günstigem Strom zu versorgen, betont das Solar Cluster Baden-Württemberg. Ziel ist ein jährlicher Zubau von 4.000 MW.
Von den neu installierten 2.120 MW entfielen 1.580 MW auf Gebäudeanlagen und 540 MW auf Solarparks. Insgesamt verfügt der Südwesten nun über eine Photovoltaikleistung von 12,4 Gigawatt – genug für 3,7 Millionen Haushalte. Deutschlandweit wird 2024 die 100-Gigawatt-Marke überschritten.
Erleichterte gesetzliche Rahmenbedingungen und die Energiepreiskrise 2022 haben den Boom befeuert. Dennoch fordert das Solar Cluster eine weitere Beschleunigung des Ausbaus, um die Klimaziele zu erreichen und die Strompreise zu senken. Im Jahr 2024 ist der Börsenstrompreis um 15 Prozent gesunken.
Ziele und Maßnahmen
Für den jährlichen Zubau von 4.000 MW müssten täglich rund 350 mittelgroße Anlagen auf Wohngebäuden, zehn größere gewerbliche Anlagen und 140 Solarparks pro Jahr entstehen. Bund und Länder sollten Marktbarrieren abbauen, das Fördersystem ab 2027 verlässlich gestalten und Photovoltaik-Beschleunigungsgebiete ausweisen. Auch das Energy Sharing und die regionale Planung von Solarparks sollen vereinfacht werden.
Auch in Deutschland PV auf Rekordniveau
Der Ausbau der Photovoltaik bleibt auch in Deutschland auf Erfolgskurs: Im Jahr 2024 wurde mit 17 Gigawatt (GW) Leistung ein neuer Rekordwert erreicht, nach 15,3 GW im Vorjahr. „Die neu installierte Solarstromleistung und die hohe Zahl der Netzanschlüsse zeigen ein beeindruckendes Wachstum“, sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.
Sorgen bereitet allerdings die so genannte PV-Spitzenproblematik: Rund die Hälfte der neu installierten Anlagen ist kleiner als 100 Kilowatt und speist unkontrolliert ins Netz ein. Bei Überproduktion kann dies die Netzstabilität gefährden – auch bei ausgebautem Netz.
Eine Lösung sieht die geplante Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) vor, die dringend umgesetzt werden muss. Kernpunkt ist eine Wirkleistungsbegrenzung für neue PV-Anlagen auf 60 Prozent ihrer Leistung. Diese Maßnahme würde Netzüberlastungen verhindern und den Netzbetreibern Zeit geben, Steuerungsmöglichkeiten auch für kleinere Anlagen einzuführen. Ohne rechtzeitige Regelung drohen Netzüberlastungen und kostspielige Eingriffe wie die zeitweise Abschaltung von Netzsträngen.
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